Extremismus und Vandalismus

Musks Autos unter Beschuss: Trump zieht Vergleich mit tödlichem Gewaltexzess

  • VonFarhad Salmanian
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  • Ines Alberti
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Tesla wird in den USA und Deutschland attackiert. Die US-Justiz stuft die Angriffe als „Inlandsterrorismus“ ein. Trump greift zu einem Vergleich.

Update, 21. März, 18.45 Uhr: Donald Trump greift bei der Vandalismus-Welle gegen Tesla-Autos zu einem drastischen Vergleich. Der US-Präsident findet die Taten, die sich gegen seinen Vertrauten Elon Musk richten, schlimmer als die gewaltsame Attacke auf das Kapitol vor vier Jahren. Trump beklagte sich bei einem Auftritt im Weißen Haus über „brennende Verkaufsräume“ und Tesla-Autos, „die überall brennen, explodieren“. Mit Blick auf die Täter bei diesen Sachbeschädigungen sagte der 78-Jährige: „Das sind Terroristen.“ Er schob nach: „Das gab es am 6. Januar nicht.“ Am 6. Januar 2021 sei auch niemand getötet worden, „außer einer sehr schönen jungen Frau“. 

Zuletzt sind in den USA Fahrzeuge der Marke Tesla aus Protest gegen die US-Politik und Musk verstärkt Ziel von Vandalismus geworden. Trump hatte sich offen dafür gezeigt, Gewalt gegen Tesla auch als inländischen Terrorismus strafrechtlich zu verfolgen. Er sagte nun im Weißen Haus, die Täter könnten bis zu 20 Jahre Haft bekommen, „und sie werden es bekommen. (...) Es wird keine mildernden Umstände und es wird keine Begnadigungen geben“.

US-Präsident Donald Trump hat den Vandalismus an Tesla-Autos mit dem Angriff auf das Kapitol am 6. Januar 2021 verglichen.

Trump-Regierung sieht Angriffe auf Teslas als „Inlandsterrorismus“ an

Erstmeldung vom 19. März: Washington, D.C. – Die US-Justiz betrachtet die jüngsten Angriffe auf Tesla-Eigentum als „Inlandsterrorismus“. Das erklärte US-Justizministerin Pam Bondi am Dienstag und kündigte harte Konsequenzen für die Täter an. „Die Welle gewaltsamer Angriffe auf Tesla-Eigentum ist nichts anderes als Inlandsterrorismus“, sagte Bondi in einer Erklärung. „Wir werden die Ermittlungen fortsetzen und strenge Strafen gegen alle Beteiligten verhängen – auch gegen jene, die im Hintergrund diese Verbrechen koordinieren und finanzieren.“

Die Angriffe stehen nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters offenbar im Zusammenhang mit den sogenannten „Tesla Takedown“-Protesten, die sich gegen Tesla-CEO Elon Musk richten. Aktivisten kritisieren Musks Einfluss auf politische Entscheidungen der Trump-Regierung, insbesondere im Zusammenhang mit Kürzungen bei Bundesbehörden und dem Stopp humanitärer Programme.

Donald Trumps Kabinett: Liste voller skandalöser Überraschungen

Donald Trump im Weißen Haus
 J.D. Vance wird Donald Trump als Vizepräsident ins Weiße Haus folgen.
Marco Rubio soll laut US-Medien in der Regierung von Donald Trump das Amt des Außenministers übernehmen.
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Mehrere Tesla-Fahrzeuge in Las Vegas in Brand gesetzt

Medienberichten zufolge sind am Dienstag mehrere Tesla-Fahrzeuge auf dem Gelände eines Service-Centers in Las Vegas in Brand gesetzt worden. Ein Zeuge berichtete, ein schwarz gekleideter Täter habe Molotowcocktails geworfen und Schüsse abgegeben, teilte die Polizei mit. Am Tatort wurde zudem ein nicht entzündeter Molotowcocktail gefunden. An der Gebäudefassade prangte der Schriftzug „RESIST“ (Widerstand). Die US-Bundespolizei (FBI) hat bereits die Ermittlungen aufgenommen.

Ein ausgebrannter Tesla in Berlin: Nicht nur in den USA, sondern auch in Deutschland wurden Teslas mutmaßlich als Protest gegen Tesla-Chef Elon Musk angezündet worden (Archivbild).

Reaktionen auf Stellungnahmen der Trump-Regierung

Die Stellungnahmen der Regierung im Zusammenhang mit den Tesla-Angriffen sorgt in den USA für gemischte Reaktionen. Während Befürworter den Schutz von Unternehmen betonen, warnen Kritiker vor einer Politisierung des Terrorbegriffs und möglichen Einschränkungen des Protestsrechts.

US-Präsident Donald Trump äußerte sich in der vergangenen Woche bei einer Veranstaltung vor dem Weißen Haus zu solchen Vorfällen und betonte seine Entschlossenheit, gegen die mutmaßlichen Täter vorzugehen: „Ich werde es tun. Ich werde sie stoppen.“ Er bezeichnete die Angreifer als „böse Jungs“ und fügte hinzu, dass sie „einem großen amerikanischen Unternehmen Schaden zufügen“.

Elon Musk: Erst US-Schattenpräsident – und jetzt Trump-Gegenspieler?

Geboren wurde Elon Musk 1971 in Pretoria in Südafrika.
Errol Musk baute als Maschinenbau- und Elektroingenieur ein Vermögen auf.
Mitte der 1990er Jahre begann der Aufstieg Elon Musks in den USA.
Im Jahr 2002 gründete Elon Musk das Unternehmen SpaceX.
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Brandanschläge auf Tesla: Angriffe in den USA und Deutschland

Die jüngsten Attacken auf Tesla-Standorte in den USA erinnern an ähnliche Vorfälle in Deutschland. In der Nacht zum 14. März 2025 wurden in Berlin innerhalb kurzer Zeit vier Tesla-Fahrzeuge in Brand gesetzt. Die Vorfälle ereigneten sich in den Stadtteilen Plänterwald und Steglitz. Die Polizei schließt derzeit ein politisches Motiv nicht aus und hat den Staatsschutz des Landeskriminalamts mit den Ermittlungen beauftragt.

Bereits im Februar 2024 kam es in Berlin zu Brandanschlägen auf zwei Tesla-Fahrzeuge sowie auf Ladesäulen. Die Polizei vermutete einen linksextremistischen Hintergrund, nachdem im Internet ein entsprechendes Bekennerschreiben veröffentlicht wurde. Auch am 5. März 2024 legten Unbekannte Feuer an einem Hochspannungsmast nahe der Tesla-Gigafactory in Grünheide, was zu einem Produktionsstopp führte. Auch hier bekannte sich eine linksextremistische Gruppe zur Tat.

Musk wird in Deutschland vor allem wegen der Umweltschädlichkeit seines Unternehmens kritisiert. In den USA richtet sich die Kritik zunehmend gegen seine politischen Verbindungen zu Trump. (fsa mit Agenturmaterial)

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