Doch ein Problem bleibt
Kiew schlägt mit Storm Shadows erfolgreich zu – doch ein Problem bleibt
VonFelix Durachschließen
Im Ukraine-Krieg verzeichnet Kiew einen weiteren erfolgreichen Angriff mit Storm-Shadow. Dennoch können die Marschflugkörper ihr Potenzial nicht ausschöpfen.
Kiew – Während die Bundesregierung von Kanzler Olaf Scholz (SPD) sich nach wie vor sträubt, der Ukraine weitreichende Taurus-Marschflugkörper zur Verfügung zu stellen, haben Großbritannien und Frankreich ihrerseits längst geliefert. Die Wirkung der britischen Storm Shadows demonstrieren die ukrainischen Streitkräfte im Ukraine-Krieg gegen Russland in den vergangenen Monaten immer wieder. Auch an diesem Wochenende meldet Kiew einen erfolgreichen Schlag mit den Marschflugkörpern. Doch ein Problem bleibt.
Erfolg im Ukraine-Krieg: Russische Kommandoposten bei Angriff mit Storm Shadows zerstört
Bereits am Samstag meldete der ukrainische Generalstab in einem auf Facebook veröffentlichten Lagebericht den erneuten erfolgreichen Einsatz der Storm-Shadow-Marschflugkörper. „Vor Kurzem gab es einen erfolgreichen Angriff auf die Kommandoposten der 35. und 27. motorisierten Schützenbrigade sowie auf einen der Kommandoposten der 2. Vereinigten Armee der russischen Streitkräfte“, meldete die Militärführung in dem Bericht.
Für den Angriff auf die Einheiten von Russlands Präsidenten Wladimir Putin seien neben den britischen Storm Shadows auch GMLRS-Raketen eingesetzt worden, die aus den US-amerikanischen Himars-Mehrfachraketenwerfern abgefeuert werden können. „Die Zerstörung der Besatzer“ werde fortgesetzt, schrieb der Generalstab zum Schluss der Meldung.
Storm Shadow: Das ist der britische Marschflugkörper im Ukraine-Krieg
Der britische Marschflugkörper Storm Shadow und sein französischer Zwilling SCALP-EG wurden erstmals im Mai 2023 an die ukrainischen Luftstreitkräfte geliefert. Seitdem werden die Marschflugkörper wiederholt gegen Ziele, in den von Russlands besetzen Gebieten der Ostukraine eingesetzt.
| Name | Storm Shadow (UK), SCALP-EG (F) |
|---|---|
| Reichweite | 250 Kilometer (Export-Version) |
| Länge | ca. 5,1 Meter |
| Geschwindigkeit | Mach 0,8 |
| Gefechtsgewicht | 1,3 Tonnen |
| Hersteller | MBDA |
| Indienststellung | 2002 |
Trotz wiederholter Forderungen aus der Ukraine – weiter keine Freigabe für Storm-Shadow-Angriffe in Russland
Die Storm-Shadow-Marschflugkörper werden aus der Luft aus von Kampfjets wie der sowjetischen Su-24 oder den US-amerikanischen F-16 „Fighting Falcons“ gestartet und können anschließend bis zu 250 Kilometer Strecke bis zum Ziel überbrücken. Damit können die ukrainische Luftwaffe auch Schläge weit hinter der Grenze in Putins Reich vollführen – zumindest in der Theorie.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine




Praktisch ist der Einsatz der Marschflugkörper durch Großbritannien und Frankreich auf die besetzten Gebiete in der Ukraine beschränkt. Wie andere Nationen, die Waffen im Ukraine-Krieg zur Verfügung gestellt haben, ist die Sorge vor einer weiteren Eskalation im Konflikt mit Putins Russland zu groß. Der britische Telegraph berichtete im August, dass die britische Regierung der Freigabe der Marschflugkörper für Angriffe auf Russland grundsätzlich befürworten würde. Dem Bericht zufolge sorge sich die Starmer-Regierung jedoch vor einem Alleingang ohne die USA. Die Freigabe steht deswegen nach wie vor aus. (fd)
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