Krieg in Nahost

„Düsterer Meilenstein“: UN benennt Zahl der täglichen Toten im Gazastreifen

Israel im Krieg: Durch Bomben zerstörte Häuser in Gaza Stadt, Aufnahme vom 11. August 2024
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Zerbombte Häuser in Gaza-Stadt (11. August); in der Stadt hat die von der Hamas kontrollierte Gesundheitsbehörde ihren Sitz.
  • Franziska Schwarz
    VonFranziska Schwarz
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Hochkommissar Türk nennt das Ausmaß des Leids und die Zahlen-Bilanz des Kriegs in Israel und Gaza „zutiefst schockierend“.

Gaza/Tel Aviv – Die Zahl der Kriegsopfer im Konflikt zwischen Israel und der Hamas hat eine neue Schwelle überschritten: Nach Angaben der Gesundheitsbehörde in Gaza-Stadt sind im Gazastreifen inzwischen mehr als 40.000 Menschen ums Leben gekommen. Die Behörde wird von der islamistischen Terrororganisation Hamas kontrolliert, die mit dem Massaker vom 7. Oktober 2023 den Krieg in Nahost auslöste.

Mehr als 92.400 weitere Palästinenser seien in dem Zeitraum verletzt worden, teilte die Behörde mit. Die Zahlen lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Sie unterscheiden auch nicht zwischen Kombattanten und Zivilisten.

UN spricht von „düsterem Meilenstein“ im Krieg in Gaza und Israel

Volker Türk, der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, sprach in einer Mitteilung von einem „düsteren Meilenstein für die Welt“. Die meisten der Toten seien Frauen und Kinder. Diese „unvorstellbare Situation“ sei „überwiegend auf die wiederholte Nichteinhaltung der Kriegsregeln durch die israelischen Streitkräfte zurückzuführen.“

Vor dem Gaza-Krieg: Die Geschichte des Israel-Palästina-Konflikts in Bildern 

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In den vergangenen zehn Monaten seien in Gaza im Durchschnitt pro Tag etwa 130 Menschen getötet worden. Das Ausmaß der Zerstörung von Häusern, Krankenhäusern, Schulen und Gotteshäusern durch das israelische Militär nannte Türk „zutiefst schockierend“. 

UN-Kommissar fordert im Gaza-Krieg Waffenruhe und Geiselfreilassung

Das humanitäre Völkerrecht lege eindeutig fest, dass der Schutz der Zivilbevölkerung sowie von zivilem Eigentum und ziviler Infrastruktur von größter Bedeutung ist, hieß es weiter. „Unser Büro hat schwerwiegende Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht sowohl durch das israelische Militär als auch durch palästinensische bewaffnete Gruppen, darunter den bewaffneten Flügel der Hamas, dokumentiert.“ Türk rief erneut zu einer sofortigen Waffenruhe und der Freilassung von Geiseln und willkürlich verhafteten Palästinensern auf.

Auslöser des Gaza-Kriegs war das beispiellose Massaker mit mehr als 1200 Toten, das Terroristen der Hamas und anderer Gruppen in Israel verübt hatten. Israel reagierte mit massiven Luftangriffen und einer Bodenoffensive. Angesichts der hohen Zahl ziviler Opfer und der katastrophalen Lage im Gazastreifen steht Israel international immer stärker in der Kritik. (frs/dpa)