Langfristige Ziele des Kreml

Kein Ende des Ukraine-Konflikts: Experten-Analyse zeigt wahren Putin-Plan

  • VonMax Nebel
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Putins anhaltende Kriegstaktik in der Ukraine verursacht Besorgnis: Das ISW geht von anhaltenden Kämpfen und strategischer Umzingelungen aus.

Washington, D.C. – Das renommierte Institute for the Study of War (ISW) warnt eindringlich davor, dass der Ukraine-Krieg, der 2022 mit der russischen Invasion begann, sich noch lange hinziehen könnte. Diese Einschätzung, die am Freitag (31. Januar) publik gemacht wurde, konstatiert, dass russische Militärkommandeure langfristige Strategien planen, die eine militärische Offensive in der Umgebung der Stadt Kupjansk in der Region Charkiw umfassen. Diese Angriffe könnten bis zu neun Monate dauern.

Ende des Ukraine-Kriegs? Experten-Analyse verrät wahren Putin-Plan

Experten des ISW heben hervor, dass die langsamen und strategischen Fortschritte der russischen Armee auf eine gut durchdachte Operation hindeuten, die Ähnlichkeiten mit der Eroberung der Stadt Awdijiwka im Februar 2024 aufweist.

Diese vorherige Operation diente offenbar als Blaupause für die zukünftigen Aktionen, die Russland plant. Militäranalyst Emil Kastehelmi betont ferner gegenüber der Newsweek, dass die Ergebnisse dieser Operationen in Form eines geduldigen, aber stetigen Drängens gegen die ukrainischen Positionen und Städte erfolgen werden.

So ist die russische Militärführung offenbar entschlossen, Kupjansk langfristig zu umschließen und gleichzeitig die ukrainischen Rückzugsrouten zu unterbrechen, wie es zuvor bei der Eroberung von Welyka Nowosilka der Fall war. Dies könnte bedeuten, dass Russland bereit ist, die Zeit und Ressourcen zu investieren, um das langfristige Ziel der territorialen Expansion zu erreichen.

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Russisches Geduldsspiel im Ukraine-Krieg birgt auch Risiken für Putin

In diesem Zusammenhang äußert sich auch der ehemalige US-Präsident Donald Trump, der am Samstag vor Reportern im Oval Office ankündigte, dass sein Team bereits in „sehr ernsthafte“ Gespräche mit Russland eingetreten ist, um möglicherweise signifikante Schritte für ein Ende des Ukraine-Kriegs zu unternehmen. Trump verwies darauf, dass, wenn er an der Macht gewesen wäre, der Krieg vermutlich gar nicht erst begonnen hätte. Die gegenwärtige militärische Lage zeigt derweil, dass Russland beabsichtigt, eine langsame, gezielte Umstellung militärischer Ziele durchzuführen, was sich als zeitraubendes, aber offenbar aus Putins Sicht als lohnendes Verfahren herausstellt.

Die ISW-Analyse wirft aber auch ein Licht auf die Herausforderungen, vor denen Russland steht. Bei aller Geduld könnte auch diese Strategie für Moskau auf lange Sicht problematisch sein. Die militärischen Fortschritte erfordern nicht nur bedeutende personelle Ressourcen, sondern auch effiziente logistische Unterstützung. Das wiederholte Hochfahren der Offensive könnte zu Schwierigkeiten in der russischen Rekrutierung und zu weiterhin anhaltenden Verlusten führen.

Putins Zirkel der Macht im Kreml – die Vertrauten des russischen Präsidenten

Zu den Scharfmachern im Ukraine-Krieg gehört auch Ramsan Kadyrow.
Am 2. März 2007 wählte das tschetschenische Parlament ihn auf Putins Vorschlag zum Präsidenten des Landes
Der russische Außenminister Sergei Lawrow ist so etwas wie „Putins rechte Hand“.
Seit Beginn des Ukraine-Kriegs wiederholt Lawrow seine Vorwürfe, der Westen führe in der Ukraine Krieg gegen Russland.
Putins Zirkel der Macht im Kreml – die Vertrauten des russischen Präsidenten

Kein Ende des Ukraine-Kriegs: Putin weiterhin entschlossen, Konflikt fortzuführen

Dennoch bemerkt das ISW, dass Putin entschlossen zu sein scheint, seine militärischen Ziele zu verfolgen, unabhängig von den politischen und wirtschaftlichen Kosten, die der Konflikt sowohl für die Ukraine als auch für Russland mit sich bringt. Das Institut warnt in seiner Analyse eindringlich davor, dass Putin „bis zum letzten Ukrainer“ kämpfen könnte.

Während Putin und seine Generäle eine Geduldstrategie verfolgen könnten, die auf langsame, aber stetige Fortschritte abzielt, bleibt abzuwarten, wie die internationale Gemeinschaft und insbesondere die USA auf diese sich entwickelnde Situation reagieren werden.

Rubriklistenbild: © Foto links: IMAGO / Funke Foto Services | Foto rechts: IMAGO / ITAR-TASS

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