Vernichtung von Beweismaterial?

Donald Trumps Mitarbeiter soll Serverraum in Mar-a-Lago absichtlich geflutet haben

Donald Trump kommt zu einer Pressekonferenz nach seinem Auftritt vor Gericht wegen einer angeblichen Schweigegeldzahlung in seinem Anwesen Mar-a-Lago in Palm Beach, Florida. (Archivfoto)
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Donald Trump kommt zu einer Pressekonferenz nach seinem Auftritt vor Gericht wegen einer angeblichen Schweigegeldzahlung in seinem Anwesen Mar-a-Lago in Palm Beach, Florida. (Archivfoto)
  • Nail Akkoyun
    VonNail Akkoyun
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Donald Trumps Dokumenten-Affäre spitzt sich weiter zu: In seinem Anwesen soll ein Mitarbeiter absichtlich einen IT-Raum geflutet und Beweismaterial vernichtet haben.

Palm Beach – Als im vergangenen Oktober das Wasser eines Swimmingpools in Donald Trumps Residenz Mar-a-Lago abgelassen wurde, kam es zu einer Überflutung, die ausgerechnet einen Serverraum betraf, in dem Überwachungsvideos aufbewahrt wurden. Zufall? Möglicherweise, doch mehrere „mit der Angelegenheit vertrauten“ Quellen widersprechen dieser offiziellen Version.

Mindestens ein Zeuge wurde von der Staatsanwaltschaft im Rahmen der Ermittlungen zu Trumps Umgang mit Geheimdokumenten zu dem überfluteten Serverraum befragt, berichtete eine der Quellen dem US-Sender CNN. Der Vorfall, der erst jetzt bekannt wurde, ereignete sich etwa zwei Monate, nachdem das FBI Hunderte Dokumente aus dem Anwesen des Ex-Präsidenten beschlagnahmt hatte. Trump hatte damals etliche Regierungsunterlagen aus dem Weißen Haus mitgehen lassen, ehe er es für Amtsträger Joe Biden räumte.

Nun versuchen die Ermittlerinnen und Ermittler herauszufinden, ob Trump oder einige enge Vertraute versucht haben, Beweismaterial zu zerstören oder die Ermittlungen des Justizministeriums zu behindern. Bislang soll der Wartungsarbeiter des Pools in Verdacht stehen. CNN zufolge sprechen einige Zeuginnen beziehungsweise Zeugen aber auch davon, dass die Server durch die Überschwemmung nicht beschädigt worden sind – offiziell bekannt ist dazu aber noch nichts.

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Den Quellen zufolge haben die Ermittlerinnen und Ermittler in den letzten Wochen Trump-Mitarbeitende gefragt, ob es möglicherweise Lücken im bislang übergebenen Überwachungsmaterial gibt und ob es sogar manipuliert worden sein könnte. Darüber berichtete zunächst die New York Times. Das Büro des Sonderermittlers Jack Smith wollte diese Gerüchte jedoch nicht bestätigen.

Bei einem Treffen zwischen Smith und Trumps Rechtsbeistand, versuchte das Anwaltsteam des Ex-Präsidenten die Beweislast herunterzuspielen und deuteten an, dass einige Staatsanwälte ihrer Meinung nach strafrechtliches Fehlverhalten an den Tag gelegt hätten. „Kein Präsident der Vereinigten Staaten ist jemals in der Geschichte unseres Landes auf so empörende und ungesetzliche Weise grundlos untersucht worden“, heißt es in einem von Trumps Anwälten Jim Trusty und John Rowley verfassten Schreiben an den US-Justizminister Merrick Garland.

Trump selbst hatte den Brief kommentarlos auf seinem sozialen Netzwerk Truth Social veröffentlicht. Der Republikaner kritisiert die Ermittlungen gegen ihn als politisch motiviert und wettert seit langem, es handele sich lediglich um einen Versuch seiner Gegnerinnen und Gegner, ihn am Wiedereinzug ins Weiße Haus zu hindern. (nak)

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