Wo stehen die Parteien?

Europawahl-Umfrage sieht Union weiter vorne – Sinkflug der AfD hält an

  • Rebecca Fulle
    VonRebecca Fulle
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Neuesten Europawahl-Umfragen zufolge steht die Union weiterhin an der Spitze, während die AfD schwächelt. Es sind nur noch wenige Tage bis zur Wahl.

Berlin – Am 9. Juni ist in Deutschland Europawahl. Rund 350 Millionen wahlberechtigte EU-Bürgerinnen und -Bürger können mitbestimmen, wie die insgesamt 720 Sitze im Parlament besetzt werden. Von den 96 Sitzen, die Deutschland bekommt, könnten aktuellen Umfragen zufolge die meisten an die Union gehen. Die Chancen, erneut stärkste Kraft zu werden, stehen gut für die Christdemokraten. Die AfD hingegen lässt weiter Federn.

Europawahl 2024: Union laut Umfragen als stärkste Kraft, gefolgt von den Grünen

Wenn diesen Sonntag Wahl wäre, kämen CDU und CSU auf 30 Prozent. Das hat eine repräsentative Umfrage des Politbarometers – zusammen mit der Forschungsgruppe Wahlen – ergeben. Die Grünen schaffen es auf 15 Prozent, SPD und AfD auf 14 Prozent. Das neu gegründete Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) käme der Umfrage zufolge auf 6, die FDP und die Linke auf 4 Prozent. Im Vergleich zu einer Umfrage zwei Wochen zuvor sind die Veränderungen gering.

Wenn am nächsten Sonntag wirklich Europawahl wäre, würde so das Ergebnis laut ZDF-Politbarometer ausfallen.

Nichtsdestotrotz sind es feine Nuancen, die erkennbar sind. So büßen CDU/CSU und AfD im Vergleich zur vorherigen Umfrage einen Prozentpunkt ein. Die Linke und das BSW legen hingegen mit einem Prozentpunkt zu. Die Werte der restlichen Parteien bleiben unverändert.

Für die AfD lief es in den vergangenen Wochen vor der Europawahl nicht sonderlich gut. Die Talfahrt dauert schon länger an. Die Partei hatte zuletzt mit Skandalen wie der Bestechungsaffäre des Bundestagsabgeordneten Petr Bystron oder der Festnahme eines Mitarbeiters des AfD-Europaabgeordneten Maximilian Krah für Schlagzeilen gesorgt.

Die Flaggen der europäischen Mitgliedsstaaten vor dem Europaparlamentsgebäude, ergänzt durch die Flagge der Europäischen Union. Die Zusammensetzung des Parlaments wird bei der Europawahl neu gewählt.

Das Interesse an der Europawahl ist einer Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen in den vergangenen zehn Jahren in Deutschland erheblich gestiegen. Vor der Europawahl 2014 hatten nur 38 Prozent ein sehr starkes oder starkes Interesse an der Wahl bekundet. 2019 waren es schon 56 Prozent – nun sind es 61 Prozent, wie aus dem am Donnerstagabend (30. Mai) veröffentlichten ZDF-Politbarometer Extra hervorgeht. 

Wandel in Europa: Die Geschichte der EU in Bildern

Karte der Europäische Union
Römischen Verträge EU
Margaret Thatcher und François Mitterrand
Militärjunta in Griechenland
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59 Prozent aller Befragten meinen, dass die EU-Mitgliedschaft der Bevölkerung in Deutschland überwiegend Vorteile bringt. Nur zehn Prozent finden, dass damit vor allem Nachteile verbunden sind. Für 29 Prozent halten sich Vor- und Nachteile die Waage. 

Wichtigstes Problem in Europa laut Umfrage Asyl, Flucht und Migration

Die wichtigsten Probleme in Europa seien laut dem ZDF-Politbarometer Asyl/Flucht/Migration (24 Prozent), gefolgt vom Krieg in der Ukraine (21 Prozent). Es folgt der Streit in der EU (20 Prozent), Energie/Klima (17 Prozent), Rechte/Populisten (13 Prozent) und Bundeswehr/Verteidigung (11 Prozent).

In insgesamt 27 EU-Staaten wird bei den diesjährigen Europawahlen ein neues Europaparlament gewählt. Den Auftakt machen am Donnerstag, 6. Juni, die Niederlanden. In den meisten Ländern wird wie in Deutschland am Sonntag (9. Juni) gewählt.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Ardan Fuessmann