Neuer Ministerpräsident
Klare Kante gegen Trump: Wirtschaftsexperte Carney folgt in Kanada auf Trudeau
VonFranziska Schwarzschließen
Kanadas designierter Premierminister Mark Carney will US-Präsident Donald Trump genauso entschieden entgegentreten wie sein Vorgänger Justin Trudeau.
Ottawa – Die Liberale Partei Kanadas hat einen neuen Chef und das Land bekommt einen neuen Premier. Mark Carney setzt die klare Rhetorik seines Vorgängers gegen Donald Trump fort. „Kanada wird niemals in irgendeiner Form Teil Amerikas werden“, sagte Carney kurz nach Bekanntwerden der Ergebnisse der Parteiabstimmung. Seine Nation erlebe „dunkle Tage, ausgelöst durch ein Land, dem wir nicht länger trauen können“, aber man werde die Herausforderung bewältigen, sagte der 59-Jährige.
Trudeau-Nachfolge in Kanada geklärt – Neuwahlen noch dieses Jahr
Carney folgt auch als Premierminister auf auf Justin Trudeau und soll Anfang der Woche vereidigt werden – Neuwahlen stehen spätestens im Herbst an. Er hatte sich mit fast 86 Prozent der Stimmen bei der Mitgliederbefragung klar gegen seine Konkurrenten durchgesetzt.
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Nach Trudeau-Rücktritt: Wirtschaftsexperte Carney neuer Premier von Kanada
Carney gilt als politischer Neuling: Er hatte die Bank of Canada geleitet, ehe er als erster Nicht-Brite Präsident der Bank of England wurde. Er hatte aber nie ein gewähltes Amt inne. Bis vor Kurzem war er UN-Sondergesandter für die Finanzierung von Klimaschutzmaßnahmen. Carney versprach jedoch in seinem Wahlkampf, die „Wirtschaft wieder auf Kurs“ zu bringen und insbesondere Trump die Stirn zu bieten.
Neuer Kanada-Premier Mark Carney: „Weiß, wie man Krisen bewältigt“
Sowohl Carney als auch Freeland hatten ihre Kampagnen auf die Bedrohung durch Trump ausgerichtet. Carney betonte, die kanadische Zentralbank durch die Finanzkrise 2008 und 2009 und die Bank of England durch die Turbulenzen nach dem Brexit-Votum gesteuert zu haben. „Kanada steht vor einer der schwersten Krisen in unserer Geschichte“, sagte er. „Ich weiß, wie man Krisen bewältigt.“
Trump droht Kanada mit Zöllen – Trudeau-Rücktritt nach Differenzen bei Liberalen
Die Wahl erfolgte inmitten massiver Auseinandersetzungen mit den USA wegen Trumps Drohungen mit höheren Zöllen gegen Kanada. Trump hatte zudem erklärt, das Nachbarland solle der „51. Bundesstaat“ der Vereinigten Staaten werden. Trudeau, der 2013 Parteichef und zwei Jahre später Regierungschef wurde, hatte Anfang Januar angesichts schlechter Umfragewerte und parteiinterner Meinungsverschiedenheiten seinen Rücktritt angekündigt. (frs mit Agenturen)
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