Russlands Militärübungen

Nach Marine-Verlusten: Putin schickt U-Boote ins Schwarze Meer

  • VonSarah El Sheimy
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Die Ukraine hat die russische Marine um ein Drittel dezimiert. Das Militär reagiert mit dem Einsatz von U-Booten und baut den Schutz gegen Drohnen aus.

Kiew – Die russische Marine setzt mittlerweile U-Boote im Schwarzen Meer ein. Grund für die neue Vorgehensweise des Militärs ist, dass die Ukraine einen großen Teil der dort stationierten Flotte lahmgelegt hat. Für die Nato-Staaten ist der Einsatz der neuen Wasserfahrzeuge kritisch, da es sich bei einem Teil davon um Marschflugkörper-Träger handelt.

Dmytro Pletenchuck, Sprecher der ukrainischen Marine, hatte den Einsatz von U-Booten durch Russland am 10. Juni im nationalen Fernsehen bekannt gegeben. Das berichten die ukrainischen Onlinemedien Ukrajinska Prawda und Kyiv Independent. „Sie haben bereits eine Praxis etabliert, bei der sich die U-Boote morgens gegenseitig ablösen“, zitieren die Zeitungen den Militärsprecher. Insgesamt seien vier U-Boote in der Asowschen Schwarzmeerregion unterwegs, von denen zwei regelmäßig in See stechen würden.

Ukraine-Krieg: Das Diesel-U-Boot „Wolchow“ der russischen Pazifikflotte an einem ungenannten Ort, Aufnahme vom 21. März 2024

Drittel der Schwarzmeer-Flotte zerstört: Russlands Marine erleidet schwere Verluste im Ukraine-Krieg

In diesem Teil des Schwarzen Meeres organisiere Russland gegenwärtig Militärübungen für seine Marine im Krieg gegen die Ukraine, so Pelentchuk laut Ukrajinska Prawda und Kyiv Independent. Stationiert seien dort drei große Landungsschiffe und außerdem drei kleine Raketenschiffe der Klasse „Buyan-M“.

Um seine Schiffe vor ukrainischen Drohnenangriffen zu schützen, baue das russische Militär zum Beispiel Lastschiffe. Laut Ukrajinska Prawda hat Pletenchuck außerdem davon gesprochen, dass die russischen Schiffe sich unter zivile mischen, um zum schwierigeren Ziel für das ukrainische Militär zu werden. Dieses hat eigenen Angaben zufolge bislang fast ein Drittel der russischen Flotte zerstört. Dabei sollen Drohnenangriffe eine maßgebliche Rolle gespielt haben.

Kritisch für die Nato: Russland setzt U-Boote als Träger für Marschflugkörper ein

Besonders an dem neuen U-Boot-Einsatz durch Russland ist, dass zwei der Fahrzeuge laut Pelentchuk Träger von Marschflugkörpern sind. Gerade der Einsatz der „Yasen“-U-Boote sei ein wichtiger Punkt für die Nato, so Business Insider. Das atomar betriebene Gefährt verfüge augenscheinlich über ein besseres Sonar zur Ortung sowie einen leiseren Reaktor und könne Marschflugkörper abfeuern.

Aber nicht nur im Schwarzen Meer werden Russlands Züge kritisch beäugt. Die Fregatte „Admiral Gorschkow“ der russischen Marine ist offiziell zu einem Hafenbesuch in Kubas Hauptstadt Havanna eingetroffen. Auch ein Atom-U-Boot sei vor der Küste gesichtet worden. Havanna liegt nur rund 170 Kilometer von Key West im US-Bundesstaat Florida entfernt.

Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Die Bundeswehr nutzt den Kampfpanzer Leopard in verschiedenen Varianten seit 1979. Bewaffnet mit einer 120-Millimeter-Kanone lassen sich in den jüngeren Modellen von vier Soldaten an Bord Ziele in einer Entfernung bis zu 5000 Metern bekämpfen. Die Ukraine erhält Panzer des Typs Leopard 2 A6. Das 62,5 Tonnen-Gefährt war bei seiner Einführung im Jahr 2001 als verbesserte Variante des A5 etwa mit neuer Hauptwaffe versehen worden. Das Modell A6M verfügt zudem über einen erhöhten Minenschutz.
Der US-Kampfpanzer M1 Abrams gleicht dem Leopard 2 in weiten Teilen. Den M1 Abrams gibt es seit 1980 in mittlerweile drei Hauptvarianten. Seit dem Modell M1A1 ist eine 120-Millimeter-Kanone an Bord. Die vier Insassen werden von einer Stahl-Panzerung vor Angriffen geschützt. Mit 1500 PS kommt der je nach Modell bis zu 74 Tonnen schwere Abrams auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 68 Kilometern pro Stunde. Anders als der Leopard 2 wird der M1 Abrams über eine Gasturbine mit Kerosin angetrieben.
Die Hauptwaffe der US-amerikanischen Bradley-Schützenpanzer besteht aus einer 25-Millimeter-Maschinenkanone M242 Bushmaster, die zwischen 100 und 200 Schuss pro Minute verschießen kann. Zudem sind die gepanzerten Kettenfahrzeuge, die nach General Omar N. Bardley benannt sind, mit Maschinengewehren des Typs M240 sowie panzerbrechende Raketen ausgestattet. Die Besatzung umfasst bis zu zehn Soldaten: Fahrer, Kommandant, Richtschütze sowie bis zu sieben Soldaten als Infanterietrupp. Der Panzer wurde dafür konzipiert, im Verbund mit Panzerartillerie und Kampfhelikoptern zu operieren.
Beim AMX-10 RC aus Frankreich handelt es sich um einen amphibischen Spähpanzer. Der Panzer wird aufgrund seiner schwereren Panzerung und Bewaffnung hauptsächlich bei der Aufklärung eingesetzt. Ausgestattet ist er mit einer 105-Millimeter-Kanone, wodurch er auch als Panzerjäger verwendet werden kann. Die Besatzung besteht aus mindestens vier Soldaten. Bei einer Gefechtsmasse von 14,2 Tonnen ist der Panzer mit 85 km/h extrem mobil.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Atom-U-Boot vor Kuba – Russland plant Militärübungen in der Karibik

Grund für den Besuch vom 12. bis 17. Juni ist nach Angaben der kubanischen Regierung die historische Freundschaft zwischen den beiden Staaten. US-Medien schrieben allerdings, Russland plane Militärübungen in der Karibik. In Havanna wurden auch ein russischer Öltanker und ein Bergungsschlepper erwartet. Keines der Schiffe soll laut den offiziellen Angaben Atomwaffen an Bord haben.

Der Nationale Sicherheitsberater von US-Präsident Joe Biden, Jake Sullivan, sagte am Mittwoch auf einem Flug nach Italien zum G7-Gipfel, Einsätze der russischen Marine vor Kuba seien schon in der Vergangenheit zu beobachten gewesen. Er betonte aber, die US-Regierung beobachte diese sehr genau. „Wir werden sehen, wie sich das Ganze in den nächsten Tagen entwickelt.“ Es sei auch davon auszugehen, dass Russland derartiges in der Zukunft wiederholen werde. (ses/dpa)

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