„The Joe Rogan Experience“

Im Gegensatz zu Trump: Harris sagt kontroversem Rogan-Podcast vor US-Wahl ab

Vice President and Democratic presidential nominee Kamala Harris speaks during a campaign rally with Former president Ba
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US-Wahlkampf: Anders als Donald Trump wird Kamala Harris wird nicht im Podcast von Joe Rogan auftreten (Archivbild)
  • Paula Völkner
    VonPaula Völkner
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Am Freitag ist Trump zu Gast in Rogans Podcast mit rund 16 Millionen Followern. Besonders eine potenzielle Wählergruppe hätte auch Harris mit einem Auftritt erreichen können.

Washington D.C. – Während Donald Trump mit dem Auftritt bei der „The Joe Rogan Experience“ vor einem seiner größten Interviews in seinem diesjährigen Wahlkampf steht, soll Kamala Harris vor der US-Wahl nun doch nicht in Rogans Podcast zu Gast sein. Das gab Harris‘ Sprecher, Ian Sams, in einem Interview mit MSNBC bekannt. Grund dafür sei der volle Terminkalender. „Ich habe mit Rogan und seinem Team über den Podcast gesprochen. Leider wird es aufgrund der Planung dieses Zeitraums der Kampagne derzeit nicht klappen“, erklärte Sams.

Kampf um Stimmen junger Männer vor der US-Wahl – Harris im Gespräch mit Joe Rogan

Zuvor hatte die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, dass Harris‘ Team mit Rogan im Gespräch sei. Von dem Auftritt in Rogans Podcast, hätte Harris kurz vor der US-Wahl möglicherweise profitieren können. Gegenüber ABC News erklärte ein Vertreter des Streaming-Dienstes Spotify, dass die Follower-Zahl des Podcasts sich auf 15,7 Millionen Followern belaufe. Damit sei die Zahl größer als die Einwohnerzahl in jedem der sieben umkämpften Bundesstaaten, heißt es in dem Bericht. Besonders eine Gruppe wird Trump bei seinem Auftritt erreichen können – junge Männer.

Gender-Gap bei US-Wahl: Umfragen zeigen, Trump könnte bei jungen Männern vorn liegen

Diese Gruppe hätte auch Harris mit einem Auftritt in Rogans Podcast ansprechen können. Einem Newsweek-Bericht zufolge benötige Harris laut Umfragen zur US-Wahl besonders in dieser Bevölkerungsgruppe Unterstützung. Umfragen zeigen, dass sich der Gendergap mit Harris‘ Eintritt in den US-Wahlkampf vergrößert hat. Die Vizepräsidentin hat demzufolge schneller die Unterstützung junger Frauen gewonnen, als die junger Männer. Einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters zufolge deuten Umfragen darauf hin, dass Trump bei jungen Männern die Nase vorn haben könnte.

Mit seinem Besuch bei dem umstrittenen MMA-Kommentator und Comedian führt Trump seine Podcast-Tour und die damit einhergehende Wahlkampfstrategie fort. Trump hatte zuletzt mehrere Podcasts besucht, die besonders ein junges männliches Publikum erreichen. Nach eigener Aussage habe Rogan Trump nie einladen wollen – eine Haltung, die der 57-Jährige offenbar geändert hat.

US-Wahlkampf in Texas: Trump zu Gast bei Rogan – Harris mit Beyoncé in Austin

Der Podcast des 57-Jährigen hat in den vergangene Jahren immer wieder für Kritik gesorgt. So verbreitete Rogan insbesondere während der Corona-Pandemie wiederholt Falschmeldungen. Auch im US-Wahlkampf verbreitete der Podcaster Verschwörungsmythen. So behauptete Rogan, dass die Demokraten Millionen Einwanderer in die USA schleusten, um sie dort illegal an der US-Wahl teilnehmen zu lassen, die sie dann mit ihren Stimmen gewinnen könnten. Harris und Trump hat der Podcaster im Vorfeld der US-Wahl am 5. November sowohl gelobt als auch Witze über sie gemacht.

Bilder einer Karriere: Kamala Harris strebt Präsidentenamt in den USA an

Mit dem Verzicht von Joe Biden auf die Kandidatur der Demokraten rückt seine Stellvertreterin Kamala Harris vor der US-Wahl 2024 in den Fokus.
Nachdem die Demokraten die Vizepräsidentin aufgestellt haben, hat Harris die Chance, als erste Frau in der Geschichte der USA das Präsidentenamt zu übernehmen. Damit wäre sie die mächtigste Frau der Welt.
Harris wurde am 20. Oktober 1964 in Oakland im Bundesstaat Kalifornien geboren. Ihr Vater war aus Jamaika in die USA eingewandert, um Wirtschaft zu studieren. Ihre Mutter, eine 2009 verstorbene Brustkrebsforscherin, kam aus Indien in die USA. Sie kam aus Indien und lernte Harris‘ Vater in den 60er Jahren in den USA kennen. 
Harris und ihre jüngere Schwester Maya wuchsen bei ihrer Mutter auf, zeitweise lebten sie im kanadischen Montreal. „Sie erzog uns zu stolzen, starken Schwarzen Frauen. Und sie hat uns beigebracht, unser indisches Erbe zu kennen und darauf stolz zu sein“, sagte Harris 2020 in einer Rede. Darin betonte sie auch, dass die USA einen Präsidenten brauchten, „der uns alle zusammenbringt – Schwarze, Weiße, Latinos, Asiaten, Indigene – um die Zukunft zu erreichen, die wir gemeinsam wollen“.
Bilder einer Karriere: Kamala Harris strebt Präsidentenamt in den USA an

Während Trump also am Freitag zur Aufnahme Zugast in Austin sein wird, hat auch Harris in Texas einen Stopp geplant. Mit der Unterstützung der Sängerin Beyoncé wird die demokratische Kandidatin in Houston auftreten. Einem npr-Bericht zufolge soll sich Harris bei ihrem Wahlkampfauftritt in Texas auf das Recht auf Abtreibung konzentrieren. (pav)