Extrem-Wetter in Europa
Brände am Mittelmeer: Lage spitzt sich weiter zu – Regierung bittet um Unterstützung
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- Carmen Mörwald
Martina Lippl
Nadja Orth
Flammen züngeln in den Himmel. Starke Winde und Dürre fachen Brände in Urlaubsländern an. Tausende Einheimische und Touristen müssen evakuiert werden.
Update vom 14. August, 14.28 Uhr: In Spanien wurde ein drittes Todesopfer gemeldet. „Heute trauern wir um einen weiteren Menschen, der an den Löscharbeiten in der Provinz León, genauer gesagt in der Region Valderia, beteiligt war“, erklärte der Präfekt von Kastilien und León am Donnerstag im Onlinedienst X.
In Spanien spitzt sich die Lage zu. Schon jetzt ist eine größere Fläche verbrannt als im Vorjahr. Tausende Menschen mussten aus ihren Häusern fliehen. Das Land hat bereits um Hilfe der EU gebeten, berichtete der staatliche TV-Sender RTVE. Im Rahmen des Europäischen Hilfemechanismus bei Katastrophen werden zwei Löschflugzeuge bereitgestellt. In Griechenland beruhigt sich die Lage allmählich. Entwarnung gibt es aber noch nicht.
Update vom 14. August, 6.20 Uhr: In Patras in Griechenland hat sich das Feuer von der nördlichen Vorstadt Sychaina bis in östliche Stadtteile wie Romanos und Diakou ausgebreitet. Insgesamt sieben Viertel – darunter Romanos, Souli, Riganokampos und Aroi – erhielten Evakuierungsanweisungen per Notfall-SMS. Aus Sicherheitsgründen wurden zudem das Kinderkrankenhaus „Karamandaneio“ und ein Altenheim geräumt. Die Betroffenen wurden in sichere Unterkünfte gebracht. Viele Evakuierte finden vorübergehend im städtischen Stadion Zuflucht, während die Feuerwehr weiter gegen die Flammen kämpft.
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Waldbrände wüten im Mittelmeerraum – Sieben Verletzte mit Verbrennungen in Spanien
Update vom 13. August, 21.30 Uhr: Entlang Europa kämpfen die Einsatzkräfte am Mittwoch weiterhin gegen zahlreiche Waldbrände. In Griechenland spitzte sich die Lage zum Abend hin zu: Um Patras, die drittgrößte Stadt des Landes, griff das Feuer zum ersten Mal auf bewohnte Gebiete über und vernichtete dabei Hunderte von Fahrzeugen, so die Athener Tageszeitung Kathimerini. Die Behörden ordneten inzwischen die Evakuierung der Vororte an.
Auch in Spanien forderten die Flammen am Mittwoch ihren Tribut: Im nordwestlichen Teil des Landes mussten sieben Personen mit zum Teil lebensbedrohlichen Brandverletzungen in Kliniken eingeliefert werden. Vier von ihnen schweben nach Angaben der Regionalregierung von Kastilien und León in Lebensgefahr. Unter ihnen ein 37 Jahre alter Mann, dessen Körper zu 85 Prozent verbrannt ist.
In Frankreich rückte derweil ein anderer Aspekt in den Fokus: Die Ermittler im Süden des Landes konzentrieren sich inzwischen darauf herauszufinden, was ein seit Tagen tobender Brand ausgelöst hat. Das große Feuer zwischen Carcassonne und Narbonne unweit der Mittelmeerküste könnte durch Brandstiftung entstanden sein. Die Staatsanwaltschaft erklärte, das Feuer „könnte eine kriminelle Ursache haben, die auf eine vorsätzliche Tat zurückzuführen ist“.
Mittelmeerraum von heftigen Bränden betroffen – Urlauber fliehen
Ursprungsmeldung: Athen – Es sind dramatische Bilder von den Feuerfronten in Europa. In Griechenland sind mehrere Waldbrände außer Kontrolle. Feuer verwüsten Häuser. In der Nacht auf Mittwoch (13. August) verschärfte sich die Lage in der Gegend um Patras. Zwei große Brände lodern dort. Auf der beliebten Urlaubsinseln Zakynthos ist ein riesiger Flächenbrand ausgebrochen. Die Feuerfront soll inzwischen 20 Kilometer lang. Auch auf Chios brennt es an drei Orten. Fluchtwege waren abgeschnitten. Menschen mussten von der Küstenwache über das Meer gerettet werden. Mehrere Dörfer und ein Gesundheitszentrum mussten am Dienstag evakuiert werden.
