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KI-Drohnen gegen Putin: Ukrainer vermelden Durchbruch im Krieg

  • Patrick Mayer
    VonPatrick Mayer
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Die Ukraine hat eine eigene KI-Drohne zur Abwehr von Wladimir Putins russischer Invasion fertiggestellt. Wohl samt enormer Reichweite.

Kiew - Sie sollen Kiew bei der Verteidigung des völkerrechtswidrigen Überfalls aus Russland helfen: KI-Kampfdrohnen aus Deutschland, die die Ukraine zu Tausenden von einem Münchner Unternehmen erhält.

Drohnen im Ukraine-Krieg: Kiew verkündet Entwicklung eines eigenen KI-Modells

Eine Besonderheit: Die Kamikaze-Drohnen HX-2 sollen KI-gesteuert den Zielanflug autonom machen. Und zwar hochgradig präzise. Künstliche Intelligenz fließt seit Monaten im Ukraine-Krieg verstärkt in Drohnen-Weiterentwicklungen ein. Jetzt hat auch die Ukraine selbst Tests eines eigenen KI-Modells publik gemacht.

Die Drohne wird demnach martialisch „Mutterschiff“ genannt, wie bei Kampfjet-Flotten in Science-Fiction-Filmen. Sie soll laut Kyiv Post in der Lage sein, tief in von der russischen Armee kontrolliertes Gebiet zu fliegen und dort kleinere FPV-Kamikaze-Drohnen für Einsätze zu entkoppeln. Diese Angriffslösung gegen das Moskau-Regime von Kreml-Autokrat Wladimir Putin koste nur einen Bruchteil als herkömmliche Raketen, heißt es in dem Bericht.

Moskau-Machthaber: der russische Autokrat Wladimir Putin

Gegen Wladimir Putin russische Armee: KI-Drohne kann wohl eigenständig Drohnen absetzen

Die Tests sind dermaßen streng geheim, dass bislang (Stand: 31. Mai) auch keine Militärblogger Videos in Sozialen Netzwerken dazu geteilt haben. Schon länger gelten in der militärischen Umgangssprache Drohnen als sogenannte Mutterschiffe, die kleinere Kamikaze-Drohnen ins Einsatzgebiet transportieren können. Das neu entwickelte KI-Modell soll wohl besonders tief und autonom in durch die Russen besetztem ukrainischen Staatsgebiet operieren können.

Von „Tiefschlagmissionen gegen russische Ziele“ ist die Rede. Entwickelt wurde die KI-Drohne laut Kyivv Post vom auf autonome Systeme spezialisierten ukrainischen Startup Strategy Force Solutions (StratForce). Das Unternehmen gab demnach an, seine GOGOL-M-Mutterschiff-Drohnen - so der gesamte Name - erfolgreich in operativen Missionen getestet zu haben und koordinierte Angriffe auf Reichweiten von bis zu 300 Kilometern gemeistert zu haben. Die Informationen lassen sich nicht unabhängig verifizieren - wie so oft nicht im blutigen Ukraine-Krieg.

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Die Bundeswehr nutzt den Kampfpanzer Leopard in verschiedenen Varianten seit 1979. Bewaffnet mit einer 120-Millimeter-Kanone lassen sich in den jüngeren Modellen von vier Soldaten an Bord Ziele in einer Entfernung bis zu 5000 Metern bekämpfen. Die Ukraine erhält Panzer des Typs Leopard 2 A6. Das 62,5 Tonnen-Gefährt war bei seiner Einführung im Jahr 2001 als verbesserte Variante des A5 etwa mit neuer Hauptwaffe versehen worden. Das Modell A6M verfügt zudem über einen erhöhten Minenschutz.
Der US-Kampfpanzer M1 Abrams gleicht dem Leopard 2 in weiten Teilen. Den M1 Abrams gibt es seit 1980 in mittlerweile drei Hauptvarianten. Seit dem Modell M1A1 ist eine 120-Millimeter-Kanone an Bord. Die vier Insassen werden von einer Stahl-Panzerung vor Angriffen geschützt. Mit 1500 PS kommt der je nach Modell bis zu 74 Tonnen schwere Abrams auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 68 Kilometern pro Stunde. Anders als der Leopard 2 wird der M1 Abrams über eine Gasturbine mit Kerosin angetrieben.
Die Hauptwaffe der US-amerikanischen Bradley-Schützenpanzer besteht aus einer 25-Millimeter-Maschinenkanone M242 Bushmaster, die zwischen 100 und 200 Schuss pro Minute verschießen kann. Zudem sind die gepanzerten Kettenfahrzeuge, die nach General Omar N. Bardley benannt sind, mit Maschinengewehren des Typs M240 sowie panzerbrechende Raketen ausgestattet. Die Besatzung umfasst bis zu zehn Soldaten: Fahrer, Kommandant, Richtschütze sowie bis zu sieben Soldaten als Infanterietrupp. Der Panzer wurde dafür konzipiert, im Verbund mit Panzerartillerie und Kampfhelikoptern zu operieren.
Beim AMX-10 RC aus Frankreich handelt es sich um einen amphibischen Spähpanzer. Der Panzer wird aufgrund seiner schwereren Panzerung und Bewaffnung hauptsächlich bei der Aufklärung eingesetzt. Ausgestattet ist er mit einer 105-Millimeter-Kanone, wodurch er auch als Panzerjäger verwendet werden kann. Die Besatzung besteht aus mindestens vier Soldaten. Bei einer Gefechtsmasse von 14,2 Tonnen ist der Panzer mit 85 km/h extrem mobil.
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Drohnen-Krieg gegen Wladimir Putin: KI-Drohne der Ukraine soll Russen zusetzen

„Eine 10.000-Dollar-Mission ersetzt Raketensysteme, die zuvor drei bis fünf Millionen Dollar gekostet haben“, erklärte der namentlich nicht genannte technische Leiter des Startups dem amerikanischen Nachrichtenmagazin Forbes. Jedes „Mutterschiff“ könne zwei Kamikaze-Drohnen im Zielgebiet absetzen. Das Mutterschiff kehrt zur erneuten Verwendung zurück, während die Angriffsdrohnen ihre Mission selbstständig erfüllen, berichtet die Kyiv Post.

„Indem wir sie mit KI-gestützten Mutterschiffdrohnen kombinieren, können wir präzise Angriffe garantieren“, wird der technische Leiter von Forbes weiter zitiert. Die autonome Navigatio und Zielerkennung werde durch mehrere Sensoren und fortschrittliche Kameras an der Drohne ermöglicht, erklärte er, ohne ins Detail zu gehen. (pm)

Rubriklistenbild: © Alexander Kazakov/dpa