Bundestagswahl 2025

Umfrage zur Kanzler-Präferenz: Zwei Konkurrenten fast gleichauf mit Merz

  • Franziska Schwarz
    VonFranziska Schwarz
    schließen

Wer soll nach der Bundestagswahl 2025 ins Kanzleramt, weil er oder sie viele überzeugt? Eine Umfrage liefert ein bemerkenswertes Teilergebnis.


Köln – In Deutschland werden die Bundeskanzlerin oder der Bundeskanzler nicht direkt gewählt. Aber wenn es so wäre: Wen der sechs Antretenden würden die Deutschen nach der Bundestagswahl 2025 gerne im Kanzleramt sehen? Das hat das Meinungsforschungsinstitut YouGov gefragt. Das Ergebnis: Einen eindeutigen Favoriten unter den Sechsen gibt es nicht – und fast 20 Prozent lehnen offenbar alle von ihnen ab.

Wäre eine Direktwahl aus allen sechs Spitzenkandidatinnen und -kandidaten möglich, hieße der nächste Regierungschef knapp Friedrich Merz (CDU). Mit 18 Prozent lag er allerdings nur einen Prozentpunkt vor Robert Habeck (Die Grünen) und Alice Weidel (AfD).

Friedrich Merz: Bierdeckel, Blackrock und schließlich Bundeskanzler

Friedrich Merz wurde am 11. November 1955 in Brilon geboren.
Luftbild des Gymnasiums Petrinum in Brilon, wo Friedrich Merz seine Schulzeit verbrachte und 1975 das Abitur ablegte.
Friedrich Merz studierte unter anderem an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn Jura.
Friedrich Merz leistet seinen Wehrdienst von Juli 1975 bis September 1976 bei der Artillerietruppe der Bundeswehr in Kusel.
Friedrich Merz: Bierdeckel, Blackrock und schließlich Bundeskanzler

Die Daten der Umfrage im Überblick:

Kandidatin oder KandidatUmfrage-Ergebnis
Friedrich Merz (CDU)18 Prozent
Robert Habeck (Die Grünen)17 Prozent
Alice Weidel (AfD)17 Prozent
Olaf Scholz (SPD)12 Prozent
Sahra Wagenknecht (BSW)6 Prozent
Christian Lindner (FDP)4 Prozent

Institut: YouGov in Kooperation mit dem SINUS-Institut. Erhebungszeitraum: 17. bis 20. Januar. Fallzahl: 2194 Befragte.

Umfrage vor Bundestagswahl 2025: 18 Prozent gegen alle Kandidatinnen und Kandidaten

Bemerkenswert ist, dass sich die restlichen 18 Prozent der Wahlberechtigten explizit gegen alle genannten Kandidatinnen und Kandidaten entscheiden würden und acht Prozent keine Angabe machten.

Die YouGov-Ergebnisse zeigten, dass Scholz sich nicht auf einen Amtsbonus stützen kann. In der Konkurrenz mit Merz und Habeck um Wählende aus der Mitte des demokratischen Spektrums wäre er bei einer Direktwahl deutlich abgeschlagen.

Bundestag: CDU-Chef Friedrich Merz kommt ins Plenum, 30. Januar 2025

Merz’ Vorsprung vor Scholz ist bei Umfrage zur Bundestagswahl 2025 fragil

Allerdings ist Merz’ Vorsprung als Kandidat fragil, schränkt das Meinungsforschungsinstitut in seiner Pressemitteilung ein. In einer hypothetischen Wahl zwischen nur ihm und Olaf Scholz läge er nur zwei Prozentpunkte vor dem Amtsinhaber: mit 36 im Vergleich zu 34. Bemerkenswert auch bei diesem Gedankenspiel: Ein ganzes Drittel der Befragten gab an, nicht zu wissen, zwischen wem der beiden sie sich entscheiden würden.

Meinungsumfrage zu Kanzleramts-Eignung: Merz vor Scholz und Habeck

Zudem deuteten die Ergebnisse an, dass keine oder keiner der Antretenden eine breite Mehrheit überzeugt. Auf die Frage, ob sie die Einzelnen für das Amt geeignet – „voll und ganz“ oder „eher“ – halten, bekam die höchste Zuschreibung Merz mit 40 Prozent. Scholz folgte mit 33 Prozent, und gleich danach Habeck mit 31 Prozent. Weidel erreichte 28 Prozent, Sahra Wagenknecht kam auf 24 Prozent und Christian Lindner auf 19 Prozent. (frs)

Rubriklistenbild: © Kay Nietfeld/dpa