Auswirkungen auf Deutschland?

Kälte-Schelle wegen La Niña? Experten über mögliche Winter-Folgen

  • Kilian Bäuml
    VonKilian Bäuml
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Nach dem warmen Herbst könnte La Niña einen kalten Winter bringen. Die Prognosen für den Winter 2024 sind vielfältig – Fachleute beurteilen das Wetterphänomen.

München – Die vergangenen Monate zeigte sich der Sommer von seiner heißen Seite und das sommerliche Wetter geht vorerst weiter. Laut Meteorologe Dominik Jung gibt es eindeutig einen goldenen Herbst. Kommt im Winter das Kontrastprogramm? Das Wetterphänomen La Niña verursacht wohl eine Abkühlung, die laut Experten weltweit spürbar sein könnte.

Die Winter-Prognosen gehen auseinander, auch das Wetterphänomen La Niña könnte den Winter beeinflussen. (Symbolbild)

Von goldenem Herbst zu eisiger Kälte? La Niña und die möglichen Auswirkungen auf Deutschland

Die Weltwetterorganisation (WMO) schätzt die Wahrscheinlichkeit auf rund 60 Prozent, dass gegen Ende des die Bedingungen von El Niño zu La Niña wechseln. Laut dem Meteorologen Michael Staudinger von der Krone hat sich diese Wahrscheinlichkeit in den letzten Wochen deutlich erhöht. Dies ist auf Veränderungen im östlichen Pazifik zurückzuführen, wo niedrigere Wassertemperaturen die Luft abkühlen. „Da der Ozean riesig ist und der Wärmeinhalt der gesamten Atmosphäre den obersten drei Metern des Mega-Wasserkörpers entspricht, werden diese Änderungen meist auch global wirksam“, erläutert der Wetterexperte.

In den letzten Jahren war das gegenteilige Wetterphänomen El Niño vorherrschend, mit dramatischen Folgen, da es den Klimawandel weiter verschärft. Wegen des Wechsels zu La Niña zum Jahresende befürchten manche Wetter-Experten einen kalten Winter in Deutschland. Allerdings widerspricht eine Expertin der WMO diesen Befürchtungen.

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Wie wird der Winter 2024? Wetter-Experten uneins – WMO erwartet keine spürbaren Folgen von La Niña

„Selbst, wenn es zu einer kurzfristigen Abkühlung durch ein La-Niña-Ereignis kommt, wird dies nichts an der langfristigen Entwicklung der steigenden globalen Temperaturen ändern“, betont die Generalsekretärin der WMO, Celeste Saulo. Sie fügt hinzu, dass der kühlende Effekt aufgrund des Klimawandels kaum spürbar sei. Tatsächlich waren die Jahre 2020 bis 2023 die wärmsten seit der Industrialisierung, obwohl in diesen Jahren auch La Niña vorherrschte.

Die Vorhersagen für den Winter 2024 variieren. Während ein Wetter-Experte in seiner Winterprognose milde Temperaturen erwartet, könnte es laut einer anderen Prognose im nächsten Winter wieder kälter werden. Die Wettermodelle werden ständig aktualisiert, daher ist es schwierig, Wochen im Voraus eine zuverlässige Prognose für den Winter abzugeben. Lediglich der 100-jährige Kalender macht seine Prognose lange im Voraus. Für diesem Winter rechnet er sogar mit einem schneereichen Dezember. (kiba/dpa)

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