Gegenoffensive läuft

Deutsche Haubitzen mittendrin: Ukraine teilt Videos von heftigen Kämpfen bei Bachmut

  • Momir Takac
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Bachmut bleibt im Ukraine-Krieg auch nach der Einnahme durch russische Truppen heftig umkämpft. Mitten im Geschehen ist auch die deutsche Panzerhaubitze.

Bachmut/München - Nach monatelangen Kämpfen nahmen russische Truppen vor wenigen Wochen Bachmut ein. Doch die Kämpfe um die Stadt in der Ostukraine gehen weiter - vor allem im Süden und Norden. Davon zeugen nicht nur Twitter-Videos, sondern auch der tägliche Bericht des britischen Verteidigungsministeriums zum Ukraine-Krieg.

Bachmut weiter heftig umkämpft: Auch deutsche Panzerhaubitze im Einsatz

Nach Erkenntnissen britischer Geheimdienste verlagerte Russland nach der Zerstörung des Kachowka-Staudamms Truppenkontingente vom Ost-Ufer des Flusses Dnipro zur Verstärkung an die Front im Gebiet Saporischschja und bei Bachmut. Der Süden der Ukraine ist ein Teil, in dem die Gegenoffensive der ukrainischen Truppen läuft - offenbar mit einem Erfolg: Vize-Verteidigungsministerin Hanna Maljar vermeldete am Montag (19. Juni), dass das Dorf Pjatychatky wieder in ukrainischer Hand sei.

Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Die Bundeswehr nutzt den Kampfpanzer Leopard in verschiedenen Varianten seit 1979. Bewaffnet mit einer 120-Millimeter-Kanone lassen sich in den jüngeren Modellen von vier Soldaten an Bord Ziele in einer Entfernung bis zu 5000 Metern bekämpfen. Die Ukraine erhält Panzer des Typs Leopard 2 A6. Das 62,5 Tonnen-Gefährt war bei seiner Einführung im Jahr 2001 als verbesserte Variante des A5 etwa mit neuer Hauptwaffe versehen worden. Das Modell A6M verfügt zudem über einen erhöhten Minenschutz.
Der US-Kampfpanzer M1 Abrams gleicht dem Leopard 2 in weiten Teilen. Den M1 Abrams gibt es seit 1980 in mittlerweile drei Hauptvarianten. Seit dem Modell M1A1 ist eine 120-Millimeter-Kanone an Bord. Die vier Insassen werden von einer Stahl-Panzerung vor Angriffen geschützt. Mit 1500 PS kommt der je nach Modell bis zu 74 Tonnen schwere Abrams auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 68 Kilometern pro Stunde. Anders als der Leopard 2 wird der M1 Abrams über eine Gasturbine mit Kerosin angetrieben.
Die Hauptwaffe der US-amerikanischen Bradley-Schützenpanzer besteht aus einer 25-Millimeter-Maschinenkanone M242 Bushmaster, die zwischen 100 und 200 Schuss pro Minute verschießen kann. Zudem sind die gepanzerten Kettenfahrzeuge, die nach General Omar N. Bardley benannt sind, mit Maschinengewehren des Typs M240 sowie panzerbrechende Raketen ausgestattet. Die Besatzung umfasst bis zu zehn Soldaten: Fahrer, Kommandant, Richtschütze sowie bis zu sieben Soldaten als Infanterietrupp. Der Panzer wurde dafür konzipiert, im Verbund mit Panzerartillerie und Kampfhelikoptern zu operieren.
Beim AMX-10 RC aus Frankreich handelt es sich um einen amphibischen Spähpanzer. Der Panzer wird aufgrund seiner schwereren Panzerung und Bewaffnung hauptsächlich bei der Aufklärung eingesetzt. Ausgestattet ist er mit einer 105-Millimeter-Kanone, wodurch er auch als Panzerjäger verwendet werden kann. Die Besatzung besteht aus mindestens vier Soldaten. Bei einer Gefechtsmasse von 14,2 Tonnen ist der Panzer mit 85 km/h extrem mobil.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Auch im Kampf um Bachmut in der Oblast Donezk treffen ukrainische Soldaten auf heftigen Widerstand, wie Maljar erklärte: „Die Russen haben zusätzliche Einheiten dorthin verlagert und den Beschuss verstärkt.“ Die Truppe setzte bei Twitter Video-Beiträge ab, welche die Kampfhandlungen zeigen.

Ukraine-Krieg: Video zeigt, wie ukrainische Soldaten russische Stellungen angreifen

Zu sehen ist etwa, wie ukrainische Soldaten BMD-Luftlandepanzer von Russland abschießen, wie Infanteristen durch die Wälder streifen und plötzlich zu schießen beginnen, oder Stellungen der russischen Streitkräfte in Schützengräben angreifen.

Mittendrin in den Kämpfen ist die deutsche Panzerhaubitze PzH 2000, von denen die Ukraine weniger als 30 von ihren westlichen Verbündeten erhielt. Um Bachmut ist die 43. Artilleriebrigade der ukrainischen Armee mit den Fahrzeugen der deutschen Rüstungskonzerne Krauss-Maffei Wegmann (KMW) und Rheinmetall ausgerüstet.

Eine deutsche Panzerhaubitze vom Typ PzH 2000 ist bei Bachmut im Einsatz.

Deutsche Panzerhaubitze mittendrin in Kämpfen bei Bachmut

Die 43. Artilleriebrigade hat sich Bunker in den Waldboden gegraben, Tarnnetze verbergen ihren Standort vor den Kameras russischer Drohnen. Die Koordinaten für ihre Angriffe erhalten die Soldaten vom Kommandostützpunkt. Sofort starten sie den 1.000-PS-Motor der Panzerhaubitze, die nicht bei allen Soldaten Wertschätzung erfährt, und fahren auf eine Wiese, um mit ihren Schüssen nicht ihr Wald-Versteck zu verraten.

In einem Twitter-Video sieht man, wie ein Kanonier Daten per Funk erhält und diese in den Bordcomputer eingibt. Dann folgt der automatische Ladevorgang, an dessen Ende ein Kanonier noch Treibladung ins Rohr schiebt. Per Knopfdruck wird das 155-Millimeter-Artilleriegeschoss schließlich abgefeuert. (mt)

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