Gegen Putins Angriff

Deutschland schickt Ukraine nächste riesige Waffen-Lieferung

  • Patrick Mayer
    VonPatrick Mayer
    schließen

Weil Russland weiter angreift, sendet Deutschland der Ukraine das nächste Militärpaket. Vor allem eine defensive Waffe wird sehnsüchtig erwartet.

Kiew – Russland greift die Ukraine pausenlos an. Und das nun schon seit Februar 2022 in Wladimir Putins Angriffskrieg.

Zuletzt sorgte der Marschflugkörper-Luftangriff auf ein Kinderkrankenhaus in Kiew für einen internationalen Aufschrei. Beim jüngsten Nato-Gipfel in Washington war deshalb auch ein Thema, wer im Ukraine-Krieg noch wie viele Patriot-Flugabwehrsysteme liefern könnte.

Waffen für die Ukraine: Nächstes Militärpaket aus Deutschland an Kiew

Deutschland ist erneut in Vorleistung gegangen und hat in den vergangenen Tagen (Stand, 11. Juli) Kiew die nächste große Waffen-Lieferung übergeben. Es war schon das zweite erhebliche Militärpaket binnen rund drei Wochen, das aus Berlin in das geschundene Land ging.

Waffen-Lieferungen aus Deutschland: Ukraine erhält weiteres Patriot-System

Unter den Waffen war laut Liste der militärischen Unterstützungsleistungen der Ampel-Bundesregierung (SPD, Grüne und FDP) jetzt auch ein solches Patriot-Flugabwehrsystem. Es ist die dritte Einheit, die Deutschland der angegriffenen Ukraine bereitstellt. Ein MIM-104 Patriot, so die genaue Bezeichnung, besteht aus mehreren Einzelkomponenten, die auf Lkw-Sattelaufliegern montiert sind.

Die Flugabwehrraketengruppen der Bundeswehr hatten ursprünglich zwölf komplette Patriot-Luftabwehrsysteme – mit Startgeräten M903, Feuerleitständen AN/MSQ-104, Multifunktionsradaren und Antennenmastanlagen. Bleiben für die Deutsche Luftwaffe aktuell neun Systeme.

Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Die Bundeswehr nutzt den Kampfpanzer Leopard in verschiedenen Varianten seit 1979. Bewaffnet mit einer 120-Millimeter-Kanone lassen sich in den jüngeren Modellen von vier Soldaten an Bord Ziele in einer Entfernung bis zu 5000 Metern bekämpfen. Die Ukraine erhält Panzer des Typs Leopard 2 A6. Das 62,5 Tonnen-Gefährt war bei seiner Einführung im Jahr 2001 als verbesserte Variante des A5 etwa mit neuer Hauptwaffe versehen worden. Das Modell A6M verfügt zudem über einen erhöhten Minenschutz.
Der US-Kampfpanzer M1 Abrams gleicht dem Leopard 2 in weiten Teilen. Den M1 Abrams gibt es seit 1980 in mittlerweile drei Hauptvarianten. Seit dem Modell M1A1 ist eine 120-Millimeter-Kanone an Bord. Die vier Insassen werden von einer Stahl-Panzerung vor Angriffen geschützt. Mit 1500 PS kommt der je nach Modell bis zu 74 Tonnen schwere Abrams auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 68 Kilometern pro Stunde. Anders als der Leopard 2 wird der M1 Abrams über eine Gasturbine mit Kerosin angetrieben.
Die Hauptwaffe der US-amerikanischen Bradley-Schützenpanzer besteht aus einer 25-Millimeter-Maschinenkanone M242 Bushmaster, die zwischen 100 und 200 Schuss pro Minute verschießen kann. Zudem sind die gepanzerten Kettenfahrzeuge, die nach General Omar N. Bardley benannt sind, mit Maschinengewehren des Typs M240 sowie panzerbrechende Raketen ausgestattet. Die Besatzung umfasst bis zu zehn Soldaten: Fahrer, Kommandant, Richtschütze sowie bis zu sieben Soldaten als Infanterietrupp. Der Panzer wurde dafür konzipiert, im Verbund mit Panzerartillerie und Kampfhelikoptern zu operieren.
Beim AMX-10 RC aus Frankreich handelt es sich um einen amphibischen Spähpanzer. Der Panzer wird aufgrund seiner schwereren Panzerung und Bewaffnung hauptsächlich bei der Aufklärung eingesetzt. Ausgestattet ist er mit einer 105-Millimeter-Kanone, wodurch er auch als Panzerjäger verwendet werden kann. Die Besatzung besteht aus mindestens vier Soldaten. Bei einer Gefechtsmasse von 14,2 Tonnen ist der Panzer mit 85 km/h extrem mobil.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Munition für die Ukraine: Deutschland liefert Granaten für Kampfpanzer Leopard 1

Teil des aktuellen Waffenpakets sind indes neben Patriot-Flugkörpern auch 9000 Schuss Flakpanzermunition für die gelieferten Gepard-Panzer aus deutscher Produktion, mit denen die Ukrainer etwa Shaded-Kamikaze-Drohnen bekämpfen. Ebenfalls darunter: 55.000 Artillerie-Granaten im Kaliber 155 Millimeter aus Industrie- und Bundeswehrbeständen. Zum Vergleich: In den vergangenen Monaten konnten Deutschland und andere Nato-Verbündete den ukrainischen Landstreitkräften in der Regel Granaten ausschließlich im unteren vierstelligen Bereich liefern.

Ein Startfahrzeug eines Patriot-Luftabwehrsystems der Bundeswehr. (Symbolfoto)

Ferner gehören der neuesten Militärhilfe an: Vier Minenräumpanzer Wisent 1, ein Pionier-Bergepanzer 2 sowie Munition für die bislang 50 gelieferten Kampfpanzer Leopard 1A5. Erst kürzlich hatte Deutschland ein großes Waffenpaket für die Ukraine geschnürt – unter anderem mit 39 Panzern und drei in den USA gekauften HIMARS-Mehrfachraketenwerfern.

Luftabwehr für die Ukraine: Deutschland lieferte IRIS-T SLM und IRIS-T SLS

Anfang des Monats gab es aus Deutschland ferner ein zusätzliches Luftverteidigungssystem IRIS-T SLM (zuvor drei) sowie ein weiteres Luftabwehrsystem IRIS-T SLS (vorher eines), um kritische Infrastruktur und Städte gegen russische Luftangriffe zu schützen. Jetzt kommt also noch ein Patriot hinzu. (pm)

Rubriklistenbild: © IMAGO / Schöning