„Es sind definitiv die schwierigsten 24 Stunden der Brandsaison“, sagte Präsident der Feuerwehrvereinigung, Kostas Tsigas beim griechischen Sender ERTNews. Allein am Dienstag (12. August) waren 82 Brände ausgebrochen. Starker Wind, die Dürre sowie die hohen Temperaturen erschwerten die Löscharbeiten enorm. Die Einsatzkräfte der Feuerwehr in Griechenland sind am Limit. Rund 5000 Einsatzkräfte und Freiwillige sind laut Tsigas Tag und Nacht im Einsatz, um die Feuer einzudämmen. „Wir müssen verstehen, dass sie erschöpft sind.“
Griechenland brennt – Einsatzkräfte der Feuerwehr am Limit
Seit Tagesanbruch sind in den betroffenen Regionen nun auch wieder Dutzende Löschflugzeuge und -hubschrauber im Einsatz. Griechenland hat bereits bei der EU um Hilfe gebeten und über den EU-Katastrophenschutz vier Löschflugzeuge beantragt.
Hitzewelle in Europa: Brütende Temperaturen in Kroatien und auf dem Balkan
In Kroatien kämpfte die Feuerwehr gegen ein Flammen-Inferno in einer beliebten Urlaubsregion. Inzwischen scheint der Küstenbrand in der Nähe von Split bei Jesenice unter Kontrolle. Um das Nachbarland Montenegro im Brand-Notfall zu unterstützen, wurde ein Canadair Löschflugzeug der kroatischen Luftwaffe entsandt. Am Rande der Hauptstadt Podgorica rückte ein Feuer nahe an Häuser vor. Ein Soldat kam am Dienstag (12. August) bei den Löscharbeiten ums Leben. In Albanien waren am Montag (11. August) knapp 40 Feuer ausgebrochen.
In Serbien, Bosnien und Kroatien werden in dieser Woche teils mehr als 40 Grad Celsius erwartet. Der Kosovo verzeichnete Extremtemperaturen: In der Stadt Klina wurde mit 42,4 Grad die höchste gemessene Temperatur des Landes seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1987 bestätigt.
Tote bei Waldbränden in Europa – Spanien meldet zwei Todesopfer
Bei einem Brand nahe Madrid erlitt ein Mann nach Behördenangaben schwere Verbrennungen, als sich die Flammen im Madrider Vorort Tres Cantos infolge heftiger Winde von bis zu 70 Kilometer pro Stunde schnell ausbreiteten. Er erlag im Krankenhaus seinen Verletzungen.
Der Regionalpräsident von Kastilien und León meldete am späten Dienstagabend den Tod eines der Freiwilligen, der gemeinsam mit anderen Helfern einen Brand in dem Ort Molezuelas de la Carballeda bekämpft hatte. Laut dem Radiosender Cadena Ser handelt es sich bei dem Opfer um einen jungen Mann, der sich freiwillig an den Löscharbeiten beteiligt hatte.
Im benachbarten Portugal sind mehrere große Waldbrände ausgebrochen. Für das ganze Land gilt seit Anfang August die Waldbrand-Alarmstufe. Portugiesische Behörden rechnen zudem in einigen Landesteilen mit Temperaturen von über 40 Grad Celsius. „Eine kleine Unachtsamkeit kann eine Tragödie verursachen“, warnt der Nationale Katastrophen und Zivilschutz. Ein großer Brandherd befindet sich aktuell in der Nähe des Ortes Vila Pouca de Aguiar nordöstlich von Porto. In der Nähe von Coimbra ist am Mittwochmorgen ein weiterer Großbrand ausgebrochen. Fünf Löschflugzeuge unterstützen etwa 300 Einsatzkräfte der Feuerwehr aus der Luft.
Gluthitze in Italien – Feuerfront wütete weiter am Vesuv
In Italien brennt es den fünften Tag in Folge am berühmten Vulkan Vesuv. Der Großbrand im Nationalpark verschlingt Kiefernwälder und berühmte Weinberge. Ortschaften sind bedroht. Verstärkung aus ganz Italien sowie Südtirol ist inzwischen eingetroffen, um die Löscharbeiten zu unterstützen. In vielen Städten in Italien ist es zudem extrem heiß. In Mailand und Rom war es heißer als in Algier, Tunis, ist bei rainews.it zu lesen. Wegen der aktuellen Hitzewarnung in Italien findet in Rom die Generalaudienz mit Papst Leo XVI. nicht auf dem Petersplatz, sondern in der Aula Paul VI. statt. (ml)
Rubriklistenbild: © Lalo R. Villar/dpa


