US-Wahl 2024

Harris reagiert auf Trumps Angriffe: „Wer andere niedermacht, ist ein Feigling“

  • Jekaterina Jalunina
    VonJekaterina Jalunina
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In Chicago laufen die Vorbereitungen für den Parteitag der Demokraten, während der Wahlkampf in den Schlüsselstaaten an Fahrt gewinnt. Harris antwortet klar auf Trumps neueste Rhetorik.

Washington, D.C.– Die persönlichen Angriffe ihres republikanischen Kontrahenten Donald Trump hat die demokratische Präsidentschaftskandidatin Kamala Harris mit einem indirekten Seitenhieb gegen dessen Führungsstärke gekontert. Kurz vor Beginn des Parteitags der Demokraten warb sie mit Vizekandidat Tim Walz im umkämpften Bundesstaat Pennsylvania um Wählerstimmen. In Chicago soll das Demokraten-Duo in den kommenden Tagen mit viel Pomp und prominenten Gästen gefeiert werden. Trump und sein Stellvertreter J.D. Vance planen derweil ein Gegenprogramm in den besonders umkämpften Bundesstaaten. 

In Pennsylvania waren Harris und Walz per Bus unterwegs, begleitet von ihren Ehepartnern Doug Emhoff und Gwen Walz. Gemeinsam besuchten die vier neben einem Wahlkampfbüro unter anderem ein Footballtraining an einer Schule, eine Feuerwache und ein Restaurant. 

Kamala Harris, US-Vizepräsidentin und Präsidentschaftskandidatin der Demokraten, spricht auf einer Wahlkampfveranstaltung. Harris und ihr Vize Walz sind im «Swing State» Pennsylvania unterwegs.

Vor der US-Wahl: Trump beleidigt Harris und nennt Biden-Regierung „dumm“

In einer Ansprache vor Wahlkampfhelfern in Rochester bestärkten Harris und Walz die anwesenden Freiwilligen in ihrem Einsatz. Harris kritisierte dabei indirekt Trumps Wahlkampf-Rhetorik. „Wer andere Menschen niedermacht, ist ein Feigling“, sagte die Demokratin, ohne Trump dabei namentlich zu erwähnen. Wahre Führungspersönlichkeiten zeichneten sich dadurch aus, andere aufzubauen. Walz, der Gouverneur von Minnesota, äußerte sich ähnlich: „Wir beschimpfen uns nicht gegenseitig, das tun wir nicht“, sagte der Vize und bedauerte die politische Spaltung, die deshalb auch im Alltag vieler Amerikaner zu spüren sei. 

Bilder einer Karriere: Kamala Harris strebt Präsidentenamt in den USA an

Mit dem Verzicht von Joe Biden auf die Kandidatur der Demokraten rückt seine Stellvertreterin Kamala Harris vor der US-Wahl 2024 in den Fokus.
Nachdem die Demokraten die Vizepräsidentin aufgestellt haben, hat Harris die Chance, als erste Frau in der Geschichte der USA das Präsidentenamt zu übernehmen. Damit wäre sie die mächtigste Frau der Welt.
Harris wurde am 20. Oktober 1964 in Oakland im Bundesstaat Kalifornien geboren. Ihr Vater war aus Jamaika in die USA eingewandert, um Wirtschaft zu studieren. Ihre Mutter, eine 2009 verstorbene Brustkrebsforscherin, kam aus Indien in die USA. Sie kam aus Indien und lernte Harris‘ Vater in den 60er Jahren in den USA kennen. 
Harris und ihre jüngere Schwester Maya wuchsen bei ihrer Mutter auf, zeitweise lebten sie im kanadischen Montreal. „Sie erzog uns zu stolzen, starken Schwarzen Frauen. Und sie hat uns beigebracht, unser indisches Erbe zu kennen und darauf stolz zu sein“, sagte Harris 2020 in einer Rede. Darin betonte sie auch, dass die USA einen Präsidenten brauchten, „der uns alle zusammenbringt – Schwarze, Weiße, Latinos, Asiaten, Indigene – um die Zukunft zu erreichen, die wir gemeinsam wollen“.
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Der 78-jährige Republikaner Trump hatte am Samstag bei einem Auftritt in Pennsylvania behauptet, er sehe „viel besser“ aus als Harris und die 59-Jährige eine „sozialistische Irre“ mit dem „Lachen einer Verrückten“ genannt. Die aktuelle US-Regierung unter Präsident Joe Biden und Vizepräsidentin Harris bezeichnete er als „dumm“. Mit derartigen Aussagen macht der Ex-Präsident immer wieder Schlagzeilen – entgegen der Ratschläge von Verbündeten, sich stärker auf inhaltliche Kritik an den Demokraten zu konzentrieren.

Ein Vertrauter Trumps, Senator Lindsey Graham, sagte, der Ex-Präsident könne bei der US-Wahl mit seinen guten Inhalten siegen - aber „Donald Trump, der Provokateur, der Entertainer wird die Wahl vielleicht nicht gewinnen“. In den verbleibenden rund 80 Tagen bis zur Wahl im November müsse Trump klar erklären, was er für das Land tun werde, etwa mit Blick auf die Migration an der US-Südgrenze zu Mexiko und hinsichtlich der hohen Inflationsrate, sagte Graham dem Sender NBC News. (dpa/jal) 

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