Vor Trump-Amtseinführung

Für Selenskyjs F-16-Jets: USA genehmigen teures Wartungspaket

  • VonLisa Mahnke
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Die Ukraine erhält ein US-Wartungspaket für F-16-Kampfjets. Damit sollen die Jets länger einsatzfähig bleiben. Eine Vorbereitung auf Trump?

Washington, D.C. – Nicht einmal einen Monat vor der Amtseinführung des künftigen Präsidenten Donald Trump versucht die US-Regierung, letzte Ukraine-Hilfen auf den Weg zu bringen. Das neueste Paket soll den F-16-Kampfjets der Ukraine neuen Schwung bringen. Das US-Außenministerium gab an, es habe ein langfristiges Wartungspaket für geschätzte 266,4 Millionen US-Dollar genehmigt.

In dem Paket seien Ersatzteile für die F-16, Wartungsunterstützung, Software und Verbesserungsprogramme, Schulungen und technische und logistische Dienstleistungen der US-Regierung und der Auftragnehmer enthalten. Die Hauptauftragnehmer seien Sabena aus Belgien, Lockheed Martin Aeronautics aus Texas und Pratt and Whitney aus Connecticut. Das F-16-Wartungspaket ist eine weitere Vorbereitung auf die voraussichtliche Durststrecke der Militärhilfen für die Ukraine unter Trump.

Die F-16-Kampfjets in der Ukraine sollen länger einsatzbereit bleiben (Symbolbild).

Hilfe im Ukraine-Krieg: Biden schnürt Wartungspaket für F-16-Kampfjets – was ist enthalten?

Das Paket der US-Regierung ist vor allem an dem voraussichtlichen Bedarf der Ukraine ausgerichtet. Demnach heißt es, dass die angegebenen 266,4 Millionen US-Dollar auch unterschritten werden könnten. Es handelt sich dabei um Kalkulationen für den höchsten geschätzten Bedarf. Der Preis ist auch abhängig von der Haushaltsbehörde und den unterzeichneten Kaufvereinbarungen. Das soll konkret in dem F-16-Wartungspaket enthalten sein:

  • Joint Mission Planning System (JMPS): eine Software für die Planung von Missionen
  • AN/PYQ-10 Simple Key Loaders (SKL): ein Handgerät für den sicheren Empfang, die Speicherung und die Übertragung von Daten
  • bestimmte Modifikationen und Wartungsunterstützung
  • Programm zur Verbesserung von Triebwerkskomponenten (CIP)
  • Ersatzteile für Flugzeuge und ihre Triebwerke
  • Unterstützung bei der Reparatur und Rückgabe von Ausrüstung, Verbrauchsmaterial und Zubehör
  • Software, Waffensoftware-Unterstützungsausrüstung sowie klassifizierte und nicht klassifizierte Software und Lieferunterstützung
  • Personalschulung und Schulungsausrüstung
  • technische und logistische Dienstleistungen der US-Regierung und von Auftragnehmern
  • sonstige damit verbundene logistische Unterstützungselemente.

F-16-Kampfjets gegen Russlands Angriffskrieg: Biden bringt Last-Minute Hilfen für die Ukraine auf den Weg

Laut AP News haben die USA seit Beginn des Ukraine-Kriegs 62 Milliarden US-Dollar an Militärhilfe bereitgestellt. Der US-Präsident Joe Biden versucht in den letzten Wochen in seinem Amt so viele Hilfspakete wie möglich auf den Weg zu bringen. Das Finanzministerium sagte am Dienstag, dass es 20 Milliarden US-Dollar für die Ukraine auszahlen wolle, bevor Biden das Weiße Haus verlässt. Das entspricht dem US-Anteil eines multinationalen Kredits der G7-Staaten an die Ukraine in Höhe von 50 Milliarden US-Dollar, der größtenteils durch Gewinne aus stillgelegten russischen Vermögenswerten gedeckt werden soll.

Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Die Bundeswehr nutzt den Kampfpanzer Leopard in verschiedenen Varianten seit 1979. Bewaffnet mit einer 120-Millimeter-Kanone lassen sich in den jüngeren Modellen von vier Soldaten an Bord Ziele in einer Entfernung bis zu 5000 Metern bekämpfen. Die Ukraine erhält Panzer des Typs Leopard 2 A6. Das 62,5 Tonnen-Gefährt war bei seiner Einführung im Jahr 2001 als verbesserte Variante des A5 etwa mit neuer Hauptwaffe versehen worden. Das Modell A6M verfügt zudem über einen erhöhten Minenschutz.
Der US-Kampfpanzer M1 Abrams gleicht dem Leopard 2 in weiten Teilen. Den M1 Abrams gibt es seit 1980 in mittlerweile drei Hauptvarianten. Seit dem Modell M1A1 ist eine 120-Millimeter-Kanone an Bord. Die vier Insassen werden von einer Stahl-Panzerung vor Angriffen geschützt. Mit 1500 PS kommt der je nach Modell bis zu 74 Tonnen schwere Abrams auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 68 Kilometern pro Stunde. Anders als der Leopard 2 wird der M1 Abrams über eine Gasturbine mit Kerosin angetrieben.
Die Hauptwaffe der US-amerikanischen Bradley-Schützenpanzer besteht aus einer 25-Millimeter-Maschinenkanone M242 Bushmaster, die zwischen 100 und 200 Schuss pro Minute verschießen kann. Zudem sind die gepanzerten Kettenfahrzeuge, die nach General Omar N. Bardley benannt sind, mit Maschinengewehren des Typs M240 sowie panzerbrechende Raketen ausgestattet. Die Besatzung umfasst bis zu zehn Soldaten: Fahrer, Kommandant, Richtschütze sowie bis zu sieben Soldaten als Infanterietrupp. Der Panzer wurde dafür konzipiert, im Verbund mit Panzerartillerie und Kampfhelikoptern zu operieren.
Beim AMX-10 RC aus Frankreich handelt es sich um einen amphibischen Spähpanzer. Der Panzer wird aufgrund seiner schwereren Panzerung und Bewaffnung hauptsächlich bei der Aufklärung eingesetzt. Ausgestattet ist er mit einer 105-Millimeter-Kanone, wodurch er auch als Panzerjäger verwendet werden kann. Die Besatzung besteht aus mindestens vier Soldaten. Bei einer Gefechtsmasse von 14,2 Tonnen ist der Panzer mit 85 km/h extrem mobil.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Weniger Lieferung von F-16: Trump will Ende vom Ukraine-Krieg vorantreiben

Trump wiederholte Anfang Dezember laut AP News erneut, dass er im Ukraine-Krieg einen schnellstmöglichen Waffenstillstand erreichen wollen würde. Die Ukraine sollte sich zudem auf weniger US-Militärhilfen einstellen, so der Republikaner. Das Wartungspaket für die F-16 ist vor diesem Hintergrund nicht zuletzt ein Zeichen: Die Ukraine soll die F-16-Kampfjets, die bereits im Einsatz sind, so lange wie möglich nutzen können.

Die USA sind in der Vergangenheit ein Hauptträger der militärischen Unterstützung für die Ukraine im Krieg gegen Russland gewesen. Mit einem US-Präsidenten Trump wird die Ukraine wahrscheinlich mit weniger auskommen müssen. Aus Europa wird voraussichtlich jedoch weiterhin unterstützt. Erst kürzlich sendete Dänemark die nächste Charge an F-16-Kampfjets in die Ukraine. (lismah)

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa | Boris Roessler

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