Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung

Alarmstufe Rot in Deutschland: Am Wochenende drohen heftige Unwetter mit Starkregen und Hagel

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Ein turbulentes Wochenende steht bevor. Besonders an einem Tag drohen schwere Unwetter – sogar Tornados sind möglich. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.

Frankfurt – Am Samstag (19. Juli) beginnt sich die Lage zuzuspitzen: Im Laufe des Tages entwickeln sich im Südwesten und Westen Deutschlands teils kräftige Gewitterzellen. Besonders betroffen sind Regionen in Rheinland-Pfalz, dem Saarland sowie Teilen von Baden-Württemberg. Hier kann es lokal zu Starkregen mit Mengen von bis zu 30 Litern pro Quadratmeter in kürzester Zeit kommen. Auch Hagel und stürmische Böen sind möglich.

Besonders im Alpenraum und im südlichen Baden-Württemberg steigt am Wochenende die Unwetter-Gefahr durch heftigen Starkregen. Wer sich im Freien aufhält, sollte aufmerksam bleiben – es besteht Rutsch- und Überschwemmungsgefahr in Senken und auf Straßen.

Höchste Warnstufe am Wochenende (19. und 20. Juli). Schwere Gewitter und Unwetter sind möglich. Dabei können auch Tornados auftreten.

Gewitter, Starkregen, Hagel und Tornadogefahr: Heftige Unwetter ziehen über Deutschland

Doch damit ist das Unwetter-Geschehen längst nicht vorbei: Auch in der Nacht zum Sonntag (20. Juli) bleibt die Wetterlage angespannt. Eine gewittrige Starkregen-Front verlagert sich von der Mitte Deutschlands in den Nordwesten. Innerhalb weniger Stunden können dort mehr als 20 Liter Regen pro Quadratmeter niedergehen – genug, um Keller volllaufen zu lassen und den Straßenverkehr erheblich zu beeinträchtigen.

Der Sonntag steht im Fokus der Meteorologen – und das aus gutem Grund. Bereits am Morgen kann es im Nordwesten Deutschlands zu gewittrigem Starkregen kommen. Doch die größte Gefahr droht ab dem Nachmittag, wenn sich in großen Teilen West- und Südwestdeutschlands erneut kräftige Gewitter mit Starkregen, Hagel und stürmischen Böen bilden.

Besonders brisant: Lokal sind extreme Regenmengen über 25 Liter pro Quadratmeter in kurzer Zeit möglich. Aufgrund der aufgeheizten, feuchten Luftmasse kann es punktuell sogar zu Tornados kommen – eine gefährliche Entwicklung, die derzeit nicht ausgeschlossen werden kann. Wer an diesem Sonntag draußen unterwegs ist, sollte die Wetterlage unbedingt im Blick behalten. Besonders bei plötzlich auftretenden Gewitterzellen mit rotierenden Aufwinden ist das Risiko erhöht – vor allem in Regionen mit aufsteigender Warmluft. Die Wetterdienste warnen: Im Ernstfall können sich Tornados binnen weniger Minuten entwickeln.

Tornados, Wüstenstürme, Zyklone: Wetterphänomene, die Sie kennen sollten

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Unwetter führt zu Starkregen – Nacht zum Montag bringt keine Entspannung

Auch in der Nacht zum Montag (21. Juli) bleibt die Lage in Teilen des Landes angespannt. Besonders im Süden Deutschlands ist weiterer, teils mehrstündiger Starkregen möglich – begleitet von Blitz und Donner. Die Böden sind vielerorts bereits gesättigt, was die Gefahr von Überflutungen weiter erhöht. Betroffen sind unter anderem Gebiete rund um die Donau und den Bodensee.

Wer in diesen Regionen lebt oder unterwegs ist, sollte sich auf mögliche Straßensperrungen, Hochwasser und Sturmschäden einstellen. Es empfiehlt sich, lose Gegenstände zu sichern und die Warnmeldungen der Wetterdienste regelmäßig zu verfolgen. Das Wochenende wird ungemütlich – und könnte in einigen Regionen gefährlich werden.

Rubriklistenbild: ©  Jam Press/Imago

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