„EU-Sanktionen verfehlen ihr Ziel“

Ukraine-News: Embargo zwecklos? Indien verkauft russisches Öl teuer an die EU

  • Patricia Huber
    VonPatricia Huber
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Die EU hat einen teilweisen Importstopp für russisches Öl beschlossen. Das macht sich Indien zunutze und verkauft das billig eingekaufte Öl aus Russland teuer weiter.

Neu-Delhi/Moskau – Das Öl-Embargo steht. Mit dem sechsten Sanktionspaket hat die EU aufgrund des Ukraine-Krieges beschlossen, bis Ende des Jahres kein Erdöl mehr aus Russland zu beziehen – zumindest nicht auf dem Seeweg. Das Öl, welches über die Pipelines in die EU-Länder geliefert wird, zählt als Ausnahme.

Ukraine-News: Indien kauft russisches Öl mit hohen Rabatten

Deutschland soll nach Willen der Regierung möglichst schnell aus der Abhängigkeit russischer Energielieferungen kommen. Doch eine komplette Abkehr von russischem Öl gestaltet sich angesichts des verflochtenen Weltmarkts als schwere Aufgabe. Denn andere Länder machen sich die Sanktionen zunutze: Sie kaufen das Öl günstig aus Russland und verkaufen es dann teuer raffiniert weiter an die EU.

Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, haben indische Raffinerien in den vergangenen Monaten immer mehr russisches Öl gekauft. Seit dem Einmarsch der russischen Truppen in die Ukraine hat Indien 62,5 Millionen Barrel russisches Öl gekauft – das ist mehr als dreimal so viel wie im Vorjahreszeitraum. Doch Indien kauft nicht nur für das eigene Land, sondern um das Öl dann wieder zu exportieren. Quellen der spanischen Zeitung El Mundo berichten, dass Indien das russische Öl mit hohen Rabatten kauft, was den Export zu einem lohnenswerten Geschäft macht.

Der Ukraine-Krieg in Bildern – Zerstörung, Widerstand und Hoffnung

Der Krieg Russlands gegen die Ukraine hat am 24. Februar 2022 begonnen. Im November konnten die ukrainischen Streitkräfte die Stadt Cherson befreien. Doch für die Menschen vor Ort ist die Lage noch immer katastrophal. Es gibt weder Strom noch fließendes Wasser. Hier kämpfen sie um die Verteilung von Hilfsgütern im Zentrum der Stadt.
Am 24. Februar beginnt Russland mit dem Angriffskrieg auf die Ukraine. Die Stadt Tschuhujiw wird bereits am ersten Tag des Krieges bombardiert. Helena, eine 53 Jahre alte Lehrerin, steht dort vor einem Krankenhaus.
Das „Z“ findet sich, wie hier am Kontrollpunkt Perekop nahe der Halbinsel Krim, auf nahezu allen Militärfahrzeugen der russischen Armee. Es wird im weiteren Verlauf zum Symbol für den Überfall Russlands auf die Ukraine.
Zu Beginn des Ukraine-Kriegs kommt es wie hier in Moskau in zahlreichen Städten Russlands zu Demonstrationen. Die Staatsmacht im Kreml geht mit aller Härte gegen die Teilnehmenden vor. Tausende Personen werden verhaftet.
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Ukraine-News: Indien verkauft Kraftstoffe mit russischem Öl

Die Berliner Zeitung berichtet unter Berufung auf Recherchen des Wall Street Journal, dass private indische Ölraffinerien den Weltmarkt vermehrt mit Diesel und Benzin beliefern. Diese Kraftstoffe enthalten unter anderem russisches Öl – doch diese Information legen die Verkäufer nicht offen.

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Die USA haben bereits im März ein Öl-Embargo gegen Russland beschlossen. Schon damals wurde Indiens Nähe zu Russland und dem Präsidenten Wladimir Putin ganz genau beäugt. Während die US-Regierung zunächst zurückhaltend blieb, wandte sich die Sprecherin des Weißen Hauses schließlich doch mit einem warnenden Satz an die indische Regierung.  „Überlegen Sie, auf welcher Seite Sie stehen möchten, wenn dieser Moment in die Geschichtsbücher eingeht“, sagte Jen Psaki, wie die Süddeutsche Zeitung (SZ) berichtete. (ph)

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