US-Präsident abgestraft
Unpopulärer als je zuvor: Demokraten wenden sich von Biden ab
VonFelix Durachschließen
Die Krisen der vergangenen Monate könnten für Joe Biden nun ihren Tribut fordern. Der US-Präsident rutscht in den Zustimmungswerten auf einen Tiefpunkt.
Washington D.C. – In seinen über zweieinhalb Jahren als Präsident der Vereinigten Staaten hatte Joe Biden mit vielen Herausforderungen zu kämpfen. Die letzten Ausläufer der Corona-Pandemie fielen ebenso in seine Amtszeit, wie der Beginn des Ukraine-Kriegs und die damit verbundene Inflation. Doch selten waren die Umfragewerte von Biden seit seiner Wahl zum US-Präsidenten so schlecht wie im Oktober 2023. Der 80-Jährige verlor nicht nur unter den Republikanern weiter an Zustimmung, sondern auch in den eigenen Reihen scheinen sich immer mehr Menschen vom Präsidenten abzuwenden.
US-Präsident Biden rutscht in Zustimmungswerten ab – auch unter Demokraten
Diese Einschätzungen gehen aus einer Umfrage des US-amerikanischen Marktforschungsinstituts Gallup hervor, die am Donnerstag (26. Oktober) veröffentlicht wurde. Die Zustimmungsrate von Biden in der Gesamtbevölkerung liegt der Umfrage zufolge bei 37 Prozent. Ein Einbruch um vier Prozentpunkte im Vergleich zum Vormonat. 37 Prozent stellt auch gleichzeitig den niedrigsten Wert in den Zustimmungsbefragungen für Biden in seiner Zeit als US-Präsident dar. Bereits im April dieses Jahres hatten die Zustimmungswerte den US-amerikanischen Staatschef bei 37 Prozent gelegen – danach ging es für Biden jedoch wieder bergauf.
Einen weiteren Tiefpunkt erreichte der frühere Stellvertreter von Präsident Barack Obama in den Zustimmungswerten unter den Wählern seiner eigenen Partei. Diese erreichten im Oktober mit 75 Prozent einen neuen Tiefststand. Im Vergleich zum September verlor Biden ganze elf Prozentpunkte.
Joe Biden: Leben und Karriere des 46. US-Präsidenten in Bildern




Bidens USA durchleben turbulente Zeiten – Israel-Krieg und Chaos im Repräsentantenhaus
Die Umfrage wurde zwischen dem 2. und 23. Oktober durchgeführt. Dieser Zeitraum beinhaltet auch die Angriffe der radikal-islamistischen Hamas auf Israel am 7. Oktober und den daraus resultierenden Krieg zwischen Israel und der Terrormiliz. Am 3. Oktober wurde darüber hinaus Kevin McCarthy als Sprecher des US-Repräsentantenhauses abgewählt und die Republikaner begannen eine Odyssee nach einer Nachfolge.
Erst am Mittwoch (25. Oktober) einigte sich das Repräsentantenhaus auf Mike Johnson als neuen Vorsitzenden. Zuvor hatten drei weitere Kandidaten bei der Wahl keine Mehrheit erhalten. Johnson bekleidet als Sprecher des Repräsentantenhauses nun das dritthöchste Staatsamt der USA – hinter Präsident Biden und Vizepräsidentin Kamala Harris.
Die schlechten Umfragewerte könnten für Biden vor allem mit Blick auf die bevorstehende US-Präsidentenwahl im kommenden Jahr zum Problem werden. Dann strebt der 80-Jährige eine zweite Amtszeit als Staatsoberhaupt der USA an. Sein Gegner könnte dann wie 2020 Ex-Präsident Donald Trump sein. (fd)
