Staatsanwältin will Trump-Tower

Zahlungsfrist läuft ab: Trump braucht 464 Millionen bis Montag – sonst wird gepfändet

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Die im Betrugsverfahren veranschlagte Kaution hat Trump bislang nicht vorgelegt. Sollte es bis Montag nicht geschehen, droht im die Pfändung seiner Vermögenswerte.

New York – Zum Markenkern Donald Trumps gehört das Image des schwerreichen Unternehmers. Aber obwohl sein Vermögen vom US-Wirtschaftsmagazin Forbes aktuell auf rund 2,6 Milliarden US-Dollar geschätzt wird, scheint der republikanische Kandidat im Präsidentschaftswahlkampf sich gegenwärtig in einer finanziellen Bredouille wiederzufinden. 

Mehreren Medienberichten zufolge soll Trump aktuell nämlich Probleme haben, eine Kaution in Höhe von mehr als 450 Millionen Dollar inklusive Zinsen an ein New Yorker Gericht zu zahlen. Zu ihr war der ehemalige US Präsident im Februar vom Richter des US-Supreme Courts, Arthur Engoron, verurteilt worden, nachdem der es als erwiesen ansah, dass Trump Vermögensverhältnisse falsch dargestellt hatte, um dadurch an bessere Kreditkonditionen zu gelangen. Zuvor hatte die New Yorker Staatsanwältin Letitia James Klage gegen Trump erhoben. Infolgedessen zog Trump bereits wiederholt öffentlich über James her.

Angesetzt ist Trumps Zahlungsfrist auf den morgigen 25. März. Sollte er die insgesamt 464 Millionen US-Dollar Kaution bis dahin nicht vorlegen, droht ihm die Beschlagnahmung seiner Vermögenswerte. Sogar eine Privatinsolvenz scheint dann möglich.

Veranschlagte Kaution von 464 Millionen Dollar – kann Trump sie zahlen oder nicht?

Vergangenen Montag (11.03.2024) erklärten Trumps Anwälte, sie seien nicht in der Lage, die Kaution in dem von James angestrengten Betrugsverfahren zu sichern. Zuvor hatten sie versucht, ein Unternehmen zu finden, das die für Trump angesetzte Geldsumme vor Gericht als Kaution hinterlegt, während sie das Urteil anfechten.

Damit scheiterten sie jedoch trotz Verhandlungen mit rund 30 Versicherungsgesellschaften, berichtete unter anderem die Deutsche Presse-Agentur (dpa). „Nur sehr wenige Kautionsversicherer werden eine Bürgschaft in dieser Größenordnung in Betracht ziehen“, erklärten Trumps Anwälte demnach.

Am Freitag nun sorgte Trump mit einem Post auf der Social-Media-Plattform Truth Social für Aufsehen. Dort behauptete er, „fast 500 Millionen Dollar in Cash“ vorliegen zu haben, die ihm die Zahlung der Kaution ermöglichen würden. Bislang hat das Gericht noch nicht auf die Äußerungen Trumps reagiert.

Trumps Immobilien droht die Pfändung, sollte er die vom Gericht geforderte Kaution nicht vorlegen

Ob Donald Trump die von ihm verlangte millionenschwere Kaution bis morgen beim Gericht hinterlegen wird, bleibt abzuwarten. Und welche seiner Vermögenswerte könnten im Konkreten von einer Pfändung bedroht sein, sollte der ehemalige US-Präsident die veranschlagten 464 Millionen US-Dollar nicht beim Gericht hinterlegen?

Donald Trump sieht einer millionenschweren Kautionszahlung entgegen

Das US-Nachrichtenportal Newsweek hat ein Dokument der Generalstaatsanwaltschaft eingesehen, in dem Immobilien im Besitz von Trump aufgeführt sind, die dem Gericht zufolge „betrügerische“ und „irreführende“ Werte aufweisen und im Rahmen einer gerichtlichen Pfändung beschlagnahmt werden könnten: Neben dem Trump Tower in Manhattan könnte unter anderem auch das Trump Building in der Wall Street von einer potzenziellen Pfändung betroffen sein. 

Bei Verstreichen der Zahlungsfrist – diese Trump-Immobilien könnten von einer Pfändung betroffen sein

Daneben sind aber auch eine Reihe weiterer Immobilien und Grundstücke auf der Liste zu finden. Darunter auch eine Reihe von Golfclubs sowohl an der Ost- als auch an der Westküste der Vereinigten Staaten, und zwei Golfclubs Trumps in Schottland. In der vollständigen von Newsweek eingesehenen Liste der Vermögenswerte Trumps, die für eine Pfändung infrage kämen, befinden sich folgende Immobilien:

  • Trump Tower, New York, N.Y.
  • Trump Park Avenue, New York, N.Y.
  • 40 Wall Street, New York, N.Y.
  • Seven Springs, Westchester County, N.Y.
  • Trump International Hotel and Tower, Las Vegas, Nevada
  • Mar-a-Lago, Palm Beach, Florida
  • Trump National Golf Club Westchester, Briarcliff Manor, N.Y.
  • Trump National Golf Club Charlotte, Mooresville, North Carolina
  • Trump National Golf Club Colts Neck, Colts Neck, New Jersey
  • Trump National Golf Club, Washington, D.C., Sterling, Virginia
  • Trump National Golf Club Hudson Valley, Hopewell Junction, N.Y.
  • Trump National Golf Club Jupiter, Jupiter, Florida
  • Trump National Golf Club Los Angeles, Rancho Palos Verdes, California
  • Trump National Golf Club Philadelphia, Pine Hill, New Jersey
  • Trump International Golf Links Scotland (Aberdeen)
  • Trump International Golf Links Scotland (Turnberry)

Trump kritisierte das Betrugsverfahren zuletzt erneut scharf

In einem Beitrag auf der Social-Media-Plattform Truth Social kritisierte Trump das gegen ihn bestehende Verfahren am Freitag derweil deutlich: „Kein Prozess, keine Jury, kein Verbrechen, kein Opfer, nur ein korrupter Richter und eine korrupte, Trump-hassende Generalstaatsanwältin, die ihre Befehle direkt aus dem Weißen Haus erhält. Wahlbeeinflussung auf einem nie dagewesenen Niveau“, schrieb Trump.

Das Gerichtsverfahren ist nur eines von vielen, die Trump derzeit beschäftigen: In vier weiteren strafrechtlichen Verfahren hat die Hauptverhandlung noch nicht begonnen, es laufen zudem noch zivilrechtliche Verfahren. Im Januar etwa hat ein New Yorker Gericht Trump wegen Verleumdung zu einer Schadenersatzzahlung von mehr als 80 Millionen US-Dollar an die Autorin E. Jean Carroll verurteilt. Der Republikaner legte Berufung ein, musste dafür aber beim Gericht bereits eine Art Kaution von mehr als 90 Millionen US-Dollar hinterlegen. 

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