So teuer wie ein Kleinwagen

Ukraine entwickelt Düsenjet-Drohne: Science-Fiction-Modell wird für Putin zum Problem

  • Patrick Mayer
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Bilder einer neuen ukrainischen Drohne machen bei X die Runde. Sie dürfte Wladimir Putins russische Armee vor ebenso neue Herausforderungen stellen.

Kiew - Es sind dramatische Zahlen: Die Verluste der russischen Armee im Ukraine-Krieg bleiben auch im Hochsommer 2024 verheerend, während an vielen Orten in Europa die Urlaubssaison läuft.

Drohnen-Angriffe im Ukraine-Krieg: Kiew lässt Düsenjet-Modell testen

Doch Moskau-Machthaber Wladimir Putin hat noch immer nicht genug und lässt die Soldaten aus Russland weiter in den gefürchteten „Fleischwolf“-Taktiken anrennen. Heißt: Truppenteile werden über offenes Gelände in Richtung ukrainische Positionen geschickt und stehen dabei unter ständigem Gegenfeuer.

Einsatz gegen Russlands Drohnen: die neue Düsenjet-Drohne der Ukraine.

Währenddessen greift die Ukraine den russischen Nachschub hinter der Grenze wirkungsvoll mit Kamikaze-Drohnen an – vor allem Öl- und Benzin-Raffinerien. Bei X kursiert jetzt das Video einer neuartigen Drohne. Diese ist offenbar nicht nur rasant und auf Langstrecken ausgelegt. Es handelt sich auch erstmals um ein Modell im Ukraine-Krieg, das mit Düsenantrieb angetrieben wird.

Gegen Wladimir Putins Drohnen: Ukraine entwickelt wohl Düsenjet-Drohne

Unter anderem der oft zitierte ukrainische Militär-Blogger Igor Sushko teilte das Video über seinen X-Account. Sushko (mehr als 323.000 Follower) schrieb zu dem Posting: „Testflug einer neuen strahlgetriebenen Bullet-Drohne, die zum Abfangen russischer Drohnen bestimmt ist. Eine Batterie mit 5 Drohnen kostet nur 141.380 US-Dollar. 28.276 US-Dollar pro Drohne.“

Eine solche Drohne, die auf den Aufnahmen aussieht wie ein Science-Fiction-Modell im Tarnkappen-Stil, kostet also so viel wie ein hochwertiger Kleinwagen. Wie das beschriebene Abfangen russischer Drohnen funktionieren soll, geht aus dem Posting indes nicht hervor. Möglich ist, dass in die abgebildete Drohne Störsender, sogenannte Jammer, installiert sind, die im Ukraine-Krieg immer öfter gesichtet werden. Normalerweise werden diese händisch von Soldaten am Boden bedient und sehen aus wie breite Gewehre aus Science-Fiction-Filmen (siehe Tweet unten).

Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Die Bundeswehr nutzt den Kampfpanzer Leopard in verschiedenen Varianten seit 1979. Bewaffnet mit einer 120-Millimeter-Kanone lassen sich in den jüngeren Modellen von vier Soldaten an Bord Ziele in einer Entfernung bis zu 5000 Metern bekämpfen. Die Ukraine erhält Panzer des Typs Leopard 2 A6. Das 62,5 Tonnen-Gefährt war bei seiner Einführung im Jahr 2001 als verbesserte Variante des A5 etwa mit neuer Hauptwaffe versehen worden. Das Modell A6M verfügt zudem über einen erhöhten Minenschutz.
Der US-Kampfpanzer M1 Abrams gleicht dem Leopard 2 in weiten Teilen. Den M1 Abrams gibt es seit 1980 in mittlerweile drei Hauptvarianten. Seit dem Modell M1A1 ist eine 120-Millimeter-Kanone an Bord. Die vier Insassen werden von einer Stahl-Panzerung vor Angriffen geschützt. Mit 1500 PS kommt der je nach Modell bis zu 74 Tonnen schwere Abrams auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 68 Kilometern pro Stunde. Anders als der Leopard 2 wird der M1 Abrams über eine Gasturbine mit Kerosin angetrieben.
Die Hauptwaffe der US-amerikanischen Bradley-Schützenpanzer besteht aus einer 25-Millimeter-Maschinenkanone M242 Bushmaster, die zwischen 100 und 200 Schuss pro Minute verschießen kann. Zudem sind die gepanzerten Kettenfahrzeuge, die nach General Omar N. Bardley benannt sind, mit Maschinengewehren des Typs M240 sowie panzerbrechende Raketen ausgestattet. Die Besatzung umfasst bis zu zehn Soldaten: Fahrer, Kommandant, Richtschütze sowie bis zu sieben Soldaten als Infanterietrupp. Der Panzer wurde dafür konzipiert, im Verbund mit Panzerartillerie und Kampfhelikoptern zu operieren.
Beim AMX-10 RC aus Frankreich handelt es sich um einen amphibischen Spähpanzer. Der Panzer wird aufgrund seiner schwereren Panzerung und Bewaffnung hauptsächlich bei der Aufklärung eingesetzt. Ausgestattet ist er mit einer 105-Millimeter-Kanone, wodurch er auch als Panzerjäger verwendet werden kann. Die Besatzung besteht aus mindestens vier Soldaten. Bei einer Gefechtsmasse von 14,2 Tonnen ist der Panzer mit 85 km/h extrem mobil.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Abwehr von Drohnen: Ukraine und Russland setzen auf Störsignal-Jammer

Vereinfacht: In der Theorie sollen Jammer erreichen, dass ferngesteuerte Drohnen durch die Übernahme der Kontrolle von Video- und Navigationssignalen abgewehrt werden. Von russischen Überwachungskameras machen jedoch etliche Videos in den Sozialen Medien die Runde, die veranschaulichen, dass das nicht immer funktioniert. Ob es nun um Drohnen-Angriffe auf Raffinerien oder auf Warenhäuser geht.

Sicherheitsmitarbeiter halten die Jammer, die auf Knopfdruck eingeschaltet werden, in diesen Beispielen vergeblich in Richtung der Drohnen, die Sekunden später dennoch in ihren Zielen einschlagen. Andere Jammer stören das GPS-Signal einer Drohne, indem sie elektromagnetische Wellen einer bestimmten Frequenz aussenden, sodass die gegnerischen Drohnen nicht wie beabsichtigt starten oder landen können.

Verluste für Moskau-Autokrat Putin: Ukrainer greifen Russland mit Drohnen an

Die Ukrainer versuchen dagegen nicht nur, ihre eigene kritische, zivile sowie militärische Infrastruktur gegen russische Drohnen-Angriffe zu schützen. Sie greifen seit Monaten verstärkt auch die russische Rüstungsindustrie und die Nachschub-Logistik für Putins Invasionsarmee mit Kamikaze-Drohnen an, die teils über 1000 Kilometer hinweg bis tief ins Landesinnere fliegen können.

So wurden zwischen dem 14. Juli und dem 16. Juli etwa Drohnen-Attacken aus den russischen Regionen Kursk, Woronesch und Rostow gemeldet Ob die neue ukrainische Abfang-Drohne schon über den Schlachtfeldern im Einsatz ist, ist indes nicht bekannt. (pm)

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