Nach Nato-Gipfel

F-16-Kampfjets für die Ukraine: Merz spricht Klartext

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    VonFranziska Schwarz
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F-16-Kampfflugzeuge werden von manchen als möglicher Gamechanger im Ukraine-Krieg gehandelt. CDU-Chef Friedrich Merz hat eine klare Meinung dazu.

Berlin – Friedrich Merz spricht sich dafür aus, Kiew im Ukraine-Krieg stärker zu unterstützen – auch mit der Lieferung von Kampfjets. „Mir erscheint einigermaßen plausibel zu sein, der Ukraine jetzt zu helfen, wenigstens die Hoheit über den eigenen Luftraum zurückzugewinnen“, sagte der CDU-Chef jetzt in der ARD.

Vor dem ARD-Sommerinterview mit Merz beantwortete der Oppositionsführer im ARD-Format „Frag selbst“ Fragen der Zuschauer. Dabei begründete er seine Forderung mit der aktuellen Lage im Ukraine-Krieg. Die zunehmenden russischen Raketenangriffe richten sich gegen die Infrastruktur, Strom- und Wasserversorgung, gegen Krankenhäuser, Altenheime, und „die wird man vom Boden aus allein nicht unter Kontrolle bekommen können“, betonte Merz.

CDU-Chef Merz verweist in der F-16-Frage auf andere Nato-Staaten.

Merz zur Lage im Ukraine-Krieg: Auch Deutschland sollte Kampfjets liefern

„Und deswegen ist ja auch die Lieferung von Kampfflugzeugen an die Ukraine in vielen Ländern der Welt schon beschlossene Sache, auch in Europa. Wir sollten da als Deutsche nicht zurückstehen.“

Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Die Bundeswehr nutzt den Kampfpanzer Leopard in verschiedenen Varianten seit 1979. Bewaffnet mit einer 120-Millimeter-Kanone lassen sich in den jüngeren Modellen von vier Soldaten an Bord Ziele in einer Entfernung bis zu 5000 Metern bekämpfen. Die Ukraine erhält Panzer des Typs Leopard 2 A6. Das 62,5 Tonnen-Gefährt war bei seiner Einführung im Jahr 2001 als verbesserte Variante des A5 etwa mit neuer Hauptwaffe versehen worden. Das Modell A6M verfügt zudem über einen erhöhten Minenschutz.
Der US-Kampfpanzer M1 Abrams gleicht dem Leopard 2 in weiten Teilen. Den M1 Abrams gibt es seit 1980 in mittlerweile drei Hauptvarianten. Seit dem Modell M1A1 ist eine 120-Millimeter-Kanone an Bord. Die vier Insassen werden von einer Stahl-Panzerung vor Angriffen geschützt. Mit 1500 PS kommt der je nach Modell bis zu 74 Tonnen schwere Abrams auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 68 Kilometern pro Stunde. Anders als der Leopard 2 wird der M1 Abrams über eine Gasturbine mit Kerosin angetrieben.
Die Hauptwaffe der US-amerikanischen Bradley-Schützenpanzer besteht aus einer 25-Millimeter-Maschinenkanone M242 Bushmaster, die zwischen 100 und 200 Schuss pro Minute verschießen kann. Zudem sind die gepanzerten Kettenfahrzeuge, die nach General Omar N. Bardley benannt sind, mit Maschinengewehren des Typs M240 sowie panzerbrechende Raketen ausgestattet. Die Besatzung umfasst bis zu zehn Soldaten: Fahrer, Kommandant, Richtschütze sowie bis zu sieben Soldaten als Infanterietrupp. Der Panzer wurde dafür konzipiert, im Verbund mit Panzerartillerie und Kampfhelikoptern zu operieren.
Beim AMX-10 RC aus Frankreich handelt es sich um einen amphibischen Spähpanzer. Der Panzer wird aufgrund seiner schwereren Panzerung und Bewaffnung hauptsächlich bei der Aufklärung eingesetzt. Ausgestattet ist er mit einer 105-Millimeter-Kanone, wodurch er auch als Panzerjäger verwendet werden kann. Die Besatzung besteht aus mindestens vier Soldaten. Bei einer Gefechtsmasse von 14,2 Tonnen ist der Panzer mit 85 km/h extrem mobil.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Hintergrund seiner Aussagen: Die Nato-Staaten wollen Tempo bei der Ausrüstung der Ukraine mit westlichen Kampfflugzeugen machen. Der Transfer von F-16-Jets sei bereits im Gange, hatten die USA, die Niederlande und Dänemark am Rande des Nato-Gipfels in Washington angekündigt.

Damit könnten die Kampfjets noch diesem Sommer dazu dienen, die russische Invasion in die Ukraine abzuwehren. Bei der Lieferung geht es um F-16-Jets aus amerikanischer Produktion, die von Dänemark und den Niederlanden bereitgestellt werden.

Selenskyj im Ukraine-Krieg: „Danke, Olaf, für die Luftverteidigung“

Kanzler Olaf Scholz (SPD) hatte der Ukraine auf dem Nato-Gipfel weitere Hilfen versprochen, und die bisherige Unterstützung mit Luftverteidigungssystemen als „großen Schritt“ bezeichnet. „Aus meiner Sicht ist dieser Prozess nicht abgeschlossen“, sagte Scholz vor einem Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. 

„Danke, Olaf, für die Luftverteidigung“, antwortete Selenskyj. Die Ukraine hatte bereits im April sieben zusätzliche Patriot-Systeme gefordert. Deutschland hat drei der Luftabwehrsysteme bereits geliefert und darauf gesetzt, dass andere Nato-Staaten folgen. (frs/dpa)

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