Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung

Hitzewellen im Juni: Wettermodelle zeigten zuletzt sogar bis zu 41 Grad zum Monatsende

  • VonDominik Jung
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Deutschland erlebt eine heiße Wetter-Phase. Die Prognosen deuten auf mögliche 40 Grad zum Monatsende hin. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.

Frankfurt – Nach Einschätzung von Johannes Graf, Meteorologe beim Portal wetter.net, steuert Deutschland auf eine ungewöhnlich stabile Hitzephase zu. „Die Modelle zeigen alle fünf bis sieben Tage neue Hitzeschübe mit Spitzenwerten über 30 Grad, teils bis 35 Grad“, so Graf.

Hitzewellen im Wochentakt? Die Wetter-Prognose sieht in den kommenden Wochen in Deutschland sehr warm bis heiß aus.

Wetter im Juni: Stabile Hitze und kaum Verschnaufpausen

Bereits am kommenden Wochenende (21. und 22. Juni) wird in vielen Regionen wieder mit Temperaturen jenseits der 34 Grad gerechnet. Dazwischen kühlt es nur kurzzeitig leicht ab – auf immer noch hochsommerliche 25 bis 30 Grad. Eine nachhaltige Erholung bleibt aus. Die Großwetterlage ist festgefahren: Ein Hoch über Mitteleuropa blockiert kühlere Atlantikluft, stattdessen strömt wiederholt heiße Luft aus Südeuropa und Nordafrika nach Deutschland.

Wettermodell prognostizierte kurzzeitig Temperaturen von über 40 Grad – Potenzial für extreme Hitze ist da

Besonders aufhorchen ließ ein jüngerer Lauf des US-Wettermodells GFS. Dieser zeigte für Ende Juni kurzzeitig extreme Werte von 39 bis 42 Grad entlang des Rheins. Zwar ist dieser Ausreißer in den aktuellen Berechnungen wieder verschwunden, doch allein sein kurzfristiges Auftauchen verdeutlicht das Potenzial für extreme Hitze in den kommenden Wochen.

Solche Spitzen sind nicht mehr unrealistisch, wenn sich die heiße Witterung wie angedeutet fortsetzt. Selbst wenn es nicht ganz so extrem wird: Der Juni dürfte im Rückblick deutlich über dem Temperaturdurchschnitt liegen – mit einer hohen Zahl an Hitzetagen und kaum nennenswerter Abkühlung.

Unwettergefahr und Gesundheitsrisiken steigen

Die Folge ist eine erhöhte Belastung für Mensch, Natur und Infrastruktur. Zusätzlich drohen mit jedem neuen Hitzeimpuls auch wieder heftige Gewitterlagen, ausgelöst durch kleinste Störungen in der labilen, aufgeheizten Atmosphäre. Diese bringen lokal Starkregen, Hagel und Sturmböen – mit entsprechendem Schadenpotenzial.

Für wetterfühlige und gesundheitlich belastete Menschen kann die Kombination aus Hitze und Schwüle kritisch werden. Auch die Nächte bleiben vielerorts tropisch, besonders in den Städten. Experten warnen daher bereits jetzt vor einer potenziell gefährlichen Entwicklung – nicht nur für Juni, sondern auch mit Blick auf den Juli. Der Sommer 2025 könnte in die Extreme kippen.

Rubriklistenbild: © Julian Weber/dpa

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