US-Wahl 2024

Harris gegen Trump: Mögliches Jahrhundertrennen um die Präsidentschaft

  • Sandra Kathe
    VonSandra Kathe
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Mit einem Sieg in drei Swing States könnte Kamala Harris fast sicher Präsidentin werden. Aber die Situation für die Demokratin ist kritisch.

Washington, D.C. – Nur wenige Wochen vor den Präsidentschaftswahlen in den USA lassen neue Umfragen fast täglich Rückschlüsse auf den Wahlkampfausgang zwischen Vizepräsidentin Kamala Harris und dem republikanischen Ex-Präsidenten Donald Trump zu. Und sind sich inzwischen vor allem darüber einig, dass es eins der knappsten Ergebnisse in der Geschichte der US-Wahlen und womöglich sogar „des Jahrhunderts“ werden könnte.

Denn während die Demokraten unter ihrem bisherigen Kandidaten Joe Biden in den meisten Umfragen noch deutlich hinter Donald Trump lagen, hat das neue Kandidatenteam – Kamala Harris und Tim Walz – deutlich aufgeholt und steuert nach aktuellen Prognosen in einigen entscheidenden US-Bundesstaaten auf den Sieg zu. Doch in vielen Fällen ist die Führung extrem knapp.

Trump gibt sich siegessicher (Archivfoto)

Prognosen zur US-Wahl 2024: Weder Trump noch Harris klar in Führung

Laut einer Analyse des Nachrichtensenders CNN könnte der US-Bevölkerung sogar ein so knappes Ergebnis bevorstehen, wie kaum je zuvor. Zumindest, sofern sich die aktuellen Tendenzen bei der Berechnung der notwendigen 270 Wahlleute für den Sieg in der US-Wahl bewahrheiten.

Im Modell, das der Sender dabei vorrechnet, liegt Harris in den traditionell demokratischen Staaten mit großer Sicherheit derzeit bei 225 Wahlleuten und Trump in den traditionell republikanischen Staaten bei 219. Es käme also wie üblich auf die sogenannten Swing States an, in denen die Gunst bei der Wählerschaft häufiger zwischen Demokraten und Republikanern wechselt und, wo sich auch diesmal fast überall ein knappes Rennen abzeichnet.

Tendenz für die US-Wahl: Die Demokraten müssen drei Swing States gewinnen

In drei dieser sieben Staaten – Michigan, Wisconsin und Pennsylvania – liegt Harris derzeit noch immer knapp vor Trump und käme mit den dort zu gewinnenden Wahlleuten exakt auf die benötigten 270 Stimmen im Electoral College, um die Wahl knapp zu gewinnen, sofern sie sich wie prognostiziert in dem als Besonderheit geltenden Bundesstaat Nebraska die Stimme von Repräsentant oder Repräsentantin des zweiten Wahlbezirks sichern kann. In diesem Fall wäre Harris die Siegerin der Wahl, auch wenn Trump alle anderen Staaten gewinnen sollte.

Was Nebraska derzeit zur Besonderheit macht, steht indessen aber aktuell zur Debatte, denn nur hier und im Bundesstaat Maine gilt derzeit nicht das „Winner Takes it All“-Prinzip, bei dem die Stimmen aller Wahlleute an die Partei gehen, die im gesamten Staat die meisten Stimmen auf sich vereint. Stattdessen können im sogenannten „Split Vote“-System Stimmen sowohl an Republikaner als auch Demokraten gehen. Doch genau dieses System stellen die Republikaner um Donald Trump derzeit vermehrt infrage.

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Die Rolle von Nebraska bei der US-Wahl: Republikaner wollen Gesetz ändern

So hatte es Medienberichten zufolge bereits seit den 1990er-Jahren mehrere Versuche gegeben, das Wahlergebnis der drei Wahlleute zurück in Richtung „Winner takes it All“ zu bewegen, in den vergangenen Wochen ist nach den steigenden Umfragewerten für Harris auf Trumps Initiative hin erneut Bewegung in die Sache gekommen.

So hätte dieser CNN nach in der vergangenen Woche mit Vertretern der gesetzgebenden Instanz in Nebraska telefoniert und mit Senator Lindsey Graham einen seiner loyalsten Unterstützer zu Gesprächen in den Staat im Mittleren Westen geschickt, um ebenfalls über die Sache zu verhandeln. Im Fall des traditionellen Wahlsystems gingen aller Wahrscheinlichkeit nach nämlich alle drei Wahlstimmen aus Nebraska an Trump, was Harris den Sieg deutlich schwerer machen würde. (saka)

Rubriklistenbild: © SPENCER PLATT/AFP

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