Öldepot in Flammen

Feuerpause offenbar schon Stunden nach dem Putin-Trump-Deal gebrochen

  • VonJan-Frederik Wendt
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Die ukrainische Armee soll ein Öldepot in Russland angegriffen haben. Zuvor hatten Journalisten über russische Attacken berichtet.

Krasnodar – Das russische Verteidigungsministerium hat der Politik in der Ukraine vorgeworfen, sich nicht an die Abmachung einer temporären Aussetzung von Angriffen auf die Energieinfrastruktur zu halten. Das berichtete die Moscow Times. Demnach habe das ukrainische Militär ein russisches Öldepot in der Region Krasnodar mit Drohnen in der Nacht zum Mittwoch attackiert.

„Das Kiewer Regime hat mit drei Starrflügeldrohnen einen gezielten Angriff auf eine Energieanlage im Dorf Kavkazskaya gestartet“, schrieb das russische Ministerium in einer auf Telegram veröffentlichten Erklärung. Drohnen hätten einen Treibstofftank getroffen, woraufhin ein Brand auf einer Fläche von mehr als 1700 Quadratmetern ausgebrochen sei.

Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Die Bundeswehr nutzt den Kampfpanzer Leopard in verschiedenen Varianten seit 1979. Bewaffnet mit einer 120-Millimeter-Kanone lassen sich in den jüngeren Modellen von vier Soldaten an Bord Ziele in einer Entfernung bis zu 5000 Metern bekämpfen. Die Ukraine erhält Panzer des Typs Leopard 2 A6. Das 62,5 Tonnen-Gefährt war bei seiner Einführung im Jahr 2001 als verbesserte Variante des A5 etwa mit neuer Hauptwaffe versehen worden. Das Modell A6M verfügt zudem über einen erhöhten Minenschutz.
Der US-Kampfpanzer M1 Abrams gleicht dem Leopard 2 in weiten Teilen. Den M1 Abrams gibt es seit 1980 in mittlerweile drei Hauptvarianten. Seit dem Modell M1A1 ist eine 120-Millimeter-Kanone an Bord. Die vier Insassen werden von einer Stahl-Panzerung vor Angriffen geschützt. Mit 1500 PS kommt der je nach Modell bis zu 74 Tonnen schwere Abrams auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 68 Kilometern pro Stunde. Anders als der Leopard 2 wird der M1 Abrams über eine Gasturbine mit Kerosin angetrieben.
Die Hauptwaffe der US-amerikanischen Bradley-Schützenpanzer besteht aus einer 25-Millimeter-Maschinenkanone M242 Bushmaster, die zwischen 100 und 200 Schuss pro Minute verschießen kann. Zudem sind die gepanzerten Kettenfahrzeuge, die nach General Omar N. Bardley benannt sind, mit Maschinengewehren des Typs M240 sowie panzerbrechende Raketen ausgestattet. Die Besatzung umfasst bis zu zehn Soldaten: Fahrer, Kommandant, Richtschütze sowie bis zu sieben Soldaten als Infanterietrupp. Der Panzer wurde dafür konzipiert, im Verbund mit Panzerartillerie und Kampfhelikoptern zu operieren.
Beim AMX-10 RC aus Frankreich handelt es sich um einen amphibischen Spähpanzer. Der Panzer wird aufgrund seiner schwereren Panzerung und Bewaffnung hauptsächlich bei der Aufklärung eingesetzt. Ausgestattet ist er mit einer 105-Millimeter-Kanone, wodurch er auch als Panzerjäger verwendet werden kann. Die Besatzung besteht aus mindestens vier Soldaten. Bei einer Gefechtsmasse von 14,2 Tonnen ist der Panzer mit 85 km/h extrem mobil.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Russisches Öldepot in Flammen? 200 Einsatzkräfte sollen Brand bekämpfen

Mehr als 200 Rettungskräfte hätten den Brand bekämpft, teilten russische Behörden in Krasnodar mit. Laut der Moscow Times zeigen Videos in den sozialen Medien, wie Feuerwehrleute einen Großbrand löschen. Wo die Aufnahmen entstanden sind, lässt sich nicht unabhängig prüfen. Die Ukraine hat sich bisher nicht zu dem Angriff geäußert.

Wenige Stunden vor dem angeblichen Angriff hatten sich US-Präsident Donald Trump und der russische Staatschef Wladimir Putin darauf geeinigt, dass Russland und die Ukraine keine Einrichtungen der feindlichen Energieinfrastruktur attackieren. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte die Vereinbarung unterstützt und gleichzeitig kritisiert: Putins Weigerung, einem umfassenderen Abkommen zuzustimmen, zeige, dass Russlands Präsident nicht bereit für einen Frieden mit der Ukraine sei. Mittlerweile soll Putin ein neues Ultimatum gefordert haben.

Russischer Artillerieangriff soll zu Stromausfällen in der Ukraine geführt haben

Über die Umsetzung auf ukrainischer Seite der Vereinbarung hatte Kremlsprecher Dmitri Peskow gegenüber der Presse gesagt: „Wir beobachten aufmerksam, ob das Kiewer Regime der festen Zusage der Präsidenten Russlands und der Vereinigten Staaten Folge leisten wird, schrittweise Schritte in Richtung einer friedlichen Lösung zu unternehmen.“

Nahezu täglich überzieht Russland die Ukraine mit Drohnenangriffen. (Archivbild)

Mittlerweile befürchten Fachleute, dass es zu einem schweren Missverständnis zwischen Trump und Putin gekommen ist. Zuvor hatte die Nachrichtenagentur AFP über russische Artillerieangriffe berichtet, die zu zahlreichen Stromausfällen führten. (Jan-Frederik Wendt)

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