Kommt der Extremsommer?
Wetter-Experte alarmiert: „April-Prognose wird immer schlimmer“
- VonDominik Jungschließen
Ein ungewöhnlich stabiles Hochdrucksystem bringt frühsommerliche Temperaturen – doch Meteorologen schlagen wegen der anhaltenden Trockenheit Alarm.
Hamm – Mit dem Beginn der Sommerzeit rollt auch das Hochdruckgebiet Noemi über Deutschland – und dieses bringt außergewöhnlich frühe Wärme. Schon in den ersten Apriltagen klettern die Temperaturen mancherorts auf bis zu 25 Grad. Dazu gibt es reichlich Sonne, kaum Wolken und nahezu keinen Regen.
Laut Diplom-Meteorologe und Klimaexperte Dominik Jung von wetter.net sind diese Entwicklungen bemerkenswert: „Solche stabilen Wetterlagen mit wochenlanger Trockenheit und frühsommerlicher Wärme sind für diese Jahreszeit extrem ungewöhnlich.“ Der März 2025 werde voraussichtlich als einer der sonnigsten und trockensten Märzmonate seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881 in die Geschichte eingehen. Und auch der April setzt diesen Trend offenbar fort – mit Temperaturen auf Frühsommer-Niveau und weiterhin ausbleibendem Niederschlag, so Jung.
Wetter-Prognosen zeigen ein klares Muster
Nicht nur das amerikanische GFS-Modell, auch die NOAA und mittlerweile weitere Wettermodelle prognostizieren ein stabiles Hochdruckmuster mit viel Sonne und trockener Luft – auf unbestimmte Zeit. Einziger Ausreißer: der äußerste Süden Bayerns, wo am kommenden Wochenende etwas Regen und in höheren Lagen sogar Schnee erwartet wird. Doch abgesehen von dieser Ausnahme bleibt es landesweit sonnig, trocken und mild bis warm.
Besonders für die Landwirtschaft ist das ein schlechtes Zeichen, erklärt Jung: Ohne ausgleichende Niederschläge in der ersten Frühjahrshälfte drohe eine erneute Dürreperiode. Das gab es zuletzt in den Jahren 2018 und 2019, als der Frühling nahtlos in einen heißen, trockenen Sommer überging – mit massiven Auswirkungen auf Böden, Ernten und Wasserversorgung.
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Wetter zwischen Frühlingsfreude und Dürre-Sorgen
Zwar freuen sich viele Menschen aktuell über das freundliche Wetter, doch langfristig birgt es große Risiken. Ein trocken-heißer Start ins Frühjahr kann den Boden derart austrocknen, dass im Sommer selbst normale Regenmengen nicht mehr ausreichen, um eine Dürre zu verhindern, so der Experte.
Besonders problematisch sei, dass sich aktuell keine grundlegend andere Wetterlage abzeichne. Der April könnte in diesem Jahr fast vollständig ohne nennenswerte Niederschläge verlaufen. Meteorologen warnen daher bereits jetzt vor möglichen Hitzewellen und Extremtemperaturen im Sommer – von Tagen mit über 40 Grad ist in den ersten Langfristmodellen bereits die Rede.
Rubriklistenbild: © US-Wetterdienst NOAA/ CFS-Klimamodell
