Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung
Kälteeinbruch zu Pfingsten: Frost-Wetter kehrt zurück – „Fühlt sich an wie Anfang März“
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Statt Sommerfeeling gibt’s zu Pfingsten einen eisigen Temperatursturz. Denn jetzt droht die berüchtigte Schafskälte. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.
Kassel – Sommer? Fehlanzeige! Wer glaubt, dass es nach den Eisheiligen endlich bergauf geht mit dem Wetter, wird an diesem Pfingstwochenende eiskalt enttäuscht. Im wahrsten Sinne des Wortes. Denn pünktlich zum Pfingstmontag (9. Juni) rauscht ein Schwall polarer Kaltluft nach Deutschland – mit dramatischen Folgen: Frühwerte unter 5 Grad sind möglich, in Bodennähe droht sogar Frost.
„Das fühlt sich eher an wie Anfang März statt Anfang Juni“, sagt Wetterexpertin Kathy Schrey vom Wetterdienst wetter.net. Besonders betroffen: die Landesmitte und höher gelegene Regionen. Wer zarte Pflanzen draußen gelassen hat, sollte spätestens jetzt die Rettungsaktion starten. Denn was hier kommt, ist mehr als nur eine frische Brise – es ist ein echter Kälteschock mitten im Juni.
Wetter-Prognose für Pfingsten: Temperatursturz kündigt sich an
Ja, es klingt verrückt, aber es passiert wirklich: Bodenfrost rund um den 9. Juni. Doch so selten, wie man denkt, ist dieses Wetterphänomen gar nicht. Meteorologen kennen es unter einem fast harmlos klingenden Namen: Schafskälte. Typisch für sie ist ein markanter Temperatursturz nach bereits warmen Frühlingstagen – und genau den erleben wir jetzt. Das GFS-Wettermodell zeigte derweil eine bittere Juni-Prognose.
In den Frühstunden kann es in Senken und Muldenlagen zu Temperaturen um den Gefrierpunkt kommen. Für Pflanzen ein Desaster, für Outdoor-Fans eine kalte Dusche. Und auch tagsüber wird es nicht wirklich besser: vielerorts bleiben die Temperaturen unter 15 Grad – von Badewetter keine Spur. Statt Grillabend heißt es: dicker Pullover, Heizung an – oder gleich wieder zurück auf die Couch.
Wetter kippt zu Pfingsten: Schafskälte – ein kaltes Naturgesetz?
Was wie ein einmaliger Ausrutscher wirkt, ist tatsächlich ein altbekannter Klassiker der Wetterküche. Die Schafskälte tritt fast jedes Jahr irgendwann zwischen dem 4. und 11. Juni auf. Damals, als Schafe noch von Hand geschoren wurden, brachte sie regelmäßig kalte Nächte nach der Schur – und damit oft handfeste Probleme für die Tiere.
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Heute trifft es eher uns Menschen: Campingurlauber, Balkon-Gärtner, Festivalbesucher. Die Ursache liegt in einem häufigen Wetterumschwung zu Beginn des Juni, wenn kalte Nordwestlagen vorübergehend die Oberhand gewinnen. Dass das dieses Jahr punktgenau zu Pfingsten passiert, macht das Ganze doppelt bitter. Wer sich auf laue Abende im Freien gefreut hat, sollte besser nochmal in die Winterkiste greifen – es wird richtig kalt. Dabei sind erst kürzlich Unwetter über Nordhessen gerauscht.
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