Schlechtes Abschneiden der SPD
„Ampel abgewählt“: CDU fordert nach Europawahl Vertrauensfrage
VonFranziska Schwarzschließen
Die Union ist wohl stärkste Kraft bei der Europawahl geworden. CDU-Politiker wie Jens Spahn richten jetzt harte Worte an Kanzler Olaf Scholz.
Update vom 9. Juni, 20.02 Uhr: Die AfD sieht nach ihren Zugewinnen bei der Europawahl Rückenwind für die anstehenden Landtagswahlen im Osten. „Wenn man bei einer Europawahl als AfD auf Platz zwei kommt, dann ist das für uns sensationell“, sagte AfD-Co-Chef Tino Chrupalla heute der Nachrichtenagentur dpa. Die Aussage von CDU-Chef Friedrich Merz, der am Wahlabend davon ausging, dass der Höhepunkt für die AfD überschritten ist, wies Chrupalla zurück. Merz habe schon einmal die AfD halbieren wollen und solle die Landtagswahlen abwarten, meinte er.
„Ampel abgewählt“: CDU fordert nach Europawahl Vertrauensfrage
Erstmeldung: Berlin – „Das ist nicht der Anspruch, mit dem wir in diese Wahl gegangen sind“: Mit diesen Worten hat sich die Grünen-Spitze enttäuscht über das Abschneiden der Partei bei der Europawahl geäußert. „Wenn man auf unser Ergebnis schaut, dann muss man ganz klar sagen, damit kann man nicht zufrieden sein“, sagte Grünen-Chefin Ricarda Lang an diesem Sonntag (9. Juni) in der ARD.
Auch der Co-Chef der Grünen, Omid Nouripour sagte im ZDF: „Das ist kein Ergebnis, mit dem wir zufrieden sind.“ Laut Hochrechnungen von ARD und ZDF kam die Union bei der Europawahl in Deutschland mit 29,6 bis 30,0 Prozent auf Platz eins. Unionsfraktionsvize Jens Spahn (CDU) hat Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) jetzt nahegelegt, nach dem schlechten Abschneiden der SPD und der anderen Ampel-Parteien bei der Europawahl die Vertrauensfrage zu stellen.
Es sei die Frage, ob er diese stellen sollte, sagte in der ARD. „Die Ampel ist einmal mehr abgewählt worden.“ Scholz habe in der Bevölkerung keine Mehrheit mehr für seine Politik.
Was ist die Vertrauensfrage?
Mit der Vertrauensfrage kann sich der Bundeskanzler vergewissern, ob er noch die Zustimmung der Mehrheit der Abgeordneten im Bundestag hat. Findet der Antrag keine Zustimmung der Mehrheit, kann der Bundespräsident auf Vorschlag des Bundeskanzlers den Bundestag auflösen, und es gibt Neuwahlen.
Wagenknecht nach Europawahl 2024: „Freue mich riesig“
Die BSW-Vorsitzende Sahra Wagenknecht wiederum hat das Abschneiden der nach ihr benannten Partei bei der Europawahl als „grandios“ bezeichnet. „Ich bin so erleichtert und freue mich riesig“, sagte sie in der ARD mit Blick auf die ersten Europawahl-Prognosen, wonach ihre erst vor etwa einem halben Jahr gegründete Partei aus dem Stand auf 5,5 Prozent kam.
Das „Bündnis Sahra Wagenknecht“ will die deutsche Politik prägen




„Ich glaube, das gab es überhaupt noch nie in der bundesdeutschen Geschichte gegeben“, fügte Wagenknecht an. Unter andere habe das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) bisher noch so gut wie keine hauptamtlichen Mitarbeiter. (AFP/dpa/frs)
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