Verluste im Ukraine-Krieg

An einem Tag: Putin-Armee verliert erneut mehr als 1000 Soldaten und 155 Drohnen

  • Christian Stör
    VonChristian Stör
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Russland zahlt für Fortschritte an der Front einen hohen Blutzoll. Erneut fallen mehr als 1.000 Soldaten von Putins Armee. Die Verluste im Überblick.

Moskau – Russland kämpft im Ukraine-Krieg nach wie vor mit extrem hohen Verlusten. Betroffen waren davon auch die Truppen aus Nordkorea. Doch offenbar sind diese nicht mehr an der Front im Einsatz. Die Politik in der Ukraine hat inzwischen Berichte über den vorläufigen Abzug nordkoreanischer Soldaten im westrussischen Gebiet Kursk bestätigt. „Wir teilen mit, dass die Präsenz von Militäreinheiten aus Nordkorea seit etwa drei Wochen nicht spürbar ist“, sagte Oberst Olexander Kindratenko Ende Januar.

Der Sprecher der ukrainischen Spezialeinheiten spekulierte dem Internetportal Ukraijinska Prawda zufolge auch über den Grund: „Vermutlich waren sie nach schweren Verlusten gezwungen, sich zurückzuziehen.“ Kindratenko schränkte allerdings ein, dass er nur für die Frontabschnitte sprechen könne, in denen Spezialeinheiten eingesetzt waren. 

Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Die Bundeswehr nutzt den Kampfpanzer Leopard in verschiedenen Varianten seit 1979. Bewaffnet mit einer 120-Millimeter-Kanone lassen sich in den jüngeren Modellen von vier Soldaten an Bord Ziele in einer Entfernung bis zu 5000 Metern bekämpfen. Die Ukraine erhält Panzer des Typs Leopard 2 A6. Das 62,5 Tonnen-Gefährt war bei seiner Einführung im Jahr 2001 als verbesserte Variante des A5 etwa mit neuer Hauptwaffe versehen worden. Das Modell A6M verfügt zudem über einen erhöhten Minenschutz.
Der US-Kampfpanzer M1 Abrams gleicht dem Leopard 2 in weiten Teilen. Den M1 Abrams gibt es seit 1980 in mittlerweile drei Hauptvarianten. Seit dem Modell M1A1 ist eine 120-Millimeter-Kanone an Bord. Die vier Insassen werden von einer Stahl-Panzerung vor Angriffen geschützt. Mit 1500 PS kommt der je nach Modell bis zu 74 Tonnen schwere Abrams auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 68 Kilometern pro Stunde. Anders als der Leopard 2 wird der M1 Abrams über eine Gasturbine mit Kerosin angetrieben.
Die Hauptwaffe der US-amerikanischen Bradley-Schützenpanzer besteht aus einer 25-Millimeter-Maschinenkanone M242 Bushmaster, die zwischen 100 und 200 Schuss pro Minute verschießen kann. Zudem sind die gepanzerten Kettenfahrzeuge, die nach General Omar N. Bardley benannt sind, mit Maschinengewehren des Typs M240 sowie panzerbrechende Raketen ausgestattet. Die Besatzung umfasst bis zu zehn Soldaten: Fahrer, Kommandant, Richtschütze sowie bis zu sieben Soldaten als Infanterietrupp. Der Panzer wurde dafür konzipiert, im Verbund mit Panzerartillerie und Kampfhelikoptern zu operieren.
Beim AMX-10 RC aus Frankreich handelt es sich um einen amphibischen Spähpanzer. Der Panzer wird aufgrund seiner schwereren Panzerung und Bewaffnung hauptsächlich bei der Aufklärung eingesetzt. Ausgestattet ist er mit einer 105-Millimeter-Kanone, wodurch er auch als Panzerjäger verwendet werden kann. Die Besatzung besteht aus mindestens vier Soldaten. Bei einer Gefechtsmasse von 14,2 Tonnen ist der Panzer mit 85 km/h extrem mobil.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Nordkoreas Truppen wegen hoher Verluste im Ukraine-Krieg wohl von Front abgezogen

Zuvor hatte bereits die New York Times vom Abzug der nordkoreanischen Soldaten berichtet. Dies hänge mit den hohen Verlusten der Einheiten zusammen, die Russland im Verbund mit eigenen Kräften zur Rückeroberung der Region einsetze, heißt es in dem Bericht. Kremlsprecher Dmitri Peskow wollte diese Angaben nicht kommentieren.

