Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung

Prognose für La-Niña-Rückkehr: Warnung vor Extrem-Wetter im Herbst

  • VonDominik Jung
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Experten schlagen Alarm: La Niña kehrt zurück – doch statt Abkühlung drohen weltweit Rekordhitze und Wetterextreme. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.

München – Die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) hat eine dramatische Prognose veröffentlicht: Ab September 2025 könnte sich La Niña durchsetzen – mit einer Wahrscheinlichkeit von bis zu 60 %. Normalerweise kühlt das Klimaphänomen den tropischen Pazifik ab und bringt vielerorts Regen und Stürme.

Die Folgen der globalen Erwärmung sind weltweit unübersehbar.

Doch diesmal zeichnet sich ein gefährlicher Trend ab: Trotz der Rückkehr von La Niña erwarten die Meteorologen globale Temperaturen weit über dem Durchschnitt. Der natürliche Zyklus tritt im Schatten des menschengemachten Klimawandels auf, der inzwischen jedes Signal überlagert. Selbst eine „Abkühlungsphase“ bringt keine Entlastung mehr – stattdessen droht eine explosive Mischung aus Extremhitze, Dürren und Überschwemmungen.

La Niña kommt – doch die Erde bleibt im Fieberzustand: Teure Schäden, neue Katastrophen, bedrohte Leben

Die WMO betont: Saisonale Vorhersagen sind längst überlebenswichtig geworden. Landwirtschaft, Energieversorgung, Gesundheitssysteme und Transportnetze stehen unter Druck, wenn Wetterextreme zuschlagen. Schon heute sparen Regierungen Millionen durch Frühwarnungen, doch die Risiken wachsen rasant. Im kommenden Herbst sollen große Teile der Nordhalbkugel deutlich überdurchschnittliche Temperaturen erleben. Auch der Süden ist betroffen.

Besonders alarmierend: Niederschlagsmuster ähneln jenen von moderaten La Niña-Jahren – das heißt, viele Regionen müssen mit Starkregen und Flutereignissen rechnen, während anderswo Trockenheit eskaliert. Die Kombination aus steigenden globalen Durchschnittstemperaturen und den unberechenbaren Schlägen von ENSO könnte Milliarden kosten und erneut Tausende von Menschenleben fordern.

Katastrophen in Bayern: Tsunami, Vulkanausbruch, Tornado – wie wahrscheinlich sind diese Horror-Szenarien?

Ein waschechter Vulkanausbruch in Bayern? Wir können Sie beruhigen, das ist in absehbarer Zeit nicht der Fall. Aus geologischer Sicht ist es aber tatsächlich gar nicht so lange her, schreibt das Bayerische Landesamt für Umwelt (LFU), dass es aktive Vulkane, vor allem in Nordbayern, gab. Daher gibt es einige erloschene Vulkane im Freistaat, Basaltsäulen am Hohen Parkstein bei Weiden in der Oberpfalz erinnern an die Zeit des tertiären Vulkanismus.
Wenn sich die Natur von ihrer gewaltsamen Seite zeigt, hat der Mensch oft das Nachsehen. Dank seiner Lage ist der Freistaat Bayern vor vielen Katastrophen gefeit – die Wahrscheinlichkeit für Tsunamis oder verheerende Erdbeben ist äußerst gering. Es gibt aber andere Naturkatastrophen, die in Bayern auftreten können – und dies zum Teil auch in trauriger Regelmäßigkeit tun.
Ein Tsunami am Tegernsee, der Rottach-Egern unter sich begräbt und für Verwüstung im bayerischen Ferienparadies sorgt? Nein, das ist nicht sehr wahrscheinlich. Aber tatsächlich auch nicht ausgeschlossen. Wie deutschlandfunk.de berichtet, gab es 1601 einen Tsunami im Vierwaldstätter See in der Schweiz – ausgelöst von einem Erdbeben. Er forderte mehrere Todesopfer. Dass Ähnliches aber am Starnberger See oder am Tegernsee passiert, bleibt dann – glücklicherweise – eher in der Welt der Fantasie.
Auch Erdbeben zählen zu den Katastrophen, von denen Bayern in der Regel verschont bleibt. Zumindest was Großbeben angeht. Denn tatsächlich werden jährlich hunderte kleinere Beben im Freistaat registriert, schreibt das LFU. „Sie treten in Bayern nur in bestimmten Gegenden gehäuft auf und sind dann meist von schwacher Stärke“, heißt es. Auf erdbeben-in-bayern.de, dem bayerischen Erdbebendienst des LFU, kann man sogar Erdbebendaten in Echtzeit verfolgen. Die stärksten Erdbeben, die registriert wurden, ereigneten sich in den 1960er Jahren im Süden von Bayern mit einer Stärke von 5.5.
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Klimawandel schlägt alles – La Niña nur noch Nebengeräusch

La Niña und El Niño waren früher dominante Spielmacher im Weltklima. Doch die Realität von 2025 zeigt: Der anthropogene Klimawandel diktiert die Regeln. Selbst Naturphänomene, die einst Abwechslung im Klima brachten, können die unaufhaltsame Erwärmung nicht mehr stoppen. Stattdessen verschärfen sie die Lage: mehr Hitzewellen, mehr extreme Niederschläge, mehr Wetterkapriolen.

Die WMO warnt: Wer jetzt nicht handelt, zahlt doppelt – ökonomisch und menschlich. Während einige noch von „natürlichen Schwankungen“ reden, macht die aktuelle Prognose deutlich: Die Erde kennt keine Atempause mehr. Das Klimafieber steigt, und La Niña könnte es sogar noch anfachen.

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa/AP | Muhammad Sajjad

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