Bundestagswahl 2025
Umfrage zur Kanzler-Präferenz: Zwei Konkurrenten fast gleichauf mit Merz
VonFranziska Schwarzschließen
Wer soll nach der Bundestagswahl 2025 ins Kanzleramt, weil er oder sie viele überzeugt? Eine Umfrage liefert ein bemerkenswertes Teilergebnis.
Köln – In Deutschland werden die Bundeskanzlerin oder der Bundeskanzler nicht direkt gewählt. Aber wenn es so wäre: Wen der sechs Antretenden würden die Deutschen nach der Bundestagswahl 2025 gerne im Kanzleramt sehen? Das hat das Meinungsforschungsinstitut YouGov gefragt. Das Ergebnis: Einen eindeutigen Favoriten unter den Sechsen gibt es nicht – und fast 20 Prozent lehnen offenbar alle von ihnen ab.
Wäre eine Direktwahl aus allen sechs Spitzenkandidatinnen und -kandidaten möglich, hieße der nächste Regierungschef knapp Friedrich Merz (CDU). Mit 18 Prozent lag er allerdings nur einen Prozentpunkt vor Robert Habeck (Die Grünen) und Alice Weidel (AfD).
Friedrich Merz: Bierdeckel, Blackrock und schließlich Bundeskanzler




Die Daten der Umfrage im Überblick:
| Kandidatin oder Kandidat | Umfrage-Ergebnis |
|---|---|
| Friedrich Merz (CDU) | 18 Prozent |
| Robert Habeck (Die Grünen) | 17 Prozent |
| Alice Weidel (AfD) | 17 Prozent |
| Olaf Scholz (SPD) | 12 Prozent |
| Sahra Wagenknecht (BSW) | 6 Prozent |
| Christian Lindner (FDP) | 4 Prozent |
Institut: YouGov in Kooperation mit dem SINUS-Institut. Erhebungszeitraum: 17. bis 20. Januar. Fallzahl: 2194 Befragte.
Umfrage vor Bundestagswahl 2025: 18 Prozent gegen alle Kandidatinnen und Kandidaten
Bemerkenswert ist, dass sich die restlichen 18 Prozent der Wahlberechtigten explizit gegen alle genannten Kandidatinnen und Kandidaten entscheiden würden und acht Prozent keine Angabe machten.
Die YouGov-Ergebnisse zeigten, dass Scholz sich nicht auf einen Amtsbonus stützen kann. In der Konkurrenz mit Merz und Habeck um Wählende aus der Mitte des demokratischen Spektrums wäre er bei einer Direktwahl deutlich abgeschlagen.
Merz’ Vorsprung vor Scholz ist bei Umfrage zur Bundestagswahl 2025 fragil
Allerdings ist Merz’ Vorsprung als Kandidat fragil, schränkt das Meinungsforschungsinstitut in seiner Pressemitteilung ein. In einer hypothetischen Wahl zwischen nur ihm und Olaf Scholz läge er nur zwei Prozentpunkte vor dem Amtsinhaber: mit 36 im Vergleich zu 34. Bemerkenswert auch bei diesem Gedankenspiel: Ein ganzes Drittel der Befragten gab an, nicht zu wissen, zwischen wem der beiden sie sich entscheiden würden.
Meinungsumfrage zu Kanzleramts-Eignung: Merz vor Scholz und Habeck
Zudem deuteten die Ergebnisse an, dass keine oder keiner der Antretenden eine breite Mehrheit überzeugt. Auf die Frage, ob sie die Einzelnen für das Amt geeignet – „voll und ganz“ oder „eher“ – halten, bekam die höchste Zuschreibung Merz mit 40 Prozent. Scholz folgte mit 33 Prozent, und gleich danach Habeck mit 31 Prozent. Weidel erreichte 28 Prozent, Sahra Wagenknecht kam auf 24 Prozent und Christian Lindner auf 19 Prozent. (frs)
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