Europawahl 2024
Union will mit Fokus aufs Militär punkten – steht Streit um das Verbrenner-Aus an?
VonFranziska Schwarzschließen
Ein gemeinsames Papier von CDU und CSU für die Europawahl ist da. Der Entwurf betont die europäische Verteidigungsfähigkeit.
Berlin/München – Im Wahlkampf vor der Europawahl setzen CDU und CSU auf Sicherheitspolitik. Die beiden Unionsparteien fordern eine massive Aufrüstung der EU, inklusive Flugzeugträger und eigenem Raketenschirm. „Wir brauchen eine umfassende Sicherheitsagenda für die EU“, zitierte die Nachrichtenagentur dpa aus dem Wahlprogrammentwurf.
Ziel seien europäische Streitkräfte im Sinne einer „gestärkten europäischen Verteidigungsunion“, eingebettet in die Strukturen der Nato, „um gemeinsam verteidigungsfähig zu sein“, heißt es in dem Papier weiter. „Dabei soll auch das Vereinigte Königreich als eine führende europäische Militärmacht bestmöglich eingebunden werden.“
Europawahl: Union fordert EU-Kommissar für Verteidigung
Antieuropäischen Tendenzen erteilt die Union eine Absage, es brauche einen europäischen Binnenmarkt und kein nationales Klein-Klein. Das gelte für Rüstungsgüter wie für Rüstungsexporte. Die Verteidigungsindustrie in Europa müsse wachsen. Zudem müsse der nächste langfristige Haushalt der EU deutlich mehr Mittel für militärische Bedürfnisse bereitstellt und so die Anstrengungen der Mitgliedstaaten ergänzen. Außerdem forderte die Union einen eigenen EU-Verteidigungskommissar.
Europawahl: Wollen EU-Konservative das Verbrenner-Aus doch nicht kippen?
Das eigentlich bereits beschlossene Verbot für Fahrzeuge mit Verbrennermotoren soll laut dem Papier abgeschafft werden. 2022 hatte sich die EU darauf geeinigt, dass ab 2035 keine Neuwagen mehr zugelassen werden sollen, die Benzin oder Diesel tanken. Bereits bei der Einigung wurde festgehalten, dass 2026 eine Überprüfung erfolgt.
Manfred Weber, Vorsitzender der christdemokratischen EVP-Fraktion im Europaparlament, hatte im Dezember angekündigt, das Verbrenner-Aus 2035 kippen zu wollen. Nun berichtete das Nachrichtenportal Euractiv über eine mögliche Kehrtwende. In einem neuen EVP-Wahlprogrammentwurf heißt es laut Euractiv mit Blick auf das Verbrenner-Verbot jetzt: „Wir werden die beste Lösung nur dann erreichen, wenn wir alle technologischen Möglichkeiten vorurteilsfrei und ideologiefrei nutzen.“ CDU und CSU gehören der EVP-Fraktion an.
Das „Bündnis Sahra Wagenknecht“ will die deutsche Politik prägen




Union vor der Europawahl: Asyl, Atomenergie, Leitkultur
Darüber hinaus fasst der Entwurf viele bekannte Forderungen der Union zusammen:
- besserer Grenzschutz gegen irreguläre Migration
- Asylverfahren in sichere Drittstaaten auslagern
- Bürokratieabbau
- ein EU-Freihandelsabkommen mit den USA, Südamerika und dem asiatisch pazifischen Raum
- Kernenergie weiter nutzen
- Bargeld erhalten
- keine Schuldenübernahme von EU-Mitgliedsstaaten
- Betonung einer europäischen Leitkultur
- „umfassende Unterstützung“ für Kiew im Ukraine-Krieg
- mehr Geld in Forschung und Entwicklung investieren (Ziel: drei Prozent des BIP)
Das 25-seitige Papier hat den Titel „Mit Sicherheit Europa – Für ein Europa, das schützt und nützt“ und wurde am Sonntag (3. März) an die Mitglieder beider Parteipräsidien verschickt. (frs mit dpa)
Rubriklistenbild: © Frank Hoermann/Sven Simon/Imago

