Ukraine-Krieg

Gewaltige Explosion: Ukraine-Drohne zerstört russisches Waffendepot

  • VonKristina Geldt
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Einwohner werden nach der Zerstörung eines russischen Waffendepots in Toropez in Sicherheit gebracht. Es wird womöglich nicht der letzte Angriff sein.

Toropez – Ein ukrainischer Drohnenangriff führt in der Nacht auf Mittwoch (18. September) in der russischen Stadt Toropez in der Oblast Twer zu einer gewaltigen Explosion. Die Drohnen haben Angaben einer Quelle des Sicherheitsdienstes der Ukraine zufolge auf ein russisches Munitionslager abgezielt, wie The Kyiv Independent berichtete. Videos im Netz zeigen, wie die Rauchwolke über der Stadt in den Himmel steigt.

Laut der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass hat der Gouverneur der Oblast Twer, Igor Rudenya, in einer Erklärung des Pressedienstes der Regionalregierung herabfallende Drohnentrümmer für den Brand verantwortlich gemacht. Seinen Angaben nach wurde niemand verletzt oder getötet.

Eine gigantische Explosion erschüttert ein Munitionsdepot in Russland.

Später kündigte Rudenya an, dass ein Teil der Stadtbevölkerung aus dem Gebiet evakuiert werde. Dem Kyiv Independent zufolge hat der Gouverneur erklärt, die Lage sei „unter Kontrolle“. In den betroffenen Territorien sei die Flugabwehr im Einsatz und das Feuer werde bekämpft. Auch in der Grenzregion Rostow wüteten die Flammen, insgesamt 140 Brände wurden bekämpft.

Videos zeigen die gewaltige Explosion nach Drohnenangriff der Ukraine auf russisches Waffendepot

Bei dem getroffenen Munitionsdepot handelt es sich der Bild-Zeitung nach um das „107th GRAU Arsenal“. Demnach seien die Explosionen auf der Richterskala registriert worden, die eine Stärke von 2,8 gemessen habe. Die Druckwellen sollen teilweise komplette Fenster mitsamt Rahmen aus den Wänden von Häusern in der Nähe des Lagers gerissen haben.

Die Quelle des ukrainischen Sicherheitsdienstes (SBU) erklärte gegenüber dem Kyiv Independent, dass die Drohnen der SBU, des ukrainischen Militärgeheimdienstes und der ukrainischen Streitkräfte ein Lagerhaus angegriffen hätten, in dem ballistische Raketen gelagert worden seien.

Darunter sollen sich Iskander-Raketensysteme, Flugabwehrraketen, Artilleriemunition und KAB-Lenkbomben befunden haben, schreibt das ukrainische Medium. Ein großes Lager der Hauptabteilung für Raketen und Artillerie des russischen Verteidigungsministeriums sollen durch den Angriff „buchstäblich vom Erdboden verschwunden“ sein, heißt es. Das betroffene Areal sei etwa sechs Kilometer breit.

Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Die Bundeswehr nutzt den Kampfpanzer Leopard in verschiedenen Varianten seit 1979. Bewaffnet mit einer 120-Millimeter-Kanone lassen sich in den jüngeren Modellen von vier Soldaten an Bord Ziele in einer Entfernung bis zu 5000 Metern bekämpfen. Die Ukraine erhält Panzer des Typs Leopard 2 A6. Das 62,5 Tonnen-Gefährt war bei seiner Einführung im Jahr 2001 als verbesserte Variante des A5 etwa mit neuer Hauptwaffe versehen worden. Das Modell A6M verfügt zudem über einen erhöhten Minenschutz.
Der US-Kampfpanzer M1 Abrams gleicht dem Leopard 2 in weiten Teilen. Den M1 Abrams gibt es seit 1980 in mittlerweile drei Hauptvarianten. Seit dem Modell M1A1 ist eine 120-Millimeter-Kanone an Bord. Die vier Insassen werden von einer Stahl-Panzerung vor Angriffen geschützt. Mit 1500 PS kommt der je nach Modell bis zu 74 Tonnen schwere Abrams auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 68 Kilometern pro Stunde. Anders als der Leopard 2 wird der M1 Abrams über eine Gasturbine mit Kerosin angetrieben.
Die Hauptwaffe der US-amerikanischen Bradley-Schützenpanzer besteht aus einer 25-Millimeter-Maschinenkanone M242 Bushmaster, die zwischen 100 und 200 Schuss pro Minute verschießen kann. Zudem sind die gepanzerten Kettenfahrzeuge, die nach General Omar N. Bardley benannt sind, mit Maschinengewehren des Typs M240 sowie panzerbrechende Raketen ausgestattet. Die Besatzung umfasst bis zu zehn Soldaten: Fahrer, Kommandant, Richtschütze sowie bis zu sieben Soldaten als Infanterietrupp. Der Panzer wurde dafür konzipiert, im Verbund mit Panzerartillerie und Kampfhelikoptern zu operieren.
Beim AMX-10 RC aus Frankreich handelt es sich um einen amphibischen Spähpanzer. Der Panzer wird aufgrund seiner schwereren Panzerung und Bewaffnung hauptsächlich bei der Aufklärung eingesetzt. Ausgestattet ist er mit einer 105-Millimeter-Kanone, wodurch er auch als Panzerjäger verwendet werden kann. Die Besatzung besteht aus mindestens vier Soldaten. Bei einer Gefechtsmasse von 14,2 Tonnen ist der Panzer mit 85 km/h extrem mobil.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Ukraine plant weitere Angriffe auf wichtige russische Militärinfrastruktur

Weiter berichtet der Kyiv Independent, dass der Quelle zufolge ähnliche Angriffe auf andere russische Militäreinrichtungen im Ukraine-Krieg geplant seien. Örtliche Gouverneure sprachen laut t-online davon, dass die Ukraine mehrere Regionen im Westen Russlands mit Drohnen angreife. Demnach sollen die Gouverneure über die Messenger-App Telegram mitgeteilt haben, dass ukrainische Drohnen über der Region Smolensk an der Grenze zu Belarus, dem Gebiet Orjol und der Region Brjansk an der Grenze zur Ukraine abgewehrt worden seien. (gel)

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