Schneise der Verwüstung

Mehr als 40 Tornados in den USA: Extremwetter sorgt für viele Opfer – Experte ordnet Lage für Europa ein

  • VonDominik Jung
    schließen

Tote, Brände, eine Schneise der Verwüstung: in den USA wüten gerade mehr als 40 Tornados. Auch in Europa könnten Unwetter immer heftiger werden. Ein Wetter-Experte ordnet ein.

München - Mehr als 40 Tornados haben Teile der USA verwüstet und das Leben vieler Menschen binnen Sekunden ausgelöscht. Mindestens 34 Tote wurden bereits gemeldet, allein Missouri verzeichnete zwölf Opfer. Häuser wurden in Stücke gerissen, Autos wie Spielzeuge durch die Luft geschleudert. Besonders schlimm traf es Oklahoma, wo die orkanartigen Winde Hunderte Brände entfachten – eine Fläche doppelt so groß wie Hamburg stand dort in Flammen. Millionen Menschen stehen vor den Trümmern ihrer Existenz.

Tornados, Wüstenstürme, Zyklone: Wetterphänomene, die Sie kennen sollten

Polarlichter, auch als Aurora Borealis (Nordlicht) oder Aurora Australis (Südlicht) im Bundesstaat New York.
Görlitz - Polarlichter über Sachsen zu sehen am 11.10.2024 in Görlitz
Ein Tornado über dem Gardasee.
Kim Vanaken (L) und Schwester Angela Coble (M) vor ihrem zerstörten Haus durch El Reno, Oklahoma, USA, 01 June 2013.
Tornados, Wüstenstürme, Zyklone: Wetterphänomene, die Sie kennen sollten

Warum entstehen so viele Tornados – und ist Europa bald auch betroffen?

Die Ursache für die zerstörerischen Stürme liegt in den extremen Luftmassenunterschieden. Kalte Polarluft trifft auf feuchte, heiße Luft aus dem Golf von Mexiko – eine perfekte Mischung für gefährliche Superzellen-Gewitter, aus denen sich Tornados bilden. Doch solche Bedingungen gibt es nicht nur in den USA. „Auch in Europa nehmen die Unwetter zu. Ein warmer, feuchter Sommer 2025 könnte bei bestimmten Großwetterlagen auch bei uns heftige Stürme auslösen“, warnt Diplom-Meteorologe Dominik Jung von wetter.net.

Tornados verwüsten derzeit Teile der USA - droht Europa bald ein ähnliches Szenario?

Klimawandel verstärkt Extremwetter – Auch in Europa könnten sich ähnliche Wetterlagen bilden

Laut Klimaforschern werden nicht nur Stürme, sondern auch Hitzewellen und Starkregen intensiver. „Wir erleben eine neue Dimension von Wetterextremen“, betont Dominik Jung. Schon in den letzten Jahren gab es in Deutschland vermehrt kleinere Tornados, doch was, wenn sich diese Häufung verstärkt? Experten sehen eine bedrohliche Entwicklung: Während in den USA Tornados Häuser vernichten, könnten sich in Europa ähnliche Wetterlagen bilden – mit verheerenden Folgen.

Tornados immer häufiger auch hierzulande? Wetter-Experte ordnet Lage ein

Das Wetter in Europa verändert sich rapide. Der vergangene Sommer brachte bereits Rekordhitze und sintflutartige Regenfälle. „Wenn sich die Muster aus den USA auf Europa übertragen, könnten wir auch hier häufiger mit Tornados rechnen“, warnt Jung. Besonders gefährdet seien Flachland-Regionen in Norddeutschland, aber auch Bayern und Baden-Württemberg könnten betroffen sein.

Während in Deutschland und Mitteleuropa ein stabiles Hoch für Traumwetter sorgt, versinkt Südeuropa und besonders Italien im Unwetter-Chaos. In nur sechs Stunden fiel dort so viel Regen wie sonst in einem ganzen Monat. Doch auch die Alpen stecken in der Wetterkrise. Anhaltende Trockenheit hat jetzt Auswirkungen auf den Tourismus in Österreich. Eine Hütte muss den Betrieb abbrechen.

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa/FR111446 AP | Butch Dill

Mehr zum Thema