Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung

Wetter in Deutschland: Bis zu 37 Grad bahnen sich an – einige Tage im Fokus

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Vom Bodenfrost direkt in die Hitze: Eine ungewöhnlich frühe Hitzewelle könnte nicht nur lang, sondern auch extrem werden. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.

Frankfurt – Am Morgen des Pfingstmontag (9. Juni) meldeten einige Regionen noch Bodenfrost – nun steht uns laut Meteorologen ein drastischer Wetterwechsel bevor. „Das ist ein bemerkenswerter Umschwung, der gesundheitlich nicht unterschätzt werden darf“, warnt Johannes Graf vom Wetterdienst wetter.net. Während am Morgen mancherorts noch Reif auf den Feldern lag, könnte schon bald eine Hitzewelle mit Temperaturen von über 30 Grad aufziehen.

Die Prognosen deuten derzeit auf mindestens vier bis fünf aufeinanderfolgende heiße Tage hin. Das GFS-Modell der US-Wetterbehörde NOAA zeigte zeitweise sogar eine Woche mit Tageswerten zwischen 30 und 37 Grad. Ob es sich dabei um eine realistische Einschätzung oder nur einen kurzfristigen Ausreißer handelt, bleibt noch offen. Klar ist jedoch: Die Hitze kommt – wie lange sie bleibt, ist die große Frage.

Die Temperaturen in Deutschland steigen.

Wetter in Deutschland: Tropennächte belasten Körper und Wohnungen

Besonders kritisch wird die Entwicklung durch die anhaltend hohen Temperaturen auch in der Nacht. Sollte sich das Szenario bestätigen, drohen sogenannte Tropennächte, bei denen das Thermometer nicht unter 20 Grad sinkt. Diese fehlende nächtliche Abkühlung belastet den menschlichen Organismus stark, vor allem ältere Menschen, chronisch Kranke und Kleinkinder sind gefährdet.

Auch Gebäude kommen bei mehreren heißen Tagen in Folge an ihre Belastungsgrenzen: Ohne ausreichende Lüftung oder Klimatisierung staut sich die Hitze in Wohnungen, was das Schlafen zur Herausforderung macht. Bereits jetzt appellieren Gesundheitsdienste, auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu achten und körperliche Belastungen in die frühen Morgenstunden zu verlegen.

Deutschland-Wetter: Ein Vorgeschmack auf den Sommer?

Ob die bevorstehende Hitze nur ein kurzer Vorstoß des Sommers ist oder bereits den Auftakt zu einem sogenannten „Hitzesommer“ bildet, bleibt abzuwarten. Fest steht: Ein derart extremer Temperaturwechsel zu Beginn des Junis ist ungewöhnlich – und möglicherweise ein weiteres Indiz für die zunehmende Häufung von Wetterextremen im Zuge des Klimawandels.

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Die kommenden Tage werden zeigen, wie stabil sich das Hochdruckgebiet wirklich hält. Bis dahin bleibt uns nichts anderes übrig, als uns vorzubereiten: Ventilatoren entstauben, Schattenplätze schaffen und die Wettermodelle genau im Blick behalten.

Rubriklistenbild: © METEORED/www.daswetter.com

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