Situation droht zu eskalieren

Kim Jong-un: Warnung vor Eskalation – Gefahr eines nuklearen Krieges wächst

  • VonLisa Mahnke
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Der nordkoreanische Anführer Kim Jong-un signalisiert eine steigende Gefahr eines thermonuklearen Krieges. Er beschuldigt die USA für die Spannungen.

Pjöngjang – In der internationalen Politik wachsen die Spannungen – das merkt auch der nordkoreanische Machthaber Kim Jong-un. Seiner Ansicht nach, die er bei in einer Rede bei einer Militärausstellung in Pjöngjang präsentierte, steige die Wahrscheinlichkeit eines „zerstörerischen thermonuklearen Krieges“. Ein Staat sei besonders daran schuld: die USA.

„Die koreanische Halbinsel befand sich noch nie in einer so kritischen Lage wie heute, in der die Wahrscheinlichkeit eines äußerst zerstörerischen thermonuklearen Krieges inmitten der akut gefährlichen Konfrontation zwischen den Kriegsparteien wächst“, zitierte die US-Nachrichtenseite Newsweek die koreanischen Staatsnachrichten, die über Kims Aussagen berichteten.

Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong-un.

Abseits des Ukraine-Kriegs: Spannungen zwischen den USA und Nordkorea verstärken sich

„Wir haben in den bilateralen Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten bereits alles getan, was möglich war“, so der nordkoreanische Anführer. „Was uns schließlich überzeugt hat, war nicht der Wille der Supermacht, mit uns zu koexistieren, sondern ihre dominante Haltung und ihre unveränderlich aggressive und feindselige Politik gegenüber der DVRK.“

In der jüngsten Zeit versuchte Nordkorea mit immer weitreichenderen Raketentests zu provozieren, weswegen Südkorea, Japan und die USA ein gemeinsames Militärmanöver, unter anderem auch mit einem atomwaffenfähigen US-Bomber, über Südkorea abgehalten haben. Grund für das Manöver sei laut einer Erklärung des Militärs die „fortschreitenden atomaren und Raketen-Drohungen Nordkoreas“.

Der US-Außenminister Antony Blinken warf Nordkorea „unrechtmäßige und rücksichtslose“ Raketenstarts vor, einschließlich des Abschusses einer ballistischen Langstreckenrakete über Japan im Oktober. Er fügte hinzu, dass die USA ihre trilaterale Zusammenarbeit mit Japan und Südkorea vertiefen würden, um „von Aggressionen abzuschrecken und sie, wenn nötig, abzuwehren“.

Nordkorea – Kim Jong-uns abgeschottete Diktatur

Menschen an der Grenze zwischen Nord- und Südkorea
Die Skyline von Pjöngjang
Kim Jong-un auf einem Pferd
Sowjetische Soldaten in Pjöngjang
Nordkorea – Kim Jong-uns abgeschottete Diktatur

Sorge im Westen: Nordkorea und Russland tauschen Truppen und Waffen aus

Auch die Entsendung nordkoreanischer Truppen als Unterstützung für die russische Armee im Ukraine-Krieg wurde im Westen kritisch aufgenommen. Durch die Nordkorea-Soldaten ist Pjöngjang an den Angriffshandlungen beteiligt – die Ukraine könnte sich aktiv auch gegen Nordkorea verteidigen, womöglich sogar auf nordkoreanischem Staatsgebiet.

„Wir fordern die DVRK dringend auf, Russlands Angriffskrieg nicht länger zu unterstützen“, hieß es in einer Erklärung, die von den USA, aber auch Deutschland, Japan, Südkorea, Frankreich, Australien und weitere, geteilt wurde. Weiter hieß es: „Wir sind auch zutiefst besorgt über die Möglichkeit eines Transfers von Nukleartechnologie oder Technologie für ballistische Flugkörper von Russland an die DVRK unter Verletzung der einschlägigen Resolutionen des UN-Sicherheitsrates.“

Russland und Nordkorea haben einen Deal, der auf gegenseitiger Unterstützung beruht, sodass Russland im Austausch für die Truppen durchaus militärisches Gerät anbieten könnte. Was Technologie genau Russland liefern würde, ist allerdings noch unklar. Kim hat bei der Militärausstellung allerdings auch erwähnt, dass er Nordkoreas „strategische Abschreckung“ ausbauen wolle, um dem Nukleararsenal der USA Konkurrenz zu machen. Das Abkommen zwischen Russland und Nordkorea, das von den Staatschefs Wladimir Putin und Kim Jong-un bereits im Sommer 2024 unterzeichnet wurde, wurde vor kurzem ratifiziert.

Ukraine-Krieg: Die Ursprünge des Konflikts mit Russland

Menschen in Kiews feiern die Unabhängigkeit der Ukraine von der Sowjetunion
Budapester Memorandum
Ukrainedemo, München
Orangene Revolution in der Ukraine
Ukraine-Krieg: Die Ursprünge des Konflikts mit Russland

Die Rolle von Donald Trump: Annäherung an Nordkorea möglich?

Zu Donald Trumps Wiederwahl zum US-Präsidenten hat sich Nordkorea bisher noch nicht geäußert. Er war im Jahr 2019 der erste US-Präsident, der das nordkoreanische Staatsgebiet besuchte, nachdem er sich ein Jahr vorher bereits mit Kim getroffen hatte. Trump gab damals an, er hätte die Spannungen zwischen den USA und Nordkorea „überwiegend gelöst“.

Nordkorea hätte laut dem Politikprofessor an der University of Oxford, Edward Howell, keinen so positiven Blick auf Trumps erste Amtszeit. „Schließlich ging Nordkorea sogar so weit, unabhängig von dem Ausgang der Wahl deutlich zu machen“, dass der nordkoreanische Blick auf die USA sich nicht ändere, sagte er gegenüber Newsweek. Das hieße laut Howell für Pjöngjang: „Washington bleibt eine ‚feindliche‘ Macht, die zusammen mit ihren Verbündeten eine ‚feindliche Politik‘ gegenüber der DVRK verfolgt.“ (lismah)

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