Kamikaze-Drohnen im Ukraine-Krieg

Drohnen-Schläge könnten sich verdoppeln: Putin will Ukraine noch stärker bombardieren

  • VonFarhad Salmanian
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Russland plant den verstärkten Einsatz von Kamikaze-Drohnen. Die Ukraine warnt vor einer Eskalation und spricht von „Luftterror“.

Kiew - Der Vizechef des ukrainischen Militärgeheimdienstes (HUR), Generalmajor Wadym Skibizkyj, warnt vor einer drastischen Eskalation der russischen Drohnenangriffe. „Wenn ihre Pläne für die erste Jahreshälfte erfüllt werden, werden sie in der Lage sein, etwa 500 Drohnen gleichzeitig zu starten“, sagte Skibizkyj in einem am Montag veröffentlichten Interview mit dem Nachrichtenportal RBC-Ukraine

Russische Raketen- und Drohnenangriffe haben viele ukrainische Städte getroffen (Archivbild).

Um diese Kapazität zu erreichen, habe Russland seine Drohnenproduktion deutlich hochgefahren – in Fabriken etwa in den Städten Ischewsk und Jelabuga sowie beim russischen Rüstungskonzern Kalaschnikow. Außerdem sollen mehr Startorte eingerichtet werden, um Drohnen aus verschiedenen Richtungen auf ukrainische Ziele abzuschießen. 

Die strategischen Kriegsziele Russlands bleiben laut Skibitskyj unverändert. „Das Ziel ist die vollständige Besetzung oder Kontrolle der Ukraine“, sagte Skibitskyj. Gleichzeitig strebe der Kreml an, dass die Ukraine und ihre Führung entweder pro-russisch oder zumindest neutral seien.

„Russlands Luftterror“ im Krieg gegen die Ukraine

Russland setzt nach ukrainischen Angaben pro Angriffswelle derzeit etwa 150 bis 200 unbemannte Kamikaze-Drohnen ein. Die Angriffe richten sich laut dem Militärgeheimdienst HUR vor allem gegen kritische Infrastruktur wie Energie- und Gasanlagen, militärische Führungsstellen, Flugplätze sowie Rüstungsbetriebe. Moskau fliegt bereits seit Monaten nahezu jede Nacht Schwarmangriffe mit Drohnen – offenbar mit dem Ziel, die ukrainische Luftabwehr auszuschöpfen.

Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Die Bundeswehr nutzt den Kampfpanzer Leopard in verschiedenen Varianten seit 1979. Bewaffnet mit einer 120-Millimeter-Kanone lassen sich in den jüngeren Modellen von vier Soldaten an Bord Ziele in einer Entfernung bis zu 5000 Metern bekämpfen. Die Ukraine erhält Panzer des Typs Leopard 2 A6. Das 62,5 Tonnen-Gefährt war bei seiner Einführung im Jahr 2001 als verbesserte Variante des A5 etwa mit neuer Hauptwaffe versehen worden. Das Modell A6M verfügt zudem über einen erhöhten Minenschutz.
Der US-Kampfpanzer M1 Abrams gleicht dem Leopard 2 in weiten Teilen. Den M1 Abrams gibt es seit 1980 in mittlerweile drei Hauptvarianten. Seit dem Modell M1A1 ist eine 120-Millimeter-Kanone an Bord. Die vier Insassen werden von einer Stahl-Panzerung vor Angriffen geschützt. Mit 1500 PS kommt der je nach Modell bis zu 74 Tonnen schwere Abrams auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 68 Kilometern pro Stunde. Anders als der Leopard 2 wird der M1 Abrams über eine Gasturbine mit Kerosin angetrieben.
Die Hauptwaffe der US-amerikanischen Bradley-Schützenpanzer besteht aus einer 25-Millimeter-Maschinenkanone M242 Bushmaster, die zwischen 100 und 200 Schuss pro Minute verschießen kann. Zudem sind die gepanzerten Kettenfahrzeuge, die nach General Omar N. Bardley benannt sind, mit Maschinengewehren des Typs M240 sowie panzerbrechende Raketen ausgestattet. Die Besatzung umfasst bis zu zehn Soldaten: Fahrer, Kommandant, Richtschütze sowie bis zu sieben Soldaten als Infanterietrupp. Der Panzer wurde dafür konzipiert, im Verbund mit Panzerartillerie und Kampfhelikoptern zu operieren.
Beim AMX-10 RC aus Frankreich handelt es sich um einen amphibischen Spähpanzer. Der Panzer wird aufgrund seiner schwereren Panzerung und Bewaffnung hauptsächlich bei der Aufklärung eingesetzt. Ausgestattet ist er mit einer 105-Millimeter-Kanone, wodurch er auch als Panzerjäger verwendet werden kann. Die Besatzung besteht aus mindestens vier Soldaten. Bei einer Gefechtsmasse von 14,2 Tonnen ist der Panzer mit 85 km/h extrem mobil.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Die russischen Drohnenangriffe auf die Ukraine haben nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj einen neuen Höchststand erreicht. „Jeden Tag trotzt unser Volk dem Luftterror“, schrieb Selenskyj auf der Plattform X(ehemals Twitter). „Am Vorabend des dritten Jahrestags des Krieges hat Russland 267 Angriffsdrohnen gegen die Ukraine gestartet – der größte Drohnenangriff seit Beginn des Einsatzes iranischer Drohnen“, erklärte er weiter. Der schwerste Angriff ereignete sich demnach am 23. Februar. Nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe wurden seit dem 24. Februar 2022 insgesamt 26.525 Luftziele zerstört – darunter 14.286 Shahed-Angriffsdrohnen und rund 6.900 Aufklärungsdrohnen.

Irans Shahed-Drohnen im Ukraine-Krieg

Derzeit spitzt sich die militärische Lage der Ukraine weiter zu: Die USA setzt ihre Militärhilfe aus, während sich die russischen Angriffe unvermindert fortsetzen. Neben militärischen Zielen und Infrastruktur geraten auch Zivilisten zunehmend durch Drohneneinsätze in Gefahr. Bei einem russischen Drohnenangriff in der Region Butscha in der Oblast Kiew kamen in der vergangenen Woche die prominente ukrainische Journalistin Tetiana Kulyk und ihr Ehemann ums Leben. Kulyk leitete die Multimedia-Redaktion der staatlichen Nachrichtenagentur Ukrinform und war Mitglied des Nationalen Journalistenverbands der Ukraine.

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Laut HUR hat Russland nicht nur die Zahl der eingesetzten Drohnen erhöht, sondern auch deren Typenvielfalt ausgeweitet. Während Anfang 2023 vor allem iranische Shahed-Drohnen zum Einsatz kamen, umfasst das russische Arsenal mittlerweile nach ukrainischen Angaben auch die in Russland produzierten Modelle Geran-1 und Geran-2 sowie Typen wie Harpia, Gerbera und Parodija. Eine Schlüsselrolle bei der Produktion der Shahed-Drohnen spielen die iranischen Revolutionsgarden (IRGC).

Wegen der Lieferung dieser Kamikaze-Drohnen an Russland haben die EU und USA mehrfach Sanktionen gegen staatliche Stellen im Iran verhängt. Teheran weist in diesem Zusammenhang die Vorwürfe des Westens zurück. Die Sanktionen betreffen Personen, Unternehmen und Airlines, die an den Waffenlieferungen beteiligt gewesen sein sollen. Sie umfassen Einreiseverbote und das Einfrieren von Vermögenswerten. (fsa)

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