Gegenoffensive läuft
Deutsche Haubitzen mittendrin: Ukraine teilt Videos von heftigen Kämpfen bei Bachmut
VonMomir Takacschließen
Bachmut bleibt im Ukraine-Krieg auch nach der Einnahme durch russische Truppen heftig umkämpft. Mitten im Geschehen ist auch die deutsche Panzerhaubitze.
Bachmut/München - Nach monatelangen Kämpfen nahmen russische Truppen vor wenigen Wochen Bachmut ein. Doch die Kämpfe um die Stadt in der Ostukraine gehen weiter - vor allem im Süden und Norden. Davon zeugen nicht nur Twitter-Videos, sondern auch der tägliche Bericht des britischen Verteidigungsministeriums zum Ukraine-Krieg.
Bachmut weiter heftig umkämpft: Auch deutsche Panzerhaubitze im Einsatz
Nach Erkenntnissen britischer Geheimdienste verlagerte Russland nach der Zerstörung des Kachowka-Staudamms Truppenkontingente vom Ost-Ufer des Flusses Dnipro zur Verstärkung an die Front im Gebiet Saporischschja und bei Bachmut. Der Süden der Ukraine ist ein Teil, in dem die Gegenoffensive der ukrainischen Truppen läuft - offenbar mit einem Erfolg: Vize-Verteidigungsministerin Hanna Maljar vermeldete am Montag (19. Juni), dass das Dorf Pjatychatky wieder in ukrainischer Hand sei.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine




Auch im Kampf um Bachmut in der Oblast Donezk treffen ukrainische Soldaten auf heftigen Widerstand, wie Maljar erklärte: „Die Russen haben zusätzliche Einheiten dorthin verlagert und den Beschuss verstärkt.“ Die Truppe setzte bei Twitter Video-Beiträge ab, welche die Kampfhandlungen zeigen.
Ukraine-Krieg: Video zeigt, wie ukrainische Soldaten russische Stellungen angreifen
Zu sehen ist etwa, wie ukrainische Soldaten BMD-Luftlandepanzer von Russland abschießen, wie Infanteristen durch die Wälder streifen und plötzlich zu schießen beginnen, oder Stellungen der russischen Streitkräfte in Schützengräben angreifen.
Mittendrin in den Kämpfen ist die deutsche Panzerhaubitze PzH 2000, von denen die Ukraine weniger als 30 von ihren westlichen Verbündeten erhielt. Um Bachmut ist die 43. Artilleriebrigade der ukrainischen Armee mit den Fahrzeugen der deutschen Rüstungskonzerne Krauss-Maffei Wegmann (KMW) und Rheinmetall ausgerüstet.
Deutsche Panzerhaubitze mittendrin in Kämpfen bei Bachmut
Die 43. Artilleriebrigade hat sich Bunker in den Waldboden gegraben, Tarnnetze verbergen ihren Standort vor den Kameras russischer Drohnen. Die Koordinaten für ihre Angriffe erhalten die Soldaten vom Kommandostützpunkt. Sofort starten sie den 1.000-PS-Motor der Panzerhaubitze, die nicht bei allen Soldaten Wertschätzung erfährt, und fahren auf eine Wiese, um mit ihren Schüssen nicht ihr Wald-Versteck zu verraten.
In einem Twitter-Video sieht man, wie ein Kanonier Daten per Funk erhält und diese in den Bordcomputer eingibt. Dann folgt der automatische Ladevorgang, an dessen Ende ein Kanonier noch Treibladung ins Rohr schiebt. Per Knopfdruck wird das 155-Millimeter-Artilleriegeschoss schließlich abgefeuert. (mt)
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