Preisentwicklung

Inflation: Tabelle zeigt starke Preisschwankungen bei Nudeln, Pizza und Co.

  • Lisa Mayerhofer
    VonLisa Mayerhofer
    schließen

Eine Tabelle der Preisvergleichsapp smhaggle zeigt: Viele Markenprodukte verzeichnen hohe Preissteigerungen, während andere wieder billiger geworden sind.

München – Mit dem Anstieg der Inflation sind die Lebensmittel in Deutschland viel teurer geworden. Nun verliert die Teuerungsrate aber an Dynamik. Im Zuge dessen haben viele Supermarkt-Produkte starke Preisschwankungen hinter sich.

Nach ersten Schätzungen des Statistischen Bundesamts stiegen die Preise im August im Jahresvergleich um 6,1 Prozent – nach 6,2 Prozent im Juli und 6,4 Prozent im Juni. Deutlich über dem Schnitt lagen aber weiterhin die Preissteigerungen für Nahrungsmittel und für Energie.

Nutzen Unternehmen die Inflation für „unnötige“ Preissteigerungen?

Laut Schätzungen der Statistiker stiegen die Verbraucherpreise bei den Dienstleistungen um 5,1 Prozent und bei den Waren um 7,1 Prozent – hierzu gehören auch Energie und Nahrungsmittel. Die Preise für Haushaltsenergie und Kraftstoffe legten im Jahresvergleich um 8,3 Prozent zu, die Preise für Nahrungsmittel um 9,0 Prozent. Doch Experten argwöhnen auch, dass viele Firmen die Inflation nutzen, um die Preise unnötig in die Höhe zu treiben.

Die Pasta-Preise steigen in Supermärkten und Discountern an (Symbolfoto)

Das legte schon im vergangenen Jahr eine Studie des ifo-Instituts nahe. „Vielmehr scheinen Unternehmen in einigen Wirtschaftszweigen die Preissteigerungen dazu genutzt zu haben, ihre Gewinne auszuweiten“, sagte der stellvertretende Leiter der ifo-Niederlassung Dresden, Joachim Ragnitz, damals zu der veröffentlichten Untersuchung.

Reuter: „In den letzten Jahren sind deutlich über 70 Prozent aller Produkte teurer geworden“

„In den letzten eineinhalb Jahren sind deutlich über 70 Prozent aller Produkte teurer geworden“, erklärt Sven Reuter, Geschäftsführer der Great Value Group und Erfinder der Preisvergleichsapp „smhaggle“ gegenüber der Tagesschau. Einige Marken seien aber auch wieder billiger geworden. Das ergab eine Bondatenanalyse von smhaggle.

„Wir erhalten täglich über 10.000 Kassenbons von den smhaggle-Nutzern, darüber können wir einen Großteil der Produkte und deren regionale Preise ermitteln und historisch auswerten“, erklärt Reuter gegenüber IPPEN.MEDIA das Prozedere. Die App verzeichne mittlerweile über 500.0000 Konsumenten, die damit beim Einkaufen Geld sparen wollen, so der Geschäftsführer.

Tabelle: Preisschwankungen bei Pizza, Nudeln, Butter und Co.

Für IPPEN.MEDIA hat Reuter so auch die Preisentwicklungen ausgewählter Markenprodukte nachgezeichnet. Dabei hebt er beispielsweise heraus, dass die Preise für einige Milchprodukte wieder gefallen sind. So sei das Preisniveau der Eigenmarken-Butter mittlerweile fast wieder auf Vorkriegsniveau. Doch die Frischkäsemarke Philadelphia habe dennoch im Laufe des Jahres eine Preissteigerung hingelegt.

Die Preisentwicklungen sind dieser Tabelle zu entnehmen:

Auch die iglo Fischstäbchen verzeichnen eine interessante Preiskurve: Nachdem der Regalpreis stark angehoben wurde, sei dieser nun gesunken, so Reuter. Grund für die Preisreduktion könne die Kaufzurückhaltung der Konsumenten sein. Dafür spreche unter anderem, dass 86,6 Prozent der Käufe zum Aktionspreis getätigt wurden.

Bei den Tiefkühlpizzen von Dr. Oetker und Original Wagner von Nestlé zeichnet sich ab, dass sich dort die Preislücke allmählich schließt: Nachdem Dr. Oetker als Erster das Preisniveau auf über drei Euro angehoben habe, sei Original Wagner noch länger billiger geblieben und habe schließlich nachgezogen. „Aktuell ist der Preisunterschied der beiden Produkte geringer als vor dem Ukrainekrieg“, so Reuter.

Mit Material der dpa

Rubriklistenbild: © Martin Wagner/Imago

Mehr zum Thema