Soldaten ausgebildet
„Würde dramatische Eskalation bedeuten“: Iran und Russland vor riskantem neuen Deal
VonVictoria Krumbeckschließen
Der Iran soll Russland bald neue Waffen liefern. Das ballistische Raketensystem Fath-360 könnte die Situation im Ukraine-Krieg verschärfen.
Moskau/Teheran – Russlands Kooperationen mit dem Westen sind seit dem Überfall auf die Ukraine 2022 stark eingeschränkt. Das Land unter der Führung von Wladimir Putin hat dafür Partnerschaften mit China oder dem Iran stark ausgebaut. Aus dem Iran bezieht Moskau Kampfdrohnen, die im Ukraine-Krieg eingesetzte werden. Doch aus Russland soll Teheran militärisch unterstützen, indem es Raketensysteme an den Iran liefert. Nun soll ein neuer Deal bevorstehen: Der Iran soll Hunderte Raketen an das russische Militär liefern.
Iran soll Waffen an Russland liefern: „Dramatische Eskalation“
Dutzende russische Militärangehörige im Iran sollen an dem ballistischen Kurzstreckenraketensystem Fath-360 ausgebildet werden, wie Reuters am 9. August berichtete. Die Nachrichtenagentur bezieht sich dabei auf europäische Geheimdienstquellen, die Reuters darüber informierten. Laut den Quellen sollen bald Hunderte der Fath-360-Systeme an Russland geliefert werden, um sie im Ukraine-Krieg einzusetzen. Wann genau der Zeitpunkt sein soll, konnten die Quellen nicht sagen.
Bereits am 13. Dezember 2023 sollen Vertreter des russischen Verteidigungsministeriums mit iranischen Beamten in Teheran einen Vertrag über die satellitengesteuerten Waffen Fath-360 sowie über ein anderes ballistisches Raketensystem der staatlichen iranischen Luft- und Raumfahrtindustrieorganisation (AIO) namens Ababil unterzeichnet haben, wie eine Quelle, die anonym bleiben möchte, Reuters sagte.
Iran unterstützt Russland im Ukraine-Krieg: Lieferung von Raketensystem
„Der einzig mögliche nächste Schritt“ sei die Lieferung nach Russland, nachdem das russische Militärpersonal an dem Fath-360-System, das eine maximale Reichweite von 120 Kilometern hat und einen bis zu 150 kg schweren Sprengkopf abfeuern kann, ausgebildet wurden.
Die Vereinigten Staaten und ihre NATO-Verbündeten sowie G7-Partner seien „bereit, rasch und entschieden zu reagieren, sollte der Iran derartige Überstellungen vornehmen“, wie ein Sprecher des Nationalen Sicherheitsrates der USA sagte. Dies würde „eine dramatische Eskalation der iranischen Unterstützung für Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine bedeuten“, so der Sprecher weiter. „Das Weiße Haus hat seit Beginn der groß angelegten russischen Invasion in der Ukraine wiederholt vor einer Vertiefung der Sicherheitspartnerschaft zwischen Russland und dem Iran gewarnt.“
Lieferung von iranischem Raketensystem an Russland – Ukraine gerät unter Druck
Laut einem Militärexperten könnte Moskau durch die Lieferung der Fath-360-Raketen einen großen Teil seines Arsenals für Ziele jenseits der Frontlinie einsetzten und die iranischen Sprengköpfe für Ziele mit geringer Entfernung verwenden. Der Iran dementiert seit langem, dass es Waffen an Russland liefere.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine




„Die Lieferung einer großen Zahl ballistischer Kurzstreckenraketen aus dem Iran an Russland würde den Druck auf die bereits stark überlasteten ukrainischen Raketenabwehrsysteme weiter erhöhen“, erklärt Justin Bronk, leitender Forschungsbeauftragter für Luftstreitkräfte am Royal United Services Institute (RUSI), einer in London ansässigen Denkfabrik für Verteidigungsfragen. Nur „ukrainische Systeme der Spitzenklasse“ könnte die ballistische Bedrohung abfangen, wie er hinzufügte. Zu diesen zählt er das US-amerikanische Patriot-System und die europäischen SAMP/T-Systeme. (vk/Reuters)
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