Trump veröffentlicht Arztbrief

Kurioses Geburtstagsgeschenk – Trump stichelt mit eigenem Arztbrief gegen US-Präsident Joe Biden

  • Nils Thomas Hinsberger
    VonNils Thomas Hinsberger
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Der Gesundheitszustand des Konkurrenten Joe Biden ist ein gerne genutztes Angriffsziel von Trump. Zum 81. Geburtstag Bidens veröffentlicht Trump jetzt einen Brief seines Arztes.

Washington: Mit einem Brief seines Arztes will Donald Trump seinen „ausgezeichneten“ Gesundheitszustand beweisen. Zum 81. Geburtstag seines Demokraten Joe Biden, stichelt der Republikaner damit erneut gegen den Gesundheitszustand des Präsidenten, berichtet die Deutsche Presseagentur (dpa). Erst vergangenen Monat sagte Trump über Biden, dass dieser „kognitiv eingeschränkt“ sei.

„Exzellenter Gesundheitszustand“, aber keine genauen Daten in Trumps Arztbrief

US-Präsidenten teilen der Bevölkerung regelmäßig Informationen über ihren Gesundheitszustand mit. Dieser Manier kommt Trump jetzt zuvor. Dass es sich dabei um ein Wahlkampfmanöver für die US-Wahl 2024 handelt, ist offenkundig.

Donald Trump veröffentlicht einen Brief, bei dem es sich um eine fachliche Einschätzung seines Arztes handeln soll, der ihm einen „ausgezeichneten“ Gesundheitszustand attestiere.

Bruce Aronwald, der selbst angibt, seit 2021 der persönliche Arzt des Ex-Präsidenten zu sein, attestiert Trump einen „ausgezeichneten“ Gesundheitszustand. Verwunderlich ist nur, dass in dem veröffentlichten Dokument weder Gewicht, Blutdruck noch andere Testergebnisse aufgelistet sind. Trump hätte lediglich Gewicht verloren und will infolge präventiver Untersuchungen „auch in den kommenden Jahren einen gesunden, aktiven Lebensstil pflegen“.

Alter von Joe Biden spielt in den USA große Rolle

Joe Bidens Gesundheitszustand wurde zuletzt im Februar veröffentlicht. Bei der Untersuchung attestierte der Arzt, dass Biden in der Verfassung sei, sein Amt weiter problemlos auszuführen. Allerdings wurden kleinere gesundheitliche Mängel entdeckt – darunter ein steifer Gang und eine gastroösophageale Refluxkrankheit, weswegen er sich öfters räuspern müsse.

Joe Biden: Leben und Karriere des 46. US-Präsidenten in Bildern

Joe Biden gehört seit vielen Jahren zum Establishment der Demokratischen Partei und blickt auf eine lange politische Karriere zurück. Bei der US-Wahl 2020 ist es ihm im dritten Anlauf endlich gelungen, sein großes Ziel zu erreichen: Biden ist zum 46. Präsidenten der USA gewählt worden. Es war die Krönung eines jahrzehntelangen Politikerlebens, in dem er auch schwere Schicksalsschläge zu verkraften hatte.
Joseph „Joe“ Robinette Biden, Jr. wurde am 20. November 1942 in Scranton (Pennsylvania) geboren. Nach einem Studium der Rechtswissenschaften begann der Jurist Ende der 60er-Jahre, sich politisch zu engagieren. Zunächst ließ er sich im US-Bundesstaat Delaware als Unabhängiger registrieren – weil er weder den republikanischen Präsidenten Richard Nixon noch den demokratischen Gouverneur Charles Terry ausstehen konnte. Um die Lage nach der Ermordung von Martin Luther King im April 1968 zu beruhigen, hatte Terry die Nationalgrade zu Hilfe gerufen. Für Biden wurde die Bürgerrechtsbewegung zum Auslöser seiner Politisierung.
Im Jahr 1972 trat Biden im Alter von nur 29 Jahren bei der Wahl zum US-Senat an. Er besiegte den langjährigen republikanischen Vertreter Cale Boggs und zog als einer der jüngsten Senatoren in den Kongress ein. Der Triumph wurde allerdings von einem schweren Autounfall am 18. Dezember 1972 überschattet, bei dem seine erste Ehefrau Neilia und Tochter Naomi ums Leben kamen. Die Söhne Beau und Hunter überlebten verletzt. Seinen Eid legte Biden im Januar 1973 am Krankenbett von Beau ab, dessen Bein immer noch im Streckverband war. 1977 heiratete Biden die Lehrerin Jill Tracy Jacobs. Aus dieser Ehe stammt Tochter Ashley.
Von 1973 bis 2009 saß Biden 36 Jahre lang als Vertreter des Bundesstaates Delaware im Senat. Er wohnte allerdings weiterhin in Wilmington (Delaware) und pendelte jeden Tag per Bahn nach Washington, D.C. 1994 war er maßgeblich an einem heute kontrovers diskutierten Gesetz zur Reform des Strafrechts und der Inneren Sicherheit beteiligt. Mitte der 90er sprach er sich für die Nato-Intervention in Bosnien-Herzegowina und die Bombardierung Serbiens im Kosovo-Krieg 1999 aus. Im Jahr 2002 stimmte er für die Irak-Resolution.
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In den USA müssen Präsidenten regelmäßig ihren Gesundheitszustand offenlegen, was rechtlich aber nicht verpflichtend ist. Dieses Vorgehen hat sich aber zu einer Art Ritual entwickelt, dem sich kein Präsident entziehen kann.

US-Bevölkerung hält Biden und Trump für zu alt

Joe Biden feierte am 20. November seinen 81. Geburtstag und ist damit der älteste Präsident der USA. Trotzdem gilt er als aussichtsreichster Kandidat für die kommenden US-Wahlen. Sein Alter und gesundheitlicher Zustand sorgen aber für regelmäßige Diskussion. Auch seine eigene Partei sieht das Alter des Präsidenten kritisch. Sollte Biden die Wahlen gewinnen, würde er erst mit 86 Jahren aus dem Amt des Präsidenten ausscheiden.

Doch auch Trumps Alter ist immer wieder Thema der öffentlichen Debatte. Mit nur vier Jahren Unterschied ist er nicht wesentlich jünger als Joe Biden. Würde Trump die Wahlen gewinnen, könnte er Biden als ältesten Präsidenten der USA ablösen. Auch Trump verspricht sich immer wieder bei öffentlichen Auftritten und verwechselt Personen. (nhi)

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