Russische Sabotage?

Nato untersucht „erheblich“ beschädigtes Ostsee-Kabel – verdächtiges Schiff entdeckt

  • Nail Akkoyun
    VonNail Akkoyun
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Erneut wird in der Ostsee ein Unterwasserkabel beschädigt. Die betroffenen Länder kooperieren bereits mit der Nato – und verdächtigen Putins Russland.

Ventspils/Gotland – Die Serie mutmaßlicher russischer Sabotageakte in der Ostsee setzt sich fort: Ein weiteres Unterwasserkabel zwischen Schweden und Lettland wurde beschädigt, wie der schwedische Regierungschef Ulf Kristersson am Sonntag bekannt gab. Die lettische Marine identifizierte bereits ein verdächtiges Schiff namens „Michalis San“, das sich zum Zeitpunkt des Vorfalls zusammen mit zwei weiteren Schiffen in der Region aufhielt.

Auch die schwedische Staatsanwaltschaft ermittelt wegen mutmaßlich „schwerer Sabotage“ und hat ein verdächtiges Schiff festgesetzt. Polizei, Küstenwache und die schwedischen Streitkräfte würden intensiv an der Voruntersuchung arbeiten, sagte Staatsanwalt Mats Ljungqvist laut Mitteilung am Abend. Unter welcher Flagge das festgesetzte Schiff fährt, wurde zunächst nicht offiziell bestätigt. Schwedischen Medien zufolge wird ein Frachter unter maltesischer Flagge nahe der Stadt Karlskrona untersucht. Er sei zuvor von Russland aus Richtung Dänemark gefahren.

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Nato untersucht Vorfall in der Ostsee

Beide Staaten untersuchen nun gemeinsam mit der Nato den Fall. Die Ursache ist demnach noch unklar. Der Schaden liegt in der ausschließlichen Wirtschaftszone Schwedens und ist ersten Anhaltspunkten zufolge auf äußere Einwirkung zurückzuführen, wie es auf der Pressekonferenz hieß. Das lettische Rundfunk- und Fernsehzentrum berichtete, das Kabel sei „erheblich“ beschädigt. Der Schaden solle allerdings keine Auswirkungen auf die Datenübertragung lettischer Endnutzer haben.

Der aktuelle Kabelschaden trat informierten Kreisen zufolge in schwedischen Gewässern in rund 50 Metern Tiefe auf. Im vorherigen Fall vom Dezember vermuten die finnischen Behörden, dass der Anker eines russischen Öltankers, der „Eagle S“, die Beschädigungen verursacht hatte. Das Schiff wurde daraufhin von Finnland gestoppt und beschlagnahmt.

Erneut wurde ein Unterwasserkabel in der Ostsee beschädigt – Russland steht im Verdacht. (Symbolfoto)

Nächster Vorfall in der Ostsee: Experten sprechen von hybrider Kriegsführung gegen den Westen

Der neue Vorfall ereignete sich nur einen Monat nach der Beschädigung von vier Telekommunikations- und einem Stromkabel am ersten Weihnachtstag. Expertinnen und Experten sehen darin ein Muster hybrider Kriegsführung gegen den Westen im Auftrag Russlands.

Die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sicherte den betroffenen Ländern die „volle Solidarität“ der Europäischen Union zu und betonte auf X, die „Widerstandsfähigkeit und Sicherheit“ der kritischen Infrastruktur sei für die EU von höchster Bedeutung. Lettlands Ministerpräsidentin Evika Silina rief derweil eine Sitzung der zuständigen Ministerien und Dienste ein. Lettland stehe im Austausch mit Schweden, anderen Ostsee-Anrainerstaaten und der Nato, um die Umstände aufzuklären, sagte sie.

Nato reagiert auf Vorfälle in der Ostsee – Putins „Schattenflotte“ wird verdächtigt

Die Nato reagierte auf die Häufung der Vorfälle bereits mit der Ankündigung verstärkter Patrouillen in der Ostsee. Die Nato teilte mit, Schiffe und Flugzeuge seien an der Seite regionaler Verbündeter im Einsatz, um den Vorfall zu untersuchen. „Die Präsenz der Alliierten in der Region ermöglicht eine zügige und koordinierte Reaktion“, sagte ein Nato-Sprecher der dpa

Unter hybriden Angriffen verstehen Sicherheitsexperten verdeckte Attacken staatlicher oder nicht-staatlicher Akteure, die oft gezielt so ausgeführt werden, dass sie sich nicht eindeutig nachweisen lassen. Seit Ausbruch des Ukraine-Kriegs im Februar 2022 häufen sich Vorfälle, hinter denen Wladimir Putins „Schattenflotte“ vermutet wird. (nak/dpa)

Rubriklistenbild: © Heikki Saukkomaa/Lehtikuva/dpa

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