Papst zeigt sich schlagfertig
„Einige hofften, dass ich gehen würde“: Papst Franziskus spricht offen über Skrupellosigkeit im Vatikan
- VonSimon Schröderschließen
Papst Franziskus ist gesundheitlich angeschlagen. Im Vatikan scheint auch die Frage nach der Nachfolge ein Thema. Der Pontifex will aber im Amt bleiben.
Rom – Angesichts seines angeschlagenen Gesundheitszustands wurde nach den Worten von Papst Franziskus im Vatikan bereits an ein neues Konklave – also die Wahl eines Nachfolgers – gedacht. Während seiner Krankenhausaufenthalte im vergangenen Jahr habe es den ein oder anderen gegeben, der „lieber Wahlkampf betrieb und bereits an ein neues Konklave dachte“, schrieb der 87-jährige Pontifex in seiner Autobiografie mit dem Titel „Leben. Meine Geschichte in der Geschichte“, die am 19. März erscheint.
Gesundheitsprobleme des Papstes – Rücktritt kommt dennoch für den Pontifex nicht infrage
Das Oberhaupt der katholischen Kirche musste im vergangenen Jahr zweimal in einer Klinik in Rom stationär behandelt werden. Zunächst wegen einer Lungenentzündung, ehe er später am offenen Bauch operiert wurde. „Aber ganz ruhig, das ist menschlich, kein Grund, sich aufzuregen! Wenn der Papst im Krankenhaus liegt, macht man sich natürlich Gedanken, und es gibt immer jemanden, der aus Eigennutz oder gegen Geld in den Medien Spekulationen anstellt“, so der Papst in dem Buch, das von der Verlagsgruppe Harper Collins veröffentlicht wird.
Über einen Rücktritt habe Franziskus nie nachgedacht, betont er. Keinen Gedanken habe er daran verschwendet, denn das Papstamt sei für ihn eines auf Lebenszeit. Dies würde sich nur ändern, wenn eine gesundheitliche Beeinträchtigung einträte. Interne Gegner hätten zwar auf eine solche Ankündigung gewartet. Für ihn stand das Thema aber nicht zur Debatte: „Doch das, ich wiederhole es, ist rein hypothetisch gesprochen, denn es gibt wirklich keinen Grund, der schwerwiegend genug wäre, um einen Rücktritt in Erwägung zu ziehen.“
Autobiografisches Werk des Papstes behandelt alle Wendepunkte seines Lebens
Weiter schreibt der Pontifex: „Im Laufe der Jahre haben einige vielleicht gehofft, dass ich früher oder später, vielleicht nach dem Krankenhausaufenthalt, eine solche Ankündigung machen würde, aber ein solches Risiko besteht nicht: Dank des Herrn erfreue ich mich einer guten Gesundheit“, wie es in der italienischen Zeitung La Repubblica heißt.
Die Päpste: Franziskus und seine Vorgänger des 20. Jahrhunderts




In dem autobiografischen Werk geht der Papst auf einige wichtige Stationen in seinem Leben ein. Angefangen mit der Emigration seiner Großeltern aus Italien nach Argentinien bis zu den Frauen in seinem Leben. Kein Wendepunkt wird ausgelassen. Nicht zuletzt kritisierte er auch den Umgang mit Papst Benedikt XVI. innerhalb der römisch-katholischen Kirche nach dessen Emeritierung. Er wäre ausgenutzt und „von skrupellosen Menschen für ideologische und politische Zwecke instrumentalisiert“ worden. Papst Franziskus denkt noch lange nicht an eine Emeritierung und bleibt zuversichtlich, noch viele Projekte verwirklichen zu können. (dpa/SiSchr)
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