Ende Oktober hatte es erste Berichte über die Entsendung nordkoreanischer Soldaten nach Russland gegeben. Kremlchef Wladimir Putin und der Machthaber in Pjöngjang, Kim Jong-un, hatten zuvor eine verstärkte Kooperation auch im Militärbereich vereinbart. Ab November gab es zunehmend Berichte über den Einsatz nordkoreanischer Soldaten im Gebiet Kursk. Inzwischen hat Kiew auch die Gefangennahme mehrerer Nordkoreaner öffentlich gemacht.

Bei einem Drohnentraining der russischen Armee für den Krieg in der Ukraine ist ein explodierender Panzer zu sehen.

Die Verluste von Russland im Ukraine-Krieg in Zahlen

Opferzahlen lassen sich in solchen Konflikten in der Regel nicht unabhängig verifizieren. Weder die Politik in Russland noch Kiew haben bisher vertrauenswürdig erscheinende Zahlen zu ihren jeweiligen Verlusten bekanntgegeben. Vor gut einem Monat hatte die New York Times unter Berufung auf Militär- und Geheimdienstquellen der USA berichtet, bisher seien 57.000 ukrainische Soldaten gefallen. Die russischen Verluste wurden von der Nato zuletzt auf über 600.000 Tote und Verwundete beziffert.

Dafür veröffentlicht der ukrainische Generalstab jeden Tag neue Zahlen zu Russlands Verlusten. Demnach sollen allein in den vergangenen 24 Stunden etwa 1180 russische Soldaten bei Kampfhandlungen getötet oder schwer verletzt worden sein. Die Gesamtzahl der Opfer steigt demnach auf etwa 867.180 tote und verwundete Soldaten. Auch diese Daten lassen sich unabhängig nicht überprüfen.

DatumVerluste am TagVerluste insgesamt
23. Februar (So)1180867.180
22. Februar (Sa)1140866.000
21. Februar (Fr)1280864.860
20. Februar (Do)1190863.580
19. Februar (Mi)1300862.390
18. Februar (Di)1170861.090
17. Februar (Mo)1530859.920
16. Februar (So)1730858.390

Russland muss auch bei der Ausrüstung schwere Verluste im Ukraine-Krieg hinnehmen

Neben den Verlusten unter den Soldaten werden auch zerstörte Panzer, Drohnen und andere Waffensysteme dokumentiert. Die Zahlen in der folgenden Liste werden ebenfalls von der ukrainischen Militärführung mitgeteilt (Stand 23. Februar). Diese Zahlen können ebenfalls nicht überprüft werden.

  • Panzer: 10.168 (+7 zum Vortag)
  • Gepanzerte Fahrzeuge: 21.151 (+12)
  • Artilleriesysteme: 23.582 (+54)
  • Mehrfach-Raketenwerfer: 1296 (+1)
  • Luftabwehrsysteme: 1081 (+1)
  • Flugzeuge: 370
  • Hubschrauber: 331
  • Drohnen: 26.428 (+117)
  • Marschflugkörper: 3064
  • Kriegsschiffe und Boote: 28
  • U-Boote: 1
  • Fahrzeuge und Tanklaster: 38.334 (+91)
  • Spezialausrüstung: 3757 (+3)

Krieg in der Ukraine

Über alle Entwicklungen aus dem Ukraine-Krieg und die Lage an der Front informieren wir in unserem aktuellen News-Ticker zum Ukraine-Krieg.

Russlands Verluste im Ukraine-Krieg steigen von Tag zu Tag

Zahlen zu den russischen Verlusten werden auch vom russischsprachigen Dienst der britischen Rundfunkanstalt BBC und dem unabhängigen russischen Nachrichtenportal Mediazona veröffentlicht. Demnach sollen im Ukraine-Krieg bisher 93.641 russische Soldaten gefallen sein.

Diesen Daten liegen verifizierte, öffentlich verfügbare Quellen zu Grunde. Darunter fallen Social-Media-Posts von Familienmitgliedern, lokale Nachrichtenberichte und offizielle Ankündigungen regionaler Behörden. Da nicht jeder Militärtod öffentlich bekannt wird, dürften die russischen Verluste im Ukraine-Krieg noch deutlich höher sein. (cs)

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Rubriklistenbild: © IMAGO/Stanislav Krasilnikov

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