Kolumne von Meteorologe Dominik Jung

Eisige Temperaturen bringen Wetter-Schock – diese Regionen sind besonders betroffen

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Ein Kälte-Ei sorgt hierzulande für einen Temperatursturz. Besonders Ostdeutschland muss sich warm anziehen. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.

München – Laut dem Wetterdienst wetter.net erwartet uns in den kommenden Tagen ein spürbarer Temperatursturz, ausgelöst durch ein sogenanntes Kälte-Ei. Dabei handelt es sich um ein Höhentief, das aktuell aus Nordosteuropa in Richtung Polen zieht und dabei das Wetter hierzulande beeinflusst. In großen Höhen werden dabei Temperaturen von unter minus 30 Grad gemessen – ein klares Zeichen dafür, dass deutlich kühlere Luftmassen im Anflug sind.

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Polarlichter, auch als Aurora Borealis (Nordlicht) oder Aurora Australis (Südlicht) im Bundesstaat New York.
Görlitz - Polarlichter über Sachsen zu sehen am 11.10.2024 in Görlitz
Ein Tornado über dem Gardasee.
Kim Vanaken (L) und Schwester Angela Coble (M) vor ihrem zerstörten Haus durch El Reno, Oklahoma, USA, 01 June 2013.
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Was bedeutet das konkret für Deutschland? Während es am Mittwoch (14. Mai) noch angenehm mild war, stehen uns ab Donnerstag und Freitag spürbar kühlere Tage bevor. Besonders nachts wird es dann wieder richtig frisch. In vielen Regionen droht Bodenfrost, stellenweise kann es sogar bis an die 0-Grad-Marke gehen.

Kälte-Ei rollt an: Darum ändert sich das Wetter in Deutschland jetzt wieder

Ein Kälte-Ei, auch als Höhentief bekannt, ist ein abgeschlossener Bereich kalter Luft in der oberen Atmosphäre. Diese kalten Luftmassen können sich wie ein Ei vom übrigen Wettergeschehen abkapseln und über Tage hinweg langsam weiterziehen. Im Gegensatz zu typischen Wetterfronten, die sich rasch bewegen, bleibt ein Kälte-Ei oft hartnäckig über einer Region hängen.

Die Folge: In der Höhe kühlt es stark ab, was auch Einfluss auf das Wetter am Boden hat. Es kann zu plötzlichen Temperaturstürzen, bodennahem Frost und sogar zu kurzen Schauern oder Gewittern kommen, wenn feuchte Luft aufsteigt und in der Höhe kondensiert. Auch wenn das Kälte-Ei über Polen liegt, reicht sein Einfluss weit nach Westen – und trifft damit Deutschland.

In rund 5,5 km Höhe kullert das Kälte-Eis nach Polen und streift auch den Osten Deutschlands.

Wetter trifft Osten besonders hart – Frostgefahr zum Wochenende

Die kältesten Nächte erwarten uns laut den Modellen zum Wochenende hin, besonders im Osten Deutschlands. In Bundesländern wie Bayern, Sachsen, Brandenburg, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern sinken die Temperaturen nachts stellenweise nahe an den Gefrierpunkt. In Bodennähe kann es vielerorts bereits leichten Frost geben, was vor allem für die Landwirtschaft ein Risiko darstellt. Empfindliche Pflanzen sollten wieder geschützt oder ins Warme geholt werden.

Für Frühaufsteher heißt es: Jacke raus und Scheiben kratzen nicht vergessen. Tagsüber bleibt es meist trocken, aber mit deutlich gedämpften Höchstwerten um die zehn bis 14 Grad. Der Frühling macht damit kurzzeitig Pause. Wie lange das Kälte-Ei das Wetter beeinflusst, hängt von seiner Zuggeschwindigkeit ab. Doch eines ist sicher: Der nächste Wärmeschub lässt erstmal auf sich warten.

Rubriklistenbild: © METEORED/www.daswetter.com

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