Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung
Extrem-Hitze in Sicht: Vergleich mit 1881 – Wetter bis 38 Grad droht
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Nach einem kühlen Start hat der Juni richtig Fahrt aufgenommen – und steuert womöglich auf eine historische Hitzewelle zum Monatswechsel zu. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.
Hamm – Was für eine Wendung: Noch bis kurz zur Monatsmitte zeigte sich der Juni in weiten Teilen Deutschlands kühl, nass und eher unauffällig. Doch die neuesten Modellprognosen lassen aufhorchen – der Monat hat sich regelrecht in die Geschichtsbücher katapultiert. Nach aktuellen Berechnungen zählt er inzwischen zu den zehn wärmsten Junimonaten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881. Eine Entwicklung, die beispielhaft zeigt, wie schnell sich Wetterlagen heutzutage ändern können: von unterkühltem Frühling zu hochsommerlicher Gluthitze binnen weniger Tage.
Diese abrupte Dynamik ist längst kein Einzelfall mehr. Weltweit häufen sich extreme Wetterereignisse, und auch Deutschland bleibt nicht verschont. Meteorologinnen und Meteorologen beobachten eine zunehmende Häufung und Intensivierung von Hitzewellen – mit potenziell gravierenden Folgen für Mensch, Natur und Infrastruktur. Der Juni 2025 ist ein weiteres Beispiel dafür, wie sehr sich die Lage zuspitzt.
Wetter mit Hitzespitzen bis 38 Grad – und kein Ende in Sicht
Die Wettermodelle sind sich weitgehend einig: In der neuen Woche steht uns erneut ein markanter Hitzehöhepunkt bevor. Bereits am Mittwoch (25. Juni) werden im Südwesten bis zu 36 Grad erwartet – nach nur ein bis zwei moderat kühleren Tagen. Am kommenden Wochenende (28. und 29. Juni) könnten die Temperaturen dann erneut auf 35 bis 36 Grad steigen. Besonders brisant: Zum Monatswechsel deuten mehrere Wettermodelle auf eine mehrtägige, teils extreme Hitzewelle hin. Spitzenwerte zwischen 33 und 38 Grad sind realistisch, lokal sind sogar noch höhere Temperaturen im Westen und Südwesten Deutschlands nicht ausgeschlossen. Besonders kritisch: Nächte mit kaum unter 20 Grad werden zunehmen, was die Belastung für Mensch und Natur verschärft. Eine dauerhafte Entlastung durch kühlere Luftmassen ist nach jetzigem Stand nicht in Sicht – zumindest nicht im Süden Deutschlands. Die Hitze könnte sich bis weit in den Juli hinein halten.
Was bedeutet das heiße Wetter für uns?
Die anhaltende Hitze bringt vielfältige Herausforderungen mit sich: erhöhte Waldbrandgefahr, gesundheitliche Belastung durch tropische Nächte und eine Verschärfung der Dürreproblematik in manchen Regionen. Besonders ältere Menschen, Kinder und chronisch Kranke sollten sich gut auf die kommenden Tage vorbereiten. Klimaanlagen und Ventilatoren werden in vielen Haushalten auf Hochtouren laufen – zugleich steigt die Belastung für die Stromnetze. Diese Entwicklung zeigt erneut, wie real die Auswirkungen des Klimawandels bereits heute sind. Zwar können einzelne Wetterlagen nicht direkt dem Klimawandel zugeschrieben werden, doch die Häufung und Intensivierung solcher Hitzewellen passt exakt ins erwartete Bild. Unter dem Strich steht fest: Auch der Juli könnte überdurchschnittlich warm starten – und eine Abkühlung ist zumindest vorerst nicht in Sicht.
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