US-Verteidigungsminister warnt
Huthi versichern Hisbollah Hilfe „ohne Grenzen“ gegen Israel – Spannungen könnten zunehmen
VonMarcus Giebelschließen
Die Huthi-Rebellen planen, der Hisbollah im Streit gegen Israel zu helfen. Auch für Jerusalem scheint eine Ruhepause nicht denkbar zu sein.
Sanaa – Die Lage im Nahen Osten wird zunehmend unübersichtlicher und damit brenzliger. Der Krieg zwischen Israel und der radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas im Gazastreifen geht bald in sein zweites Jahr, seit kurzem flammt auch der Konflikt zwischen Jerusalem und der Schiiten-Miliz Hisbollah im Libanon wieder auf. Laut Newsweek wollen die im Jemen beheimateten Huthi-Rebellen die Terrormiliz aus dem Libanon tatkräftig unterstützen.
Das US-Portal zitiert den stellvertretenden Leiter der Huthi-Medienbehörde Nasreddin Amer mit der Warnung: „Wir werden unsere Brüder der Hisbollah sicher mit all unserer Kraft und ohne Grenzen unterstützen.“ Es gehe darum, „Israel eine beispiellose historische Niederlage zuzufügen“.
Krieg zwischen Israel und Hisbollah: 150 Raketen an einem Tag – USA drängen auf Kampfpause
Derweil beschießen sich Israel und die proiranische Hisbollah im Libanon weiter gegenseitig. Die israelische Armee registrierte am Donnerstag 150 Raketenabschüsse aus dem Libanon, die Hisbollah selbst gab an, 80 Raketen auf den israelischen Ort Safed und weitere 50 auf die Ortschaft Ahihud abgefeuert zu haben. Berichten zufolge gab es keinerlei Verletzte zu beklagen, nach Angaben des israelischen Militärs wurde aber ein Haus getroffen.
Vor dem Gaza-Krieg: Die Geschichte des Israel-Palästina-Konflikts in Bildern




Eine Staatengruppe um die USA und Deutschland drängt angesichts von schon mehr als 600 Toten im Libanon auf eine Kampfpause von 21 Tagen. Israels Verteidigungsminister Joav Galant betonte jedoch laut seinem Büro: „Wir setzen unsere Abfolge von Operationen fort.“ Es seien bereits Hisbollah-Mitglieder getötet und Raketen der Miliz zerstört worden. Am Donnerstag soll der Kommandeur der Drohnen-Miliz ums Leben gekommen sein. „Wir müssen noch weitere Missionen erfüllen, um die sichere Rückkehr Israels nördlicher Gemeinden in ihre Häuser zu gewährleisten“, erklärte Galant.
USA besorgt wegen Kämpfen zwischen Israel und Hisbollah: „Großangelegter Krieg verheerend“
Auf Nachfrage von Newsweek sagte ein Sprecher der israelischen Verteidigungsstreitkräfte (IDF): „Die IDF sind bereit, entschiedene Maßnahmen gegen jede Gruppe oder Organisation, einschließlich der Huthis, zu ergreifen, die die israelische Souveränität oder die Sicherheit der Bürger bedroht.“
Damit scheinen die Fronten verhärtet. Eine Eskalation liegt in der Luft. US-Verteidigungsminister Lloyd Austin warnte nach einem Treffen mit seinen britischen und australischen Kollegen in London: „Ein weiterer großangelegter Krieg könnte sowohl für Israel als auch für den Libanon verheerend sein.“ (mg, mit dpa)
