Gantz populärer als Netanjahu

Netanjahu muss um politische Zukunft bangen: Umfragen zeigen düsteres Bild

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und Kabinettsminister Benny Gantz nehmen am 28. Oktober 2023 an einer Pressekonferenz auf dem Militärstützpunkt Kirya in Tel Aviv teil.
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Ministerpräsident Benjamin Netanjahu (links) würde eine Wahl in Israel gegen Kabinettsminister Benny Gantz klar verlieren.
  • Christian Stör
    VonChristian Stör
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Der Ministerpräsident steht in Israel schwer in der Kritik. Sein Verbleib im Amt scheint unsicher. Werden neue Gesichter die nächste Regierung bilden?

Tel Aviv – In Israel zeichnet sich ein politisches Beben ab. Und mittendrin steht kein Geringerer als Benjamin Netanjahu. Die Zeiten, in denen der Ministerpräsident unangefochten an der Spitze der israelischen Politik stand, sind jedenfalls vorüber. Nun stellt sich die entscheidende Frage: Kann sich Netanjahu nach dem Krieg gegen die Hamas als Regierungschef halten? Angesichts des kolossalen Versagens am 7. Oktober und den Problemen bei der Geiselbefreiung erscheint dies mehr als fraglich.

Opposition in Israel gegen Netanjahu wird immer größer

So wie es derzeit aussieht, könnte der Krieg in Israel Netanjahu am Ende tatsächlich sein Amt kosten. Fürchten muss er vor allem einen seiner Minister im Kriegskabinett. Benny Gantz gewinnt in der Gunst der Wählerinnen und Wähler nämlich deutlich an Boden. Laut jüngsten Umfragen würde gegenwärtig das von Gantz angeführte Bündnis aus Kachol Lavan, Tikwa Chadascha sowie Gadi Eisenkot und Matan Kahana mit Abstand stärkste Fraktion vor Netanjahus Likud.

Eine kürzlich vom TV-Sender Channel 12 veröffentlichte Umfrage zeigt, dass die Parteien in Netanjahus Vorkriegskoalition nur noch auf 44 Knesset-Sitze kämen. Zum Vergleich: Bei der Wahl im November 2022 hatten sie noch 64 Sitze gewonnen. Dagegen erhielte eine mögliche Koalition aus Parteien, die im November 2022 unterlegen waren, insgesamt 71 Sitze in der 120-köpfigen Knesset. Die Nationale Einheitspartei von Benny Gantz, die bisher 12 Sitze innehat, würde demnach auf 37 Sitze kommen. Die Likud-Partei von Benjamin Netanjahu verlöre dagegen deutlich und käme nur noch auf 18 Sitze. Damit wäre sie allerdings immer noch die zweitgrößte Partei in der Knesset.

ParteiSitze
HaMahane HaMamlachti37
Likud18
Yesh Atid15
Shas11
Yisrael Beiteinu9
Otzma Yehudit8
UTJ7
Ra’am5
Meretz5

Netanjahus Popularität in Israel sinkt weiter

Auch die Popularität von Netanjahu persönlich sinkt den Umfragen zufolge immer weiter. Auf die Frage, wen die Menschen in Israel als Ministerpräsident vorzögen, landete Gantz einen Erdrutschsieg: 45 Prozent stimmten für ihn, nur 27 Prozent wollten, dass Netanjahu sein Amt behält. Eine Umfrage der Zeitung Maariv brachte ein ähnliches Ergebnis. Demnach will mehr als die Hälfte der Befragten, dass Gantz Ministerpräsident wird. Nur 31 Prozent glauben, dass Netanjahu „für seine Position geeignet“ sei. 51 Prozent der Befragten glauben dies von Gantz.

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Die politische Zukunft in Israel nach dem Krieg gegen die Hamas

Auf die Frage, ob Wahlen, die erst in etwa drei Jahren angesetzt sind, vorgezogen werden sollten, antworteten 57 Prozent der Befragten mit „Ja“ und 35 Prozent mit „Nein“. Netanjahu hat sich bisher zwar geweigert, die Schuld für den verheerenden Angriff der Hamas vom 7. Oktober auf sich zu nehmen, deutete jedoch an, dass die politisch Verantwortlichen irgendwann für ihre Fehler aufkommen würden. Auch Neuwahlen werden immer wieder in den Raum geworfen. Die müssen aber warten, bis der Krieg gegen die Hamas zu Ende ist. (cs)

Redakteur Christian Stör hat diesen Artikel verfasst und anschließend zur Optimierung nach eigenem Ermessen ein KI-Sprachmodell eingesetzt. Alle Informationen wurden sorgfältig überprüft. Hier erfahren Sie mehr über unsere KI-Prinzipien.

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