Ukraine-Krieg

Gespräch mit Trump: Selenskyj sucht nach Einzelheiten - und setzt Grenze für Verhandlung

  • Paula Völkner
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    Erkan Pehlivan
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Nach dem Eklat im Weißen Haus sprechen Donald Trump und Wolodymyr Selenskyj erneut miteinander. Details sind noch nicht bekannt.

Update vom 19. März, 20.24 Uhr: Nach dem Telefonat mit Russlands Präsident Wladimir Putin hat US-Präsident Donald Trump am Mittwoch den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj über den Inhalt des Gesprächs mit dem Kreml-Chef informiert. Nach dem Telefonat mit Trump schrieb Selenskyj auf X, er habe mit dem US-Präsidenten ein „positives, sehr sachliches und offenes Gespräch“ geführt. Washington und Kiew würden daran glauben, dass mit den USA und Trump „in diesem Jahr dauerhafter Frieden erreicht werden kann“.

Trump habe in dem Telefonat von seinem Gespräch mit Putin am Dienstag berichtet. Den „ersten Schritt zur vollständigen Beendigung“ des Krieges – ein Waffenstillstand bezogen auf Angriffe auf Energie- und andere zivile Infrastruktur – habe Selenskyj unterstützt: „Die Ukraine hat ihre Bereitschaft zur Umsetzung bestätigt.“ Damit rückt eine begrenzte Waffenruhe im Ukraine-Krieg näher.

Auch Trump äußerte sich auf Truth Social: „Ich habe gerade ein sehr gutes Telefongespräch mit dem ukrainischen Präsidenten Selenskyj geführt.“ Das Telefonat habe etwa eine Stunde gedauert, man sei „auf dem richtigen Weg“. In einer Erklärung des Weißen Hauses heißt es, das Gespräch habe „wesentlich dazu beigetragen“, den Ukraine-Krieg zu beenden. Die Darstellung des Inhalts des Telefonats deckt sich größtenteils mit Selenskyjs Ausführung. In dem US-Statement heißt es laut Sky-News, Trump habe vorgeschlagen, dass die USA ukrainische Atomkraftwerke übernehmen sollten, um deren Sicherheit zu gewährleisten. Das fand in Selenskyjs Ausführung keine Erwähnung.

Telefonat mit Trump: Selenskyj will Details wissen – und zieht rote Linie für Verhandlung

Erstmeldung: Kiew/Washington, D.C. – Kurz nach dem mit Spannung erwarteten Telefongespräch von US-Präsident Donald Trump und Kremlchef Wladimir Putin hatte auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ein Telefonat mit Trump angekündigt. „Heute wird es ein Telefongespräch geben“, sagte er auf einer Pressekonferenz mit dem finnischen Staatspräsidenten Alexander Stubb in Helsinki.

Selenskyj erklärte vorab, er werde mit Trump die kommenden Schritte und weitere Details einer diskutierten Waffenruhe besprechen. „Ich denke, dass ich von ihm die Details seines Gesprächs mit Putin hören werde“, führte er aus. Über die Inhalte des Telefonats werde er anschließend informieren.

Trump und Putin: Die Geschichte ihrer Beziehung in Bildern

Wandbild Putin Trump Litauen
Trump telefoniert mit Putin
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G20-Gipfel - Trump trifft Putin
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Russland und USA wollen in Saudi-Arabien weiter über Ukraine-Krieg verhandeln

Am Dienstag hatten Trump und Putin per Telefon ein Ende des seit über drei Jahre dauernden Ukraine-Kriegs diskutiert. Dabei sei es auch um eine begrenzte Waffenruhe gegangen. Technische Details sollen bei einem weiteren Treffen am Sonntag in Saudi-Arabien besprochen werden.

Bei der Pressekonferenz in Finnland nannte Selenskyj auch seine roten Linien. „Die Unabhängigkeit und Souveränität unseres Staates nicht zu verlieren und dafür zu sorgen, dass Russland niemals in seinem Leben Einfluss auf die Unabhängigkeit der Ukrainer nimmt“, betonte der ukrainische Präsident. Er wolle auch nicht mit Russland darüber diskutieren, wie die ukrainische Armee aussehen solle. Auch sind Gespräche mit Russland oder „über wirtschaftliche Sicherheitsgarantien, deren Hauptgarantie die EU ist“ tabu.

Auch dürften die Tausenden ukrainischen Gefangenen in russischer Hand ein Thema sein. „Sie alle sollten bei ihren ukrainischen Familien sein“, sagte der ukrainische Staatschef. Selenskyj fordert von Washington mehr Verantwortung zu übernehmen. Die USA müssten die „Hauptkontrollinstanz“ für die von Putin angekündigte Einstellung der Angriffe auf die Energieeinrichtungen sein. „Wenn die Russen unsere Ziele nicht angreifen, werden wir ihre Ziele bestimmt nicht angreifen.“

Zwischen US-Präsident Donald Trump und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj gegeben.

Ukraine-Krieg dauert an: Selenskyj fordert mehr Hilfen für Kiew

Selenskyj sagte, die beiden würden „die nächsten Etappen diskutieren“. Zudem warnte der ukrainische Staatschef davor, auf Russlands Forderung nach einem Ende der Waffenlieferungen an die Ukraine einzugehen. „Ich glaube nicht, dass bei der Hilfe für die Ukraine Zugeständnisse gemacht werden sollten, sondern dass die Hilfe für die Ukraine im Gegenteil verstärkt werden sollte“, sagte Selenskyj. Vor dem Telefonat zwischen Trump und Putin hatten sich Unterhändler der Ukraine und der USA in der vergangenen Woche auf einen Vorschlag für eine vollständige Waffenruhe geeinigt. Auf diesen Vorschlag ging Putin gegenüber Trump jedoch nicht ein.

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Der finnische Präsident Stubb forderte Putin auf, einer Waffenruhe ohne zusätzliche Bedingungen zuzustimmen. „Es gibt nur zwei Möglichkeiten, auf den Vorschlag des Präsidenten der Vereinigten Staaten zu reagieren. Entweder man sagt Ja oder Nein, aber stellt keine Bedingungen“, sagte Stubb bei der Pressekonferenz mit Selenskyj. Die Ukraine habe einer Feuerpause „ohne jegliche Bedingungen“ zugestimmt.

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