Täter/Opfer Umkehr-Vorwurf
Eklat um Israel-Äußerung: Siko-Chef springt Guterres bei – Ex-Minister kritisiert dagegen Baerbock
VonKathrin Reikowskischließen
Bei einer Sitzung des Weltsicherheitsrats kommt es zum Eklat zwischen Israel und dem UN-Generalsekretär. Nun äußert sich Siko-Chef Heusgen.
Tel Aviv/ Mainz – Augenscheinlich feine Nuancen wiegen schwer in der Diplomatie rund um den aktuellen Krieg in Israel. UN-Generalsekretär António Guterres hat mit israelkritischen Äußerungen eine Kontroverse ausgelöst: Guterres verurteilte am Dienstag den Hamas-Terroranschlag am 7. Oktober zwar, sagte aber, dieser habe „nicht im luftleeren Raum“ stattgefunden. In dem Zusammenhang sprach Guterres von der israelischen Besatzung palästinensischer Gebiete.
Israels Außenminister Cohen griff am Dienstag Guterres verbal an. Nun bekommt Guterres Unterstützung vom Chef der Münchner Sicherheitskonferenz, Christoph Heusgen.
„Guterres ist ein sehr besonnener Mann“ – Siko-Chef Heusgen unterstützt UN-Generalsekretär
„Guterres ist ein sehr besonnener Mann“, sagte Heusgen am Dienstagabend im ZDF. „Wenn er auf die (…) 56 Jahre Besatzung der Palästinenser-Gebiete hinweist, dann ist (das) genau das, was in geltendem Völkerrecht in Uno-Resolutionen genauso drinsteht. Die letzte Resolution sagt, dass die Besatzung eine flagrante Verletzung des Völkerrechts ist.“
Heusgen forderte eine Rückkehr zu einer Zweistaatenlösung. Dabei soll ein unabhängiger Staat Palästina neben Israel entstehen. Die Hamas spricht Israel allerdings das Existenzrecht ab. Heusgen bezeichnete die Massaker der Hamas mit mindestens 1.400 Toten in dem Zusammenhang als „Hamas-Aktion“.
Vor dem Gaza-Krieg: Die Geschichte des Israel-Palästina-Konflikts in Bildern




Ex-Entwicklungsminister kritisiert Annalena Baerbock (Grüne) für fehlende Reaktion
Ganz anders sieht das der frühere Entwicklungsminister Dirk Niebel: Er kritisierte die Aussagen von Guterres in der Augsburger Allgemeinen scharf. „António Guterres versteckt nicht mal mehr, dass er zu einer Marionette degradiert wurde“, sagte Niebel.
Zugleich warf er Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) vor, nicht angemessen auf Guterres‚ Äußerungen reagiert zu haben. „Annalena Baerbock hätte seinen steilen Thesen zur Täter-Opfer-Umkehr in UN-Sicherheitsrat massiv entgegentreten müssen“, sagte Niebel. Annalena Baerbock hatte am Dienstag als Gastsprecherin vor dem UN-Sicherheitsrat das Recht Israels aus Selbstverteidigung betont, dabei aber auch besonders auf die Sicherheit von Palästinenserin verwiesen. Terroristen hatten am 7. Oktober im Auftrag der im Gazastreifen herrschenden Hamas in Israel Massaker an Zivilisten angerichtet – alle Entwicklungen zum Israel-Palästina-Krieg lesen Sie in unserem Ticker. (dpa/kat)
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