Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung
Jahreszeiten-Chaos in Deutschland: Wetter-Modell prophezeit heikle Monate
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Der Herbst 2025 könnte in Deutschland deutlich zu warm und trocken ausfallen, wie eine Wetter-Prognose zeigt. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.
Hamm – Die Karten stammen vom Climate Forecast System Version 2 (CFSv2), einem saisonalen Vorhersagemodell der US-Wetterbehörde NOAA. Es kombiniert ozeanische und atmosphärische Daten, um großräumige Klimatrends für kommende Monate zu berechnen. Grundlage sind tägliche Modellläufe mit leicht variierenden Anfangsbedingungen – eine Methode, um die Unsicherheit solcher Langfristprognosen einzugrenzen. Die hier diskutierten Vorhersagen basieren auf den Modellstarts vom 25. Juli bis zum 3. August 2025 und gelten für den Zeitraum von September bis November 2025.
Blick ins Langfristmodell der NOAA: Deutliche Wärmeanomalien über Mitteleuropa
Für Deutschland berechnet das Modell nahezu flächendeckend positive Temperaturabweichungen. Die Werte liegen meist zwischen +0,5 und +1 Grad Celsius. Besonders im Nordosten Deutschlands und Richtung Polen sind die Abweichungen am stärksten. In Osteuropa und Russland werden sogar Spitzenwerte über +3 Grad simuliert – ein klares Zeichen für überdurchschnittlich milde Luftmassen über weiten Teilen Europas.
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Für Mitteleuropa – und insbesondere Deutschland – ergibt sich daraus die Aussicht auf einen ungewöhnlich milden Herbst. Das könnte sich in Form eines warmen und trockenen Altweibersommers zeigen, mit verlängerten Vegetationsperioden und spätem Laubfall. Gleichzeitig verzögert sich damit auch der Beginn der Heizperiode, was zwar kurzfristig Energie spart, langfristig aber Folgen für Pflanzen, Tiere und Ökosysteme haben kann.
Unschöne Wetter-Prognose für Deutschland: Regen bleibt regional aus – Potenzial für Trockenstress
Beim Niederschlag zeigt sich ein gemischtes Bild. Während Skandinavien und Nordosteuropa auf überdurchschnittliche Regenmengen hoffen können, zeigt sich in weiten Teilen Deutschlands ein gegenteiliger Trend. Besonders in West- und Süddeutschland berechnet das Modell ein leichtes Niederschlagsdefizit – nicht extrem, aber in Verbindung mit überdurchschnittlicher Wärme potenziell relevant.
Falls sich die regionale Sommerdürre bis in den Herbst hinein verlängert, könnte das lokale Wasserproblem verschärfen – vor allem in der Landwirtschaft, in den Wäldern oder beim Grundwasser. Der Herbst 2025 verspricht damit nicht nur milde Temperaturen, sondern könnte auch neue Herausforderungen mit sich bringen.
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