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Hohe russische Panzer-Verluste wegen Kursk-Offensive der Ukraine

  • Patrick Mayer
    VonPatrick Mayer
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Das Moskau-Regime von Wladimir Putin muss im Ukraine-Krieg auch in der russischen Region Kursk empfindliche Panzer-Verluste hinnehmen.

Kursk - Die Verteidigungsallianz Nato hat erstmals den Vorstoß der Ukraine nach Russland gebilligt, und das, obwohl das westliche Militärbündnis offenbar nicht in die Pläne aus Kiew eingeweiht war.

Kursk-Offensive der Ukraine: Hohe Panzer-Verluste für Putin und für Russland

„Russland führt seit mehr als 900 Tagen einen grundlosen Aggressionskrieg gegen die Ukraine und hat seitdem zahlreiche Angriffe von der Region Kursk aus über die Grenze gegen die Ukraine durchgeführt. Die russischen Soldaten, Panzer und Stützpunkte sind nach internationalem Recht legitime Ziele“, sagte Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg der Welt am Sonntag: „Und gemäß dem internationalen Recht hört dieses Recht an der Grenze nicht auf.“

Bei besagter Kursk-Offensive muss das Moskau-Regime des Kreml-Autokraten Wladimir Putin auch empfindliche Panzer-Verluste einstecken, während die ukrainischen Streitkräfte eigenen Angaben zufolge hunderte russische Soldaten gefangen genommen haben. Was sich, wie so viele Meldungen im Ukraine-Krieg, nicht unabhängig überprüfen lässt.

Verluste für Wladimir Putin: Ukrainer entwenden bei Kursk-Offensive Panzer

Die Ukrainska Prawda teilte unter anderem bei Facebook ein Video der 80. ukrainischen Luftlande-Brigade. In diesem Interview erzählt eine Soldaten, man habe beim laufenden Kursk-Vorstoß sieben verlassene russische Panzer geklaut. Und zwar nur diese Brigade. Und zwar teils noch im fahrbaren sowie offenbar auch kampfbereiten Zustand. Demnach handelte es sich um Kampfpanzer, die mit einer sogenannten „Kaktus-Panzerung“ nachgerüstet wurden. Also mit großen Kästen eine Reaktivpanzerung mit Sprengstoff, die feindliche Panzerabwehrwaffen beim Aufschlag mittels einer Gegenexplosion ausschalten sollen.

Zudem hatten die Panzer offensichtlich Käfigkonstruktionen auf dem Dach des Turms, die den Panzer wohl gegen Kamikaze-Drohnen schützen sollen. Die Ukrainer haben bei ihrer Kursk-Offensive eigenen Angaben zufolge mehr als 80 russische Ortschaften besetzt. Moskaus Streitkräfte tun sich schwer, die kolportierten 6000 ukrainischen Soldaten wieder hinter die Grenze zu drängen. Wohl auch, weil diese durch HIMARS-Mehrfachraketenwerfer auf ukrainischer Seite sowie durch Drohnen-Einheiten abgesichert werden, die Videos in den sozialen Medien zufolge auch einzelne russische Militär-Fahrzeuge auf dem Weg in die Kampfzone attackieren.

Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Die Bundeswehr nutzt den Kampfpanzer Leopard in verschiedenen Varianten seit 1979. Bewaffnet mit einer 120-Millimeter-Kanone lassen sich in den jüngeren Modellen von vier Soldaten an Bord Ziele in einer Entfernung bis zu 5000 Metern bekämpfen. Die Ukraine erhält Panzer des Typs Leopard 2 A6. Das 62,5 Tonnen-Gefährt war bei seiner Einführung im Jahr 2001 als verbesserte Variante des A5 etwa mit neuer Hauptwaffe versehen worden. Das Modell A6M verfügt zudem über einen erhöhten Minenschutz.
Der US-Kampfpanzer M1 Abrams gleicht dem Leopard 2 in weiten Teilen. Den M1 Abrams gibt es seit 1980 in mittlerweile drei Hauptvarianten. Seit dem Modell M1A1 ist eine 120-Millimeter-Kanone an Bord. Die vier Insassen werden von einer Stahl-Panzerung vor Angriffen geschützt. Mit 1500 PS kommt der je nach Modell bis zu 74 Tonnen schwere Abrams auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 68 Kilometern pro Stunde. Anders als der Leopard 2 wird der M1 Abrams über eine Gasturbine mit Kerosin angetrieben.
Die Hauptwaffe der US-amerikanischen Bradley-Schützenpanzer besteht aus einer 25-Millimeter-Maschinenkanone M242 Bushmaster, die zwischen 100 und 200 Schuss pro Minute verschießen kann. Zudem sind die gepanzerten Kettenfahrzeuge, die nach General Omar N. Bardley benannt sind, mit Maschinengewehren des Typs M240 sowie panzerbrechende Raketen ausgestattet. Die Besatzung umfasst bis zu zehn Soldaten: Fahrer, Kommandant, Richtschütze sowie bis zu sieben Soldaten als Infanterietrupp. Der Panzer wurde dafür konzipiert, im Verbund mit Panzerartillerie und Kampfhelikoptern zu operieren.
Beim AMX-10 RC aus Frankreich handelt es sich um einen amphibischen Spähpanzer. Der Panzer wird aufgrund seiner schwereren Panzerung und Bewaffnung hauptsächlich bei der Aufklärung eingesetzt. Ausgestattet ist er mit einer 105-Millimeter-Kanone, wodurch er auch als Panzerjäger verwendet werden kann. Die Besatzung besteht aus mindestens vier Soldaten. Bei einer Gefechtsmasse von 14,2 Tonnen ist der Panzer mit 85 km/h extrem mobil.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Russische Verluste im Ukraine-Krieg: Wladimir Putin verliert viele Panzer

Warum können die Russen die Ukrainer im eigenen Land nicht aufhalten? Das Institute for the Study of War (ISW) schreibt in seiner täglichen Analyse vom 29. August von einer „mangelnden Bereitschaft des russischen Präsidenten Wladimir Putin, dem Einmarsch (in Kursk, d. Red.) ernsthafter entgegenzutreten, sei es durch eine Mobilisierung aufgrund der Gefahr gesellschaftlicher Unzufriedenheit oder durch groß angelegte Truppenumverteilungen aufgrund möglicher Störungen der laufenden russischen Offensive in der Ostukraine“.

Demnach würden die Behörden vor Ort in der angegriffenen Oblast Einheiten aus Freiwilligen zur Territorialverteidigung zusammenstellen, weil Moskaus Armee keine großen geschlossenen Verbände zur Abwehr des Angriffes schicke. Und so steigen Putins Verluste auch hier weiter. Laut der Open-Source-Intelligence-Website Oryx haben die russischen Streitkräfte seit Beginn ihres heimtückischen Überfalls auf den Nachbarn (Stand, 31. August, 18 Uhr) mindestens 17.602 Militär-Fahrzeuge verloren. Darunter waren demnach 3345 Kampfpanzer und 4483 Schützenpanzer. (pm)